Topfgeschichten: Karibik meets Kartoffeln

Draußen: Ein Grad Plus. Es regnet von einem einheitsgrauen Himmel. Manchmal kommt der Regen auch mit eisigem Wind von der Seite, gespickt mit kleinen Eiskristallen. Drinnen: Es duftet würzig und süß, es ist muckelig warm und eine Irre hüpft mit Suppenkelle in der Hand zu Eddy Grants „Gimme hope Jo’Anna“ durch die Küche.

Die Irre bin natürlich ich und der Grund meiner überbordenden Lebensfreude (die ich immer immer habe) ist heute im Speziellen eine Kartoffelsuppe mit karibischem Pfiff. Das Rezept lachte mir neulich aus meinem neuen Suppenbuch entgegen und ich kaufte alle notwendigen Zutaten. Dann kam das Leben dazwischen und ich verkochte den Großteil der Zutaten andersweitig. Und vergaß das. Heute hatte ich aus unerklärlichen Gründen Lust auf Karibik und wollte die Suppe nach Rezept kochen. Beim Blick ins Buch musste ich feststellen, dass mir so ziemlich alles einiges fehlt. Beim Blick nach draußen (wir erinnern uns – Eisregen und bäh und alles) verging mir aber die Lust, nochmal in den Supermarkt zu fahren. Wer braucht für karibische Kartoffelsuppen wohl schon Rezepte.

Ich schälte und schnibbelte also ein paar Kartoffeln in kleine Würfel und würfelte ein Kohlrabi. Ich weiß nicht, ob man in der Karibik Kohlrabi kennt, aber die kennen mich ja schließlich auch nicht, ne? (Hab ich Leser in der Karibik? Ich glaube nicht. Oder?) Ich brutzelte die Gemüsewürfel in Olivenöl an, bestäubte sie mit Curry und löschte nach einer Weile mit einem guten halben Liter Gemüsebrühe und einer Dose ungesüßter Kokosmilch ab. Die Suppe muss nun so lange köcheln, bis die Würfel weich sind. (Ich dachte ja ursprünglich, die Suppe würde am Schluss püriert. Wird sie nicht. Ich lese Rezepte ja grundsätzlich nie zu Ende.) Kräftig mit Salz und (wer mag) Cayennepfeffer abschmecken. (Im Originalrezept wird eine Stange Lauch verwandt statt Kohlrabi, außerdem wird der Brühe Zitronensaft hinzugefügt und Koriandergrün)

Während die Suppe vor sich hinbrodelte, habe ich eine Babyananas in Würfel geschnitten und die meisten aufgegessen und die Würfel dekorativ aufgespießt. Der Spieß wird zum Schluss mit der fertigen Suppe gereicht und verbreitet über der heißen Schale mit der Suppe zusammen einen betörenden Duft. Während ich beim Kartoffelschälen drüber nachdachte, weswegen ich gerade heute Lust auf Karibik habe, wo draußen der Winter noch mal zurückkommt, lauschte ich mit einem Ohr SWR1 Leute. Heutiger Gast: Roberto Blanco. Und wo ist der geboren? Auf Kuba. Geben wir einfach ihm die Schuld. 🙂 (Und sagen danke, weil die Suppe echt lecker war!)

Das Originalrezept findet ihr im Buch „Suppenglück“ von Sonja Riker

3 Antworten auf „Topfgeschichten: Karibik meets Kartoffeln“

      1. Die Kartoffeln und die Süße der Kokosmilch schlucken sehr viel Salz. Ist aber sicher Geschmackssache. Uns hat definitiv Salz gefehlt.

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