Geschichten aus unserem Bett …

Wer bei der Überschrift glaubt, es gehe heute ausnahmsweise nicht um Essen und Erziehung, sondern um Erotik – reingefallen! Was aber das eine mit dem anderen zu tun hat – da müsst ihr heute schon ein bisschen weiterlesen. Heute ist nämlich Tag des Buches. Also nix mit Schweinkram.

Ich hab Euch ja neulich erzählt, dass uns die Henkel der Tüte abgerissen sind, als wir mit unserem Bücherpaket von der Buchhandlung bis zum Auto spazierten. Wenn ich Euch jetzt zeige, was in der Tüte war, wundert sich keiner mehr. Das Fräulein hat übrigens mehr zugeschlagen als ich (aber gewichtsmäßig gehen die Punkte auf mein Konto). 

Fangen wir mit der Bilderbuch-Lektüre des Fräuleins an.

1. Der Dachs hat heute einfach Pech, erschienen im NordSüd-Verlag.

Ich hab das Buch pro forma für das Kind gekauft. Denn ich wusste, wenn sie es nicht mögen würde, würde ich es mir auf den Nachttisch legen. Der kleine, muffelige Dachs ist absolut entzückend illustriert und man leidet mit ihm, wie er durch den Tag geht und alles, aber aber auch alles schief geht. Am Ende – große Überraschung – gibt’s aber ein happy end und er kann wieder ein bisschen lachen.

2. Die Prinzessin in der Tüte, erschienen im Ravensburger Verlag.

Mein Lieblingssatz des Buches: „Du siehst wie ein richtiger Prinz aus, aber du bist ein echter Blödmann.“ Was hab ich gelacht. Die kleine Prinzessin Lissy rettet ihre Traummann vor einem bösen Drachen (indem sie ihn in Grund und Boden quatscht und ihn mit seinen eigenen Waffen schlägt) und am Ende heiraten sie doch nicht. Was besseres kann man seiner Tochter kaum vorlesen, zumal die Bilder absolut herrlich sind.

3. Funkel, der kleine Fisch, erschienen bei Kerle

Ich bin beim Blättern an den schön gemachten Illustrationen hängen geblieben und fand die kleinen silbernen Fische auf den Seiten einfach zu schön. Die Geschichte spielt unter Wasser und dreht sich um Mut, Courage und Freundschaft. Die Seiten sind zum Teil noch ausklappbar, die Spannung beim Blättern bleibt auf alle Fälle erhalten.

Meine Bücher sind in Wirklichkeit auch Bücher fürs Kind. Neu in meinem Bastelregal:

1. Mach was Buntes, erschienen im TOPP-Verlag.

Das Buch ist der Kilohammer unter den Bastelbüchern. Über 700 Bastelprojekte sorgen dafür, dass die Ideen nie ausgehen. Zumindest dem, der pinterest noch nicht für sich entdeckt hat, denn die allermeisten der Ideen kennt man schon aus anderen Bastelbüchern und eben aus dem Internet. Für mich aber ein absoluter Pluspunkt – im Handarbeitsteil werden verschiedene Häkel- und Stricktechniken bilderreich für Anfänger erklärt. Das hat mir wirklich gut gefallen. Ob ich das Buch sonst oft zurate ziehen werde – wir werden sehen.

2. Spielzeit, erschienen im Christophorus Verlag

Das erste Projekt liegt schon halb fertig neben mir. Muss ich noch mehr sagen? Die Autorin erfindet das Rad zwar auch nicht neu, aber die Ideen, die sie mit Dingen umsetzt, die ein durchschnittlicher Haushalt als Abfall entsorgen würde, haben mir fast alle gut gefallen. Viele Basteleien sind zwar nicht für die Ewigkeit, sondern überdauern vermutlich einen Spielenachmittag – dafür kosten sie fast nichts und sind nicht kompliziert.

Und was hat das alles jetzt mit dem Bett zu tun? Nun. Seit geraumer Zeit schläft das Kind bei uns im Bett. Bevor jetzt alle Erziehungsratgeberleser Luft holen, um entsetzt loszukreischen: Shhht. Klar, schläft man besser, wenn man sich nicht zwischen Kinderknie und Bettkante bewegt. Kinder im Bett sind für Eltern in etwa so gemütlich, als hätte man sich einen eigensinnigen Tapeziertisch zum Kuscheln ins Bett gelegt, der unkontrolliert auf- und zuklappt.

Deswegen hat das Fräulein seit knapp zwei Wochen ein eigenes Bett. Während sie es am ersten Abend (oh Wunder!) sofort als ihr Bett akzeptierte und auch darin einschlief, blieb es nicht dabei. Erst begann sie gegen drei zu weinen, dann gegen halb zwei. Gestern dann schon eine halbe Stunde, nachdem wir sie ins Bett gebracht hatten. (Ich kenne das aus der Zeit, in der sie noch in ihrem Gitterbett geschlafen hatte. Sie wehrte sich damals mit aller Kraft gegen das Einschlafen, kaum lag sie im großen Bett, schlief sie erleichtert ein und ab dann auch durch.) Ich fand mich nach mehreren Versuchen also irgendwann mit einem sehr verzweifelten Kind auf dem Schoß auf ihrer Bettkante, als sie mir zwischen zwei Schluchzern ins Ohr flüsterte „Ich will ins große Bett … zu Dir.“ Es gibt in einer solchen Situation zwei Möglichkeiten. Sturbleiben oder nachgeben. Und da für mich Schlafentzug NOCH schlimmer ist, als ein Tapeziertisch, durfte das Kind eben wieder mit. Wir werden sehen, wie lange sie braucht, um ohne Angst in ihrem eigenen Bett durchzuschlafen. Sie soll die Zeit bekommen. (Im Moment übrigens schläft sie auch. In ihrem Bett. Ganz selbstverständlich. Die Hoffnung stirbt zuletzt.)

Vielleicht hilft es, wenn wir ein kleines, neues Ritual (wieder) einführen – abendliches Vorlesen. Und damit wir nicht immer blättern müssen, habe ich uns heute ganz fix noch diese lustigen Buchzeichen gebastelt. Inspiriert wurde ich (nicht im neuen Bastelbuch) bei Pinterest und zwar hier. Ich habe von alten Briefumschlägen (z.B. von Glückwunschkarten, die man eh nicht mehr brauchen kann) eine Ecke abgeschnitten. Aus dem weißen Futter habe ich die Zähne geschnitten. Wenn ihr Umschläge ohne Futter verwendet, kann man die Zähne natürlich auch einfach ankleben. Der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesteckt.

Damit beteilige ich mich auch noch bei den Aktionen „machen nicht pinnen“ beim Geschwistergezwitscher, bei „One pin a week“ von Lillesol und Pelle und neu – bei der Linkparty von Kiddikram.

Ich wünsch Euch viel Spaß beim Lesen. Und Basteln. Und schlaft gut. 🙂

PS: Heute ist übrigens auch Tag des Biers. Aber da bin ich sowas von die falsche Adresse …

3 Antworten auf „Geschichten aus unserem Bett …“

  1. Ich wünsche Dir/Euch viel Spaß mit den Büchern.

    Das Lottakind schläft erst seit kurzem, eigentlich genau seit ihrem 6. Lebensjahr ohne Unterbrechung im eigenen Bett.

    Ich bin da superunstreng und ich habs sogar gerne wenn sie bei mir schläft, mein Mann dagegen hats nicht so mit nächtlichen und gar kräftigen Ko-Schlägen auf die Nase oder das Auge.
    Also haben wir einen Kompromiss gemacht. Erst schläft sie in ihrem Bett ein und wenn sie wach wird, darf sie rüberkommen. Dann pendelte sich ein, dass sie immer gegen 3.00 Uhr wach wurde und krabbelte zu uns.

    Naja, jetzt tut sie das nicht mehr. Von heute auf morgen ist die Zeit vorbei. Mein Mann ist der ausgeschlafenste Mann ever, aber ich finds schon ein bisschen schade, gerade wird sie mir zu schnell groß.

    Aber was wollt ich sagen, ach ich bin ganz auf Deiner Seite. Warum sollten kleine Kinder zwingend lernen alleine zu schlafen, während Mama und Papa schön gemeinsam im Bett kuscheln. Verrückte europäische Welt. Denn was genau soll es bewirken? Außer dass das Kind irgendwann lernt eben auch klaglos im eigenen Bett zu schlafen. Aber das tun meine Kinder jetzt auch,… von alleine und irgendwie wie gesagt… ein bisserl schade ist es schon.

    1. Ich habe abgewogen, was mir wichtiger ist. Eindeutig: Ein Kind, das abends ins Bett geht und schläft und morgens wieder ausgeruht aufwacht. Klar könnte ich sie dazu zwingen, in ihrem Bett zu bleiben. Aber das würde bedeuten, sie geht nicht mehr gerne ins Bett, sie hat Stress, ich hab Stress. Wir machen es eigentlich genau so. Wir bringen sie abends in ihr Bett und wenn sie wach wird und nicht mehr allein bleiben mag, darf sie rüber kommen oder ruft. Irgendwann wird sie – so hoffen wir – einfach durchschlafen und „vergessen“ in unser Bett zu kommen. So lange das nurmehr Druck und Stress für alle bedeutet, machen wir’s eben anders. 🙂
      (Aber wird Dir nicht von allen Seiten erklärt, dass Kinder in ihr Bett gehören und dass man konsequent sein muss und dass man sie auch mal schreien lassen mus…? Ich schalte da ja auf Durchzug, aber HÖREN muss ich sowas ja schon immer wieder.)

  2. Doch natürlich, jeder sagte das zu mir.

    Aber ich kontere dann immer mit meinem Argument, dass sie selbst (Oma, Freundin, Bekannte) ja auch nicht ab heute ohne Partner in ihrem Bett schlafen will. Man will kuscheln, sich anschmiegen, wissen, da ist jemand, man hört die Atemgeräusche und fühlt sich nicht allein.
    Und das soll ich meinem Kind, das Sehnsucht nach mir hat verwehren? Never!
    Und wozu? Was soll denn positives fürs Kind dabei rumkommen.

    Die Antwort darauf ist dann meistens: Naja, sie muss doch selbstständig werden!
    Aber die Kleinste ist schon sehr selbstständig. Und auch wenn sie es nicht wäre, einen Zusammenhang zwischen Selbstständigkeit und die dafür erforderliche Einsamkeit erscheint müsste man mir erst beweisen. Tz! 🙂

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