Holla, die Wald(meister)fee!

In lichten Buchenwäldern soll er wachsen. Er enthält Cumarin (also nicht zuviel davon essen!) und als Kind glaubte ich, man könne ihn ausschließlich für gruselige Bowle benutzen. Aber neee, Waldmeister macht sich auch gut in der Torte! Wenn man Kuchen in zartem gruselgrün mag! Aber von vorne. Neulich blätterte ich gemütlich bei einer Tasse Tee durch die neue Living at home. Zwischen mir und der hellgrünen Torte – das war Liebe auf den ersten Blick. Und so kaufte ich Erdbeeren und vergaß die Sahne (weil ich Rezepe nie bis zum Ende lese, ihr kennt das) und naschte zwei Tage lang von den Erdbeeren, stets mit der Absicht, endlich die erforderliche Sahne zu kaufen. Und irgendwann kaufte ich Marmeladenwunderzucker und das Ende der Geschichte kennt ihr auch.

Da aber meine Schwiegermutter Geburtstag hatte, kaufte ich erst die Sahne und DANN die Erdbeeren und siehe da – die Torte war schneller gemacht, als ihr bis zehn zählen könnt. Oder sagen wir … bis 748.

Ich habe dazu knapp 200g Frischkäse, 200g Butterkekse, 100g Butter, ein Päckchen grüne Götterspeise, ein Päckchen Vanillezucker, 80g Zucker, 5 Löffel Zitronensaft (in Ermangelung einer Limette) 250g Erdbeeren und stolze 400ml Sahne verwendet.

Für den Boden werden die Butterkekse zerbröselt (ich habe nebenbei telefoniert und meine Mutter mit dem Geklopfe angeblich schrecklich genervt, dabei saß sie erheblich weiter von meinem Küchentisch weg als ich…) und mit der verflüssigten Butter gemischt. Die Bröselmasse kommt in eine mit Backpapier ausgelegte Springform und wird dort gleichmäßig verteilt und angedrückt. Im Kühlschrank harrt der Boden dann der Dinge, die da kommen.

Der Frischkäse wird mit dem Zitronensaft vermischt. Die Götterspeise löst man in 200 ml Wasser auf, lässt den grünen Zaubertrank 10 Minuten quellen, gibt 80g Zucker hinzu und erwärmt das Ganze (ich habe es für 30 Sekunden in die Mikrowelle gestellt, weil nirgends stand, wie lange es wie warm sein soll, hat aber funktioniert). Die grüne Flüssigkeit gibt man zum Frischkäse und verrührt es mit dem Handrührer und dem Vanillezucker, bis es eine gleichmäßige, hellgrüne Masse geworden ist. Die muss dann für etwa 20 Minuten in den Kühlschrank, bis sie beginnt, fest zu werden (zu gelieren). In der Zwischenzeit habe ich die Erdbeeren gewaschen und klein gewürfelt. Wenn die Masse beginnt, fest zu werden, schlägt man die Sahne steif und hebt sie mit den Erdbeerwürfeln darunter. Zum Schluss wird alles auf den Bröselboden gegeben und glatt gestrichen. Über Nacht „backt“ die Torte im Kühlschrank und am anderen Tag kann man sie mit ein paar frischen Erdbeeren garnieren. Oder mit Schokoraspel. Oder Minzeblättchen. Oder oder oder.

Und das beste ist – die ganze Bodenseeregion ist voll mit Erdbeerfeldern! Ich werde Euch die nächsten Wochen also noch gründlich mit Erdbeerrezepten beglücken.

Und vielleicht finde ich auch mal noch echten Waldmeister. Dann nennt mich Holla. Holla, die Waldmeisterfee.

 

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