Muttertag-und-Vater-und-Familien-Tag

Wer nicht grade blind durchs Leben läuft, wird an allen Ecken dran erinnert – „Am 10. Mai ist Muttertag!“ Ich persönlich habe ja ein ausgesprochen ambivalentes Verhältnis zu diesem „Feiertag“. Dieses wir-kümmern-uns-einen-Tag-lang-um-Mama-und-schenken-ihr-überteuerte-Blumen-Gedöns ist einfach nicht meins. Ich sehe es jetzt seit drei Jahren ja nicht mehr nur aus Tochter-, sondern auch aus Muttersicht. Und auch wenn das Fräulein mich noch nicht mit selbstgebastelten Herzen aus Pfeifenreinigern beglückt, so ahne ich schon, dass es mir auch in Zukunft lieber ist, wenn sie mich das ganze Jahr über gleichmäßig liebt und nicht an einem Tag ganz besonders.

Upcycling: Dose wird zum Geschenk für den Muttertag

Aaaaaber: So ganz an dem Thema vorbei kommen wir ja doch nicht. Und deshalb haben wir den Muttertag in einen „Wir-haben-uns-alle-lieb-Tag“ verwandelt und so gibt’s auch für Herrn Venus und das Tochterkind eine Klitzekleinigkeit.

Selbstgemachte Schoko-Crunchies zum Muttertag

Glas und Dose

Was verschenken wir zum Muttertag?

Pralinen sind nun nix, was meine Mama irgendwie glücklich machen würde, jedenfalls keine „von der Stange“. Aber selbstgemachte Schoko-Knusperberge? Vielleicht schon eher.

Ich habe dazu zwei Handvoll (sorry für die ungenauen Mengenangaben, probiert’s einfach aus, das kann eigentlich nicht schief gehen) ungezuckerte Bio-Cornflakes, einen Esslöffel gehackte Pistazien, drei Esslöffel Mandelsplitter und 200 g geschmolzene dunkle Kuvertüre vermischt und mit zwei Teelöffeln in kleinen Portionen auf ein Backpapier zum Trocknen gesetzt. Damit ein bisschen Farbe ins Spiel kommt, habe ich kleine bunte Zuckerperlen auf die nasse Masse gestreut. Goldflitter könnte ich mir auch sehr gut vorstellen, dann sieht das ganze noch ein bisschen schicker aus. (Aber wir wollten nicht schick, sondern quick and dirty).

Die Schokoberge müssen kurz trocknen

Alles Liebe zum Muttertag

Die Verpackung ist ein klassischer Fall von Upcycling. Der hohe Becher beheimatete vormals Gelee-Ostereier. Ich habe ihm aus grauem Karton einen neuen Mantel verpasst, den Deckel und die Seite mit Washi-Tape verschönert und fertig ist die Wurst. Das Glas ist ein normales Schraubglas aus dem Konservenregal. Auf dem Deckel klebt schwarzes Seidenpapier, der Rest ist offensichtlich. Sobald die Schokoberge fest geworden sind, lassen sie sich so hübsch verpacken und verschenken und damit ist das Muttertags-ich-hab-Euch-alle-lieb-Mitbringsel etwas ganz Persönliches geworden. Und der Gärtner kann sein teures Grünzeug einfach behalten. 🙂

Detailansicht Becher

Schwarz und weiß - Geschenke in neutralen Farben

Mit Washi-Tape lässt sich viel machen

 

PS: Wir reden in zwei Jahren nochmal. Vermutlich werde ich Tränen der Rührung vergießen, wenn mir das Fräulein Herzen aus Pfeifenreiniger am Muttertag überreicht. Ich werde sie horten und hegen und sie in einer Kiste bis ans Ende meines Lebens aufbewahren. Aber bis dahin versetzen mich Szenen wie die gestern morgen noch in Schockstarre: Ich befinde mich im Bad und verscheuche die Knitterfalten der Nacht, der selbst die Dusche nichts anhaben konnten. Während ich so ungestört und in Ruhe mit der Creme hantiere, wird mir bewusst, dass ich UNGESTÖRT und IN RUHE … ich rufe misstrauisch „Hannah, was machst Du denn eigentlich grade?“ Die Antwort lässt mich die Knitterfalten vergessen: „Ich tu da so kleben!“

Immer wieder erstaunlich, was Adrenalin so leistet. Ich spurte in Lichtgeschwindigkeit ins Kinderzimmer und sehe das Kind mit einer offenen (!) Tube Alleskleber (!!!) in ihrer Kinderküche hantieren. Ich hatte die doch glatt in einer Kiste mit Spielzeug vergessen, als wir am Bodensee schnell alles zusammen gepackt haben. Ist also ganz allein Mamas Schuld. Das Kind guckt mich mit großen Augen an. „WAS HAST DU DENN DAMIT GEMACHT“ frage ich panischer als nötig. „So geklebt!“ sagt das Fräulein. „WO DENN???“ will ich wissen. Sie zeigt mit ihrem Arm in alle Himmelsrichtungen und kommentiert „Da und da und da.“

(Ich habe übrigens nichts Klebriges irgendwo gefunden. Vermutlich habe ich einfach zufällig im richtigen Moment geguckt. Sollten Sie aber hier nichts mehr von mir hören, dann wäre es nett, wenn Sie Geduld mit mir haben. Ich klebe dann vermutlich am Kleiderschrank des Fräuleins und komme ein bisschen später wieder. Muttertag 2016 müsste ich schaffen.)

EDIT: Und übrigensübrigens: Was dann aus dem Muttertag wurde, lest ihr hier.

Ein paar Zuckerstreusel bringen Farbe ins Spiel

Mit den Schoko-Crossies habe ich einen Pin abgehakt, der schon länger in meinem Kopf herumschwirrt, die Idee ist nämlich von hier. Also reihe ich mich in Mai-Ausgabe der tollen Aktion „one pin a week“ von Lillesol und Pelle ein, wo es übrigens eine irre Eulenparty zu bestaunen gibt.

Ich beteilige mich außerdem am Creadienstag, www.creadienstag.de

und beim Upcycling-Dienstag

Von Zepideh,

sowie bei der Linkparty von www.pamelopee.blogspot.de

3 Antworten auf „Muttertag-und-Vater-und-Familien-Tag“

  1. Das mit dem „jeden Tag ein bisschen lieb sein“ stimmt natürlich und oft machen auch die kleinen Mitbringsel und Überraschungsnettigkeiten ohne Anlass am meisten Freude, aber weil die Mama eben doch so viel für einen tut, hat sie sich an diesem Tag einfach noch etwas extra verdient. 😉 Schokocrossies als Pralinengeschenk finde ich toll – ich mag die Gekauften auch nicht so gerne – und die Verpackung zu recyceln gefällt mir auch sehr!
    Liebe Grüße,
    Sarah

    1. Hallo Sarah, wie gesagt, vielleicht ändere ich meine Meinung, wenn die Kleine eine Große geworden ist auch. Ich freue mich ja jetzt schon wie irre, wenn sie mir einen Blumenstrauß auf der Wiese … rupft. 😉 Ich freu mich jedenfalls, dass Dir meine Ideen gefallen haben!

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