Ein Muttertag in Retrospektive

Muttertag! Wir wissen ja alle, wie das abläuft: Die Eltern schlafen aus, das Kind hat dafür total Verständnis und beschäftigt sich bis mindestens halb neun leise und selbst. 

Nach einem von Blumen gekrönten Überraschungsfrühstück wird Mama mittags bekocht oder ausgeführt, die Sonne scheint, ein gemeinsamer Spaziergang setzt dem Sonntag die Krone auf. Und natürlich läuft das bei allen genau so ab. Nur nicht im Hause Venus. 

Wollt ihr wissen, was wirklich geschah? Ich sag mal so: Gut, dass ich sowieso kein Muttertagsfan bin. Das Kind wurde um halb acht von einem Hustenanfall wach und verkündete: „Meine Nase muss man au putzen, die Rotze läuft!“ Und leider war sie nicht die einzige. Schon beim Frühstück war klar – irgendwie sind wir alle nicht fit. Das Spargelessen bei meinen Eltern musste dann tatsächlich geopfert werden, weil wir innerhalb von kürzester Zeit zu niesenden und schniefenden Kopfschmerz-Zombies wurden, während das Kind scheinbar parallel dazu wieder fit wurde (denkbar ungünstige Kombination). Der Spargel wurde uns frei Haus geliefert (Essen auf Rädern. Yay.) und wir verkrümelten uns danach erstmal auf die Couch. Irgendwann drohte dann aber doch der Hüttenkoller und so beschlossen wir, das schöne Wetter wenigstens vom Auto aus zu genießen. Während der Fahrt beschloss meine Nase hingegen, einfach mal komplett auszufallen. Nichts ging mehr, nicht rein, nicht raus. Nach Spazierengehen war mir auch nicht mehr, weil schon Ein- und Aussteigen Herzrasen verursachte (was aber zum Essen auf Rädern ganz gut passte. Wie alt bin ich gleich?).

Lediglich die Fahrt mit des Gatten Bienenanhänger am Abend wollte ich begleiten, damit der Arme nicht allein durch die Nacht fahren muss. Wir packten also unser nimmermüdes Kind ein und Proviant und holten die Bienen ab. Es wäre auch alles gut gegangen, hätte der Anhänger beim Abhängen nicht einen Satz gemacht, den Deichsel gut einen Meter in die Höhe gereckt und wäre so schief gestanden, dass die 20 Kästen fast heruntergepurzelt wären. Und wäre das Gras nicht so nass und die Wiese nicht so uneben gewesen und die Umgebung nicht so dunkel, hätte ich auch eher mitbekommen, dass der Anhänger kurze Zeit später plötzlich trotz angezogener Bremse auf mich zurollt, während ich dahinter kniee und die Stützen kontrolliere. Und hätte ich nicht noch ganz schnell einen Satz zur Seite ins Gras gemacht … nun ja. Es ist nix passiert. Aber ich brauch sowas nicht nochmal.

Und als wäre das nicht genug, begann es mich irgendwann verdächtig zu frösteln. Ein prüfender Griff an die Stirn: Ich war ein Glühwürmchen. Weil das Kind vor lauter action dann auch noch völlig verpeilt war, musste ich auf dem Heimweg auf der Rückbank bei ihr sitzen, wo mir übel wurde. Wir kamen wohlbehalten daheim an, ich wackelte unter die Dusche und hatte mit dem Tag wirklich wirklich abgeschlossen … als der Gatte verkündete, das Kind habe sich eine Zecke eingefangen.

Muttertag. Ich sag’s Euch. Wegen mir kann man den abschaffen. (Es ist niemandem etwas passiert, die Zecke hatte noch nicht gebissen und heute morgen ging’s mir schon erstaunlich besser.)

Dafür gab’s am Samstag meine persönliche Versöhnung mit dem Flammkuchendesaster vom Vortag. Ich habe den Flammkuchenbelag wie gehabt aus Schmand und Kräuterfrischkäse zusammengerührt und dann auf dem Flammkuchenteig verteilt. Obendrauf legte ich diesmal grünen Spargel, den ich mittig der Länge nach halbiert hatte. Der Flammkuchen backt etwa 15 Minuten bei 220 Grad Ober-/Unterhitze und schmeckte wirklich ausgezeichnet. Dazu gab es einen Couscous-Salat mit Zucchini und Tomate.

PS: Danke übrigens für Eure vielfältigen Hinweise, dass man Rhabarber keinesfalls ohne Zucker genießen könne. Jap. Hab ich getestet, kann ich bestätigen.

 

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