„Ich will ein Bild malen!“

Diesen Satz habe ich von unserer Tochter noch nicht allzu oft gehört. Aber was tut man, wenn man schnieft und hustet und zu quasi gar nichts Lust hat, was den Gang an die Süßkram-Schublade metermäßig übertreffen würde? Man überlegt, womit man das Kind sinnvoll und möglichst still beschäftigen kann. Und wenn es schon mal den Wunsch nach kreativem Werk äußert, ich wäre ja nicht ich, würde ich da nein sagen.

Ich habe also kurz mein Pinterest-Board befragt (Heilsbringer bei ganz vielen Problemen und gleichzeitig Grund voller Wäschekörbe und unausgeräumter Spülmaschinen, btw.) und bin auf das hier gestoßen. Farbe haben wir genug, Leinwand auch, Pinsel sowieso.

Es hat großen Spaß gemacht, dem Tochterkind beim Werkeln zuzugucken. Erst tupfte sie den Pinsel nur sehr zaghaft in die gelbe Farbe, am Schluss hätte sie voller Elan am liebsten das gesamte Bild, den Tisch, den Hochstuhl und die assistierende Mutter mit der mittlerweile zu einem unkenntlichen Braun zusammengerührten Farbkombination bedacht.

Ich hatte die Leinwand vorher mit Tesastreifen abgeklebt und dann die Farbe ein bisschen antrocknen lassen. Wie durch Zauberhand tauhte die Schrift „I (Herz) Papa“ nach dem Abziehen der Kleber auf. Der Papa bekam das Kunstwerk natürlich nicht zum Vatertag, sondern einfach sofort überreicht. Erstens finden wir den Vatertag grad so unwichtig wie den Muttertag und zweitens erzählt das Kind seit dem ersten künstlerischen Werk von nichts anderem mehr, als vom „Bild für Papa“. Das Konzept „überraschen und geheimhalten“ ist nicht kompatibel mit dem Temperament einer Zweieinhalbjährigen. Die übrigens ist aus der „Mit-dem-Kopf-durch-die-Wand-Phase“ immer noch nicht raus. Dauert wohl auch noch, aber wir gewöhnen uns dran. Dafür überrascht sie uns fast täglich mit neuen Weisheiten. Als ich mir am Wochenende eine wasserlösliche Schmerztablette angerührt hatte, stand sie neben mir und wollte „des da auch probieren“. Ich erklärte ihr, dass das Arznei ist und nichts für Kinder. Und dass das außerdem überhaupt nicht schmeckt. Ihr Ratschlag: „Iiih. Dann trink doch lieber Kaffee.“ Was wäre ich nur ohne mein kluges Mädchen.

Mit diesem Beitrag beteilige ich mich beim creadienstag, bei one pin a week von Lillesol und Pelle und bei kiddikram.

 

2 Antworten auf „„Ich will ein Bild malen!““

    1. Ich fürchte, Wasserfarbe würde auf einer Leinwand unter den Kleber laufen. Acrylfarbe ist zäher. Aber auf Papier geht es bestimmt! Musst halt Klebestreifen nehmen, die sich dann wieder rückstandsfrei lösen lassen. Liebe Grüße!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.