Gemeckert wird nicht!

Aus Gründen (weil mein Instagram- und Facebookfeed grad voll damit ist) möchte ich heute eine Lanze für das Wetter brechen. Alle Welt meckert. „Gar kein Sommer.“ „Viel zu nasskalt“. „Immer nur Regen“. „Dicke Jacke“ „Gibt’s bald Lebkuchen?“

Ja, es nieselt. Nein, es ist nicht sommerlich warm. Aber abgesehen davon, dass ich dieses Wetter mag und große Hitze eher verabscheue – hat sich das Wetter schon irgendwann mal geändert, wenn man nur lange genug gemeckert hat? Nein! Aber meine Laune ändert sich, wenn ich den ganzen Tag nur am Mosern bin. Und deswegen – lass ich’s. Hat das Wetter vielleicht das Recht, zu entscheiden, ob meine Tage gut oder schlecht sind? Wär ja noch schöner. Im Gegenteil – ich habe heute morgen eine der schönsten Wanderungen der letzten Zeit erlebt. Wir haben dem Wetter getrotzt und sind einfach losgelaufen, haben feste Schuhe und winddichte Jacken angezogen (die einzige Gelegenheit, bei der Funktionskleidung getragen werden sollte einseinself!) und Natur genossen.

Das bisschen Nieselregen, das mal ganz kurz von oben kam, hat uns überhaupt nicht gestört. Stattdessen haben wir gute Gespräche, tolle Ausblicke und Natur pur erlebt. Vorbei an wogenden Dinkel- und Gerstenfeldern, hinein in den dunklen Wald, über lichtdurchflutete Lichtungen wieder auf Blumenwiesen zurück, vorbei an Feldkreuzen und hunderten Weinbergschnecken. Wir haben zehn Kilometer in zweieinhalb Stunden bewältigt und nicht nur das – das Unterwegssein, immer nach vorne, um die nächste Kurve bis zum nächsten Schild, das gleichmäßige Vorankommen macht etwas mit der Seele. Ich bin angenehm körperlich müde, mit geschärften Sinnen (und einem Ziepen in den Muskeln bauchnabelabwärts) nach Hause gekommen und das Wetter … ist mir so egal wie noch was. Der Wandersommer fängt ja grade erst an. In diesem Sinne – raus mit Euch, ab aufs Feld.

PS: Lebkuchen wären jetzt trotzdem nicht schlecht. Aber vorfreuen darf man sich ja. Und weil der Moment mit der grandiosen Aussicht wirklich toll war, reih ich mich bei den Glücksmomenten von Pia ( http://www.daily-pia.de/2015/06/22/taufglueck-gluemo-262015/ ) ein. 

4 Antworten auf „Gemeckert wird nicht!“

  1. Mir war das Wetter in der letzten Zeit auch ganz recht. 🙂
    Ich finde, es hat auch was für sich, wenn man sich abends mal wieder ein bisschen in die Decken kuscheln mag und wenn man das Kind nicht 100x am Tag umzieht, weil man nie weiß, wie es jetzt passt (früh ist es kühl, dann wird es etwas wärmer, irgendwann Affenhitze etc.)
    Die einzigen Monate, die mich persönlich ziemlich stressen sind der Januar und der Februar. Klar, es bringt zwar auch nichts DARÜBER zu jammern, aber da ich so schlimmen Vitamin D-Mangel habe, ist das zumindest eine Erklärung, warum mir das immer so zusetzt.

  2. Du hast ja völlig Recht was das Meckern angeht, wobei ich zugeben muss, dass ich heute auch ein kleines bisschen über das Wetter gemeckert habe (es hat aber nicht nur genieselt, sondern ständig anfallartig wie aus Kübeln geschüttet, wenn ich das als Ausrede benutzen darf 😉 ).

    Die Landschaft auf den Fotos ist wirklich großartig. Ich finde ja es gibt nichts Besseres für die Seele als die Natur. Glücklicherweise habe ich ein Pferd und verbringe schon alleine deswegen eigentlich jeden Tag mehrere Stunden im Freien. Und Wandern liebe ich auch.

    1. Ich habe mir auch gedacht, so’n Hund wär natürlich schon ein guter Grund, jeden Tag raus zu gehen. Aber wenn ich dann die Gassigeheer sehe, die auch im strömenden Regen übers Feld latschen … och … ALLES muss ich dann doch nicht haben. 😉 Ja, die Schwäbische Alb ist ein Paradies. Wo kommst Du denn her, wenn ich fragen darf? 😉
      Liebe Grüße!

  3. Ich komme vom Rand des Nordschwarzwalds, wohne so ca. 40 Kilometer westlich von Stuttgart im Enzkreis. Da ist es direkt nicht ganz so schön wie auf der Schwäbischen Alb, da etwas dicht bebaut und nah der Autobahn, aber man ist ratzfatz an allen möglichen schönen baden-württembergischen Ecken 😉

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