Geflochtener Hefekranz für die Ostertafel

Hefekranz mit Osterei

Spätestens wenn man ein Kind hat, sollte man aufhören, großartig zu planen. Denn Kinder sind meistens die perfekten Plandurchkreuzer und Strichedurchdierechnungmacher. Womit ich jetzt indirekt bewiesen hätte, dass in jedem Mann ein Kind steckt. Denn heute ist es aunahmsweise nicht die kleine Miss, die meinen Tag durcheinanderbringt, sondern der Herzmann. Den hat nämlich quasi über Nacht die Rüsselpest heimgesucht und zwar so heftig, dass er bisher den Tag in der Horizontalen verbracht hat. Das an sich ist schon blöd genug, aber noch blöder ist, dass wir ab morgen im Feiermarathon sind, denn sowohl mein Geburtstag als auch seiner finden in den nächsten beiden Tagen statt. (Jetzt denkt mal nach. 😉 ) Und natürlich ist das Haus voller Leute. Willkommen in Rotzingen.

Detail vom Hefekranz

Das Kind ist heute den zweiten Tag in Folge aus der Schusslinie genommen und bespaßt die Oma. Ich fühle mich bislang fit und bereite vor für morgen, was ich kann. Und in der Zeit dazwischen (die ich eigentlich nicht habe), backe ich. Therapeutisch, wohl.

Hagelzucker gehört auf die Kränze

Auch die Osterglocken blühen im Garten

Geflochtener Hefekranz für die Ostertafel

In der neuen Living at home ist mir ein Rezept für Osterkränze aus Hefeteig ins Auge gestochen, das ich unbedingt ausprobieren wollte. Ihr macht Euren Lieblingshefeteig für Süßes, hier wurde auf ein halbes Kilo Mehl 80 Gramm Butter und 80 Gramm Zucker gegeben. Wenn der Teig gegangen ist, teilt ihr ihn durch vier. Aus jedem Viertel werden drei Stränge geformt, die etwa gleich lang und dick sein sollten. Die drei Teignudeln werden zu Zöpfen geflochten, zu Ringen geschlossen und die Enden werden zusammengedrückt. Ich habe sie mit Eigelb bestrichen, Mandelplättchen und Hagelzucker darauf gestreut und sie bei 180 Grad etwa 20 Minuten gebacken. Ein gefärbtes Ei in die Mitte gesetzt macht aus einem Hefekranz ruckzuck ein Nest.

Ich hoffe, dass der Duft nach Hefekranz den Herrn des Hauses doch noch vom Krankenlager lockt. Ansonsten wird das morgen wohl eine One-birthday-woman-show.

Fertiger Hefekranz zu Ostern

Daumen drücken, ja?

Heute morgen übrigens im Supermarkt meines Vertrauens beschlich mich ein ungeheurer Verdacht. Es muss das organisierte Gebrechen sein. Ich könnte wetten, unter Rentnern gibt es Geheimbünde, die sich verschwören, dem Rest der Konsumentenwelt das Leben zur Hölle zu machen. Das Leben am Donnerstagmorgen im Supermarkt. Sicher gibt es eine Seniorenwhatsapp-Gruppe, die sich Nachrichten schickt wie folgende:

 

„Liebe Ü-60er, liebe Mitsenioren,

auch am heutigen Donnerstag ist es wieder soweit – wir treffen uns zu unserer wöchentlichen Diskussionsrunde mit dem Thema „Wie entschleunige ich andere, oder: Stand-in zwischen Knäckebrot und Vollwertnudeln“. Wir treffen uns ab neun Uhr im hiesigen Supermarkt beim Tiefkühlspinat. Nachdem uns Gruppenleiter Walter begrüßt hat, verteilen wir uns zu lockeren Grüppchen in die Gänge. Wichtig: Jeder sollte einen eigenen Einkaufswagen mit sich führen, um das Raumangebot für Außenstehende möglichst klein zu halten. An der Engstelle zwischen dem Aufsteller mit den Osterbackförmchen und dem Roggenmehl spricht Gertrud über ihre letzte Missionsreise nach Tansania vor 26 Jahren. Zwischen Klopapier und Waschmittel finden sich Interessierte zu Werners Reha-Aufenthalt ein. Denkt daran: Wer ausweicht, räumt der Hektik zu viel Platz ein. Also bewahrt Ruhe, auch wenn das Aufkommen an gestressten, blonden Frauen zunimmt. Nutzt Gehstöcke und Rollatoren, wenn ihr habt, um Euren angestammten Platz zu verteidigen. Und lasst Euch bitte Zeit: Die Vorträge beginnen gegen zehn Uhr und dauern bis gegen 16 Uhr. Selbstverständlich wird Walter die muntere Runde mit Butterbrezeln versorgen. Ich bitte um zahlreiches Erscheinen.

Ich freue mich auf Euch, Euer Karl-Heinz“

Und ich? Ich gebe mich dem Duft von frischem Hefegebäck hin. Und versuche, das letzte bisschen Geduld für die aufopferungsvolle Pflege des Ärmsten zu sparen.

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