Chaos im Kinderzimmer adé? Ein Versuch.

Unser Kinderzimmer liegt ziemlich genau in der Mitte der Wohnung, am langen Flur, der alle Zimmer miteinander verbindet. Ich komme an der Tür vorbei, wenn ich von der Küche ins Schlafzimmer oder vom Bad ins Esszimmer gehe. Und automatisch fällt mein Blick jedes Mal hinein. Ich weiß es sehr zu schätzen, dass Hannah sich gut mit sich selbst beschäftigen kann. Sie kann über Stunden malen, Bilderbücher angucken oder in ihrer Küche werkeln. Was sie aber (noch) nicht kann, ist aufräumen. Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass im Kinderzimmer auch mal Chaos herrschen darf. Dass sie völlig im Spiel versunken auch mal inmitten von Memorykarten und aufgeschlagenen Büchern auf einem Teppich sitzen darf, dessen Farbe man unter dem ganzen Zeug kaum noch erkennt. Nur stelle ich oft fest, dass sie von der Menge an Spielzeug, das sie sich selbst holen kann, ein bisschen überfordert ist. Und natürlich bin ich da nicht unschuldig, denn den Überfluss an ZEUG haben hauptsächlich wir Eltern zu verantworten. Schuldig im Sinne der Anklage. So sieht es leider nicht immer aus im Kinderzimmer

Diese beiden Faktoren, das Gefühl, sie sei von der Menge erschlagen und das Chaos, das jeden Tag entsteht, haben mich auf eine Idee gebracht, die ich möglichst bald umsetzen möchte.

Das reduzierte Kinderzimmer

Gemeinsam mit Hannah werden wir zehn Dinge aussuchen, mit denen sie spielen möchte. Ein „Ding“ ist zum Beispiel eine Puppe mit allem, was sie anhat, ein Malbuch mit einer Hand voll Stifte, und so weiter. Diese zehn Dinge kommen in die Spielbox, die wir irgendwo in der Ecke abstellen und aus der sie sich bedienen kann. Alles andere werden wir gemeinsam in andere Schachteln verräumen und für sie unzugänglich lagern. Ich verspreche mir davon positive Effekte: Sie wird sich auf ihr Spiel besser konzentrieren können, weil sie nicht von allen anderen Möglichkeiten abgelenkt wird, das Chaos wird kleiner, weil wir (in der Theorie) abends nur zehn Dinge wieder in eine Box werfen müssen, das Spielzeug, das wir wegräumen, wird bis in vier Wochen wieder spannend sein. Denn, das ist der weitere Plan, wir werden Ende Mai die Kiste wieder zur Debatte stellen und sie darf entscheiden, ob und was von den zehn Dingen gegen andere ausgetauscht wird. Ob sich die Zahl zehn bewährt oder ob es mit weniger Spielsachen noch besser funktionieren würde – ich werde das beobachten.

Ein Selbstversuch für mehr Ordnung im Kinderzimmer

Alles in allem soll das – bevor jemand auf die Idee kommt – keine Strafe oder Restriktion für das Kind sein. Ich nehme ihr nichts weg, womit sie wirklich täglich gerne spielt. Auch ihr Bücherregal wird so gut bestückt bleiben, wie es jetzt ist. Ich wünsche mir nur einfach, dass die Freude am Spiel zunimmt, dass sie schätzt, was sie hat und womit sie spielt. Für welche Spielsachen sie sich entscheidet und wie es so läuft – ich halte Euch auf dem Laufenden!

Wie handhabt ihr das mit dem Chaos im Kinderzimmer? Räumen Eure Kids wieder auf? Räumen die Mamas alleine auf? Täglich? Erzählt es mir, ich bin wirklich gespannt!

So sieht es übrigens aus, wenn es perfekt aufgeräumt ist. Also quasi nie.

 

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