Pizza, Pasta, Klopapier – Dinge, die uns glücklich machen!

Hand hoch, wer hat schon mal im Restaurant einen Espresso aufs Haus bekommen? Kennt ihr? OK, und wer hat schon mal einen Grappa bei seinem Lieblingsitaliener nach dem Essen als nette Geste des Chefs serviert bekommen? Nix Ungewöhnliches?
Na schön. Dann jetzt die Einhunderttausend-Euro-Frage: Wer hat schon mal nach dem Genuss von Pizza und Pasta eine Rolle Klopapier mit nach Hause bekommen von der Chefin des Hauses? Na? NA?

Ich verrat’s Euch. WIIIIIR!

Und das kam so: Gestern waren wir mit Freunden beim Italiener. Nach reichlich Bruschetta, Pizza, Pasta, Steak und Fisch vermeldete das Kind ein dringendes Bedürfnis. Wir suchten also die Toilette auf. Als die Tür des Damenklos hinter uns ins Schloss fiel, schluckte mein Kind plötzlich trocken und starrte auf die Ablage hinter der Toilette. „Mama“, rief sie und die Aufregung verschlug ihr fast die Sprache, „guck mal, da!“

Die kleine Hand zeigte an die Wand und ich vermutete eine offene Schleuse in eine andere Zeit, einen Wasserschaden in der Wand, mindestens aber eine veritable Riesenspinne auf den Fliesen. Aber nein. Das kindliche Auge hatte scannergleich das Objekt der Begierde ausgemacht, das in unserem Haushalt noch fehlt.

EINHORN-REGENBOGEN-KLOPAPIER. ZWEI ROLLEN.

Ich überlegte ganz kurz (wirklich nur ganz kurz), ob wir eine Rolle einfach … aber geklaut wird grundsätzlich nicht. Und wie bitteschön hätte es ausgesehen, wenn ich quer durchs Lokal gegangen wäre, das Kind an der einen und eine Rolle geklautes Klopapier in der anderen Hand?

Also taten wir das, was normale Menschen tun – wir fragten die Bedienung nach der Herkunft ihres Klopapiers. Die war einerseits völlig verblüfft über die Frage (verstehe ich gar nicht) und andererseits damit überfordert. Sie brachte unser Anliegen aber bei der Chefin vor, die aus der Küche geholt wurde. Und die brach in schallendes Lachen aus und fand uns so süß, dass sie in ihre Vorratskammer eilte und dem in diesem Moment sicher glücklichsten Kind der Welt eine Rolle Einhorn-Regenbogen-Klopapier schenkte.

Sollte irgendjemand von Euch gestern Abend bei einem Italiener zu Gast gewesen sein und ein Kind bemerkt haben, das verzückt mit einer Rolle Klopapier schmuste („Mama, das riecht nach Vanille!“) – das waren wir.

Womit wir irgendwie wieder beim gestrigen Post wären – unser Kind mag reichlich Spielsachen haben, bei Oma und Opa verwöhnt werden und auch sonst keinen Mangel kennen. Trotzdem macht es mich sehr glücklich, dass es sich über solche Kleinigkeiten und Gesten so sehr freuen kann.

Ach ja. Warum wir das Klopapier überhaupt so dringend haben mussten? Ich hatte die Vierjährige neulich gefragt, was denn das Motto für ihren Geburtstag im November sein soll. Wie aus der Pistole geschossen sagte sie: „Ich wünsche mir nichts außer einem Prinzessin-Regenbogen-Einhorn-Geburtstag“. Wenn’s sonst nichts ist? Das Klopapier dafür haben wir immerhin schon.

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