…Schlaftablette zu Hause. Sie ist schwarz, rechteckig, zum Runterschlucken definitv zu groß und steht im Wohnzimmer.
Zu ihr gehört eine Fernbedinung, so dass man sich bei der Wahl des Einschlafprogramms nicht die Mühe machen muss, von der kuschligen Couch aufzustehen, was beim Einschlafen ohnehin kontraproduktiv wäre.
Ich kann tun was ich will. Mich zu wehren hat keinen Zweck. Sobald ich die Schlaftablette einschalte, dauert es noch 15 Minuten und ich befinde mich in seeligem Tiefschlaf. Nie kann ich einen Krimi zu Ende sehen. Nie eine Serie gucken, die nach 21 Uhr erst anfängt. Nie nie nie. Der Ablauf ist immer der selbe. Ich begebe mich in die Horizontale. Ziehe die Decke immer höher. Rutsche immer tiefer in die Kissen. Bette mein Haupt auf ein Kissen. Versuche krampfhaft meine Augen offen zu halten. Gebe auf und denke mir, dass ein reines Hörspiel auch ganz spannend sein kann. Auf eben diesen Gedanken folgen noch geschätzte vier Millisekunden, in denen ich mich am Wachzustand festklammere. Dann bin ich eingepennt.
Wäre ich Single, könnte ich mein Schlafzimmer getrost verkaufen. Ich würde Nacht für Nacht auf der Couch schlafen. Hätte ich nicht einen Mann, der mich nach einer Stunde völlig verdrehten Liegens in unmöglichen Positionen sanft weckt und mich ins Bett bugsiert.
Das merkwürdige ist – wenn ich mich mit etwas völlig anderem beschäftige, lese, male, aufräume, werde ich nicht mal MÜDE! Es muss also an der Strahlung dieser Kiste liegen. Oder am Alter.
Miss Sixties!

Als ich dieses Kleid im Laden auf dem Bügel sah, war es Liebe auf den ersten Blick. Das ist jetzt schon ein paar Jahre her und es gehört für mich nach wie vor in die hall-of-fame meiner Frühlings-Sommer-Herbst-und-Winter-Kleider, weil man es prima kombinieren kann. Außerdem mag ich das graphische Muster und den Sixties-Look sehr gerne.


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Kleid: Chris, Strumpfhose: Esprit, Stiefel: Gabor, Shirt: H&M, Schal, Kette: ?

Sonne!
Und gute Laune! Obwohl ich hier viel zu tun hab! Aber gute Laune dabei! Und Sonne! Und – sagte ich schon? Gute Laune!
Das ist ein völlig sinnloser Blogeintrag! Ich wollte nur mal kundtun, dass ich gute Laune habe!
Nachts im Park…

…sind alle Katzen grau. Diese Erfahrung mussten wir heute auch machen. Der Tag im Büro war total verrückt und die Zeit verging wie im Flug. Draußen war es schon am Dämmern als die Fotos entstanden sind. Deswegen sehen die Farben heute auch… merkwürdig aus. Die Bluse ist blau-weiß-gestreift. Ehrlich.
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Bluse: H&M, Stiefel: Buffalo, Hose: Only, Gürtel: Esprit, Kette: Vom Künstlermarkt, Top: VeroModa

Es war wirklich ein langer und stressiger Tag heute, da darf man im Park nach Feierabend schon mal ein bisschen spinnen…
…und ja, ich war beim Frisör! 🙂
Monday, Monday, part III
Grade eben ist der Schredder kaputt gegangen. War ja klar, dass ICH mit einem Stapel Gedöns daneben stand, als das passiert ist.
Monday, Monday, part II
…es ging genauso weiter. Ein weiterer Kollege hatte Post vom Hauptzollamt bekommen und konnte nichts damit anfangen. Ich kenne die Schreiben dieser Institution mittlerweile ganz gut, da die öfter ins Haus flattern, ein solcher dreiseitiger Brief war mir allerdings neu und außer Rechtsanwalt und Geschmacksmuster verstand ich nur Bahnhof. Ich rief also dort an und nachdem ich dem skeptischen Herrn darlegen konnte, wie ich an den Brief meines Kollegen gekommen bin und dass ich mir sicher sei, dass es sich bei IHM um den richtigen Ansprechpartner handelt (“Der Brief ist von Ihnen. Doch. Von Ihrem Amt. Aber da steht es doch! AUSSERDEM HABE ICH DIE NUMMER ANGERUFEN, DIE AUF DEM ABSENDER STEHT, GLAUBEN SIE MIR DOCH, SIE SIND ZUSTÄNDIG!”), erklärte er mir, dass mein Kollege womöglich ein Plagiat erworben hätte und die Ware nun zur Überprüfung an den zuständigen Anwalt der Originalfirma geschickt wird. Wahrscheinlich bekomme er innerhalb von zehn Tagen Post und werde aufgefordert, der Vernichtung zuzustimmen. Ich teilte dem armen Besteller also die schlechten Nachrichten mit und der – lächelte gelassen. Ich solle mir keine Gedanken machen. Ihm habe das eh zu lange gedauert und so habe er die Ware EIN ZWEITES MAL dort bestellt.
Ich hoffe, er kann es stornieren. Ich arbeite im Irrenhaus. Ehrlich.
Monday, Monday…
Was für ein Wochenstart. Kaum fünf Minuten am Platz ruft ein Vermieter an wegen einer zu viel gelieferten Mülltonne, deren Abholung ich doch bitte veranlassen möge. Gleichzeitg werden zwei Mitarbeiter vermisst, deren Verbleib ich doch bitte ausfindig machen möge – einer hat verschlafen, der andere war auch auf dem Handy nicht erreichbar. Dann jedoch rief mich sein Mobiltelefon zurück, am anderen Ende der Leitung war indes nicht er, sondern die Ehefrau eines Kollegen
, die mir versicherte, sie habe keine Ahnung wo er stecke, ganz bestimmt kein Verhältnis mit ihm und ihre Telefonnummer nur angegeben, weil er auf einen Anruf von einem Makler gewartet habe und kein Deutsch könne. OK. Später stellte sich heraus, dass der Gute in Italien hängen geblieben ist und dort eine Grippe ausbrütet. Währenddessen wurde die Schlange an meinem helpdesk immer länger. Ich habe mit einem Ohr am Hörer und dem anderen beim Kollegen eine Nebenkostenabrechung durchgeblättert und eine Ratenzahlung veranlasst, nebenbei einen Stapel Überweisungen ausgefüllt und mir von einem Vermieter erklären lassen, wie unmöglich seine Mieter doch wären, hätten die am Wochenende doch glatt die Polizei geholt, nur weil er die “Sch**ße aus dem Keller” (da war ein Abflussrohr blockiert) mit Eimern auf den Rasen gekippt hatte und sich nicht dabei stoppen ließ. Und jetzt? Jetzt sitz ich hier mit einer nicht-enden-wollenden Liste. Der Eimer-Vermieter ist bockig, die Mieter grade eben dem Mieterschutzbund beigetreten und grade kam ein Mitarbeiter, der gerne wissen möchte, ob sein Englisches Testament in Deutschland im Fall des Falles Gültigkeit hätte und wenn nicht, ob ich ihn zum Notar begleiten könnte. Na klar.
Ihr seid doch alle so schlau! Wie wär’s wenn endlich einer das zeitlich limitierte Klonen erfände! Ich bräuchte mich die nächsten zwei Stunden doppelt! LOS JETZT!
Lebt denn der alte Holzmichel noch?

…wenn ja, vermisst er vielleicht dieses Flanell-Hemd? Ich würde es nur ungern wieder hergeben, ist nämlich ziemlich bequem. Meine letzte karierte-Hemden-sind-cool-Phase hatte ich mit 15 oder 16. Da wird’s mal wieder Zeit.
Die Bilder sind nach Feierabend entstanden auf dem Parkdeck gegenüber. Wie ihr seht, schien die Sonne. Fünf Minuten später platschte der Regen. So was nennt man Timing.


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Fotos zu machen ist irre anstrengend. Ehrlich. Da muss einem ein Päuschen schon vergönnt sein. 🙂
Schuhe: Buffalo, Leggings: Toxik3, Karohemd: VeroModa, Spaghetti-Top: VeroModa, Kette, Gürtel: ?, Armband: Bijou Brigitte, Tasche: Bree
Mr. Lohse from se deutsche Rörren-AG
Das Tolle an meinem Job ist ja, dass ich immer wieder neue Menschen kennen lernen darf.
Darunter sind mitunter schräge Vögel. Einen ebensolchen traf ich gestern. Seines Zeichens Vermieter.
Ein potentieller neuer Mitarbeiter war mit seiner Frau aus England angereist, um sich hier ein wenig umzusehen. Immerhin müsste die Gattin ihren Job aufgeben, das Eigenheim müsste verkauft und die vierjährigen Zwillinge ebenso nach good ol’ Germany umgetopft werden wie die Eltern. Da will man schon mal gucken, wie das da so ist. Wir haben also eifrig Häuser besichtigt und gestern Nachmittag auch eine riesige Wohnung in der Innenstadt.
Bereits am Telefon hatte mir Mr. Lohse gesagt, dass sein Englisch außerordentlich gut sei und dass er sich freue über die Gelegenheit einer sprachlichen Trainingseinheit.
Nun. Eine Trainingseinheit war es indes. Hauptsächlich für unsere Geduld.
Die Wohnungsbesichtigung begann mit der ausführlichen Erläuterung der Funktionsweise des Fahrstuhls. Dieser, man höre und staune, öffnet automatisch die Fronttür (“se … opening door”) und bewegt sich wie durch Magie in den richtigen Stock, wenn man nur den richtigen Knopf drückt (“sehr ju bress se batten of your stock and sen wi go ab”)
Natürlich ist so ein Aufzug heutzutage ein ungeheuer sicheres Transportmittel. Es gibt nämlich einen Alarmknopf. Sehr beruhigend. “Elliweiters kän bi verrrri dändscher…rus… wenn ju will be stop bei mistäik… ju don’t häff matsch… brihsing… brähsing…bries… air…” Wir schauten erwartungsgemäß erschrocken. Und er setzte noch einen drauf. “Juschulli… ju DON’T bress se batten wis se clock on!” (er meinte die Glocke)”Only in kehs ju nihd help!” (Ahso!) “Sen ju will häff after 20 seconds a connection to Stuttgart and samwon helps ju!” Es entstand eine Pause, in der er uns beifallheischend der Reihe nach ansah. Wir nickten begeistert, in der Annahme, der Mensch am Ende der Leitung in Stuttgart sei dann eigens für unser Entertainment zuständig, bis Hilfe kommt. Dolle Sache.
Die Wohnung war sehr groß und Herr Lohse ließ es sich nicht nehmen, in jedem Raum ein paar Besonderheiten hervorzuheben. “Hier we häff a wasching pleis. I told ju, sis apartment ist verri speschl.” Er grinste verschmitzt. (In der Tat, wer hat schon ein Handwaschbecken nebst Spiegel, gefliester Rückwand und Handtuchhalter im Wohnzimmer?) Wir gingen weiter in eine Art Wintergarten. “Sis is se Loggia. Ju no? Loggia. Itz itäliän. Ei spihk also italian verri well. LOGGIA! L-O-G-G-I-A! Wi kol it wintergarten Itz wie Kindergarten. Only wis a wi. a wi. ju no. a dabel… w.” Ich ergänzte: “Double u”. Er warf mir einen leicht empörten Blick zu. “Siss”, er drehte sich um seine eigene Achse und machte eine ausschweifende Armbewegung, “…was se room of se servant”. Das englische Paar schaute sich an. Unsicher, ob es wohl auf die Schnelle noch Hausangestellte auftreiben könnte, die im Wintergarten wohnen wollten. Herr Lohse verschränkte die Arme auf dem Rücken, schaute aus dem Fenster und wippte von den Ballen auf die Ferse und zurück. “Sehr ju kan sii a brandschutzmauer. Sis was verri popjula ..äh.. in…se past teim. When feiers wehr mohr popjula… feiers, ju no? Wis biiiig fleims. and hot. and… feiers halt. Wis sis … ma..äh…walls sei kept se feiers … in … se…only… behind. So däd not all se ährea was börned.” Die Engländer nickten und beeilten sich aus dem Zimmermädchenzimmer ins nächste Zimmer voranzugehen. Herr Lohse eilte hinterher, überholte beide und öffnete beinahe alle Türen eines Einbauschranks. “Siss, Lady, is for juh!” Er wurde ganz aufgeregt. “Siss is nämlich for se hausweif! You no, lady, in a big apartment ju häff to clihn everidei. For all wenn ju häff kids. Änd siss is se pleis for se brasches and se backets and se clihning ekwipment.” Frau Engländerin schaute zerknirscht, rang sich ein Lächeln ab und nickte.
Als wir fast durch waren und sich das Paar herzlich für seine Mühe bedankte und sein Englisch lobte, kamen wir noch ein wenig ins Plaudern. “Ju no… I was a bissnessmän in Sri Lanka.. Ei wörkt äss a fäschndiseiner for ten jihrs.. in Sria Lanka. Änd sen in Päris.” Wir drei schauten fast synchron auf den etwas fleckigen, hellgrauen Jersey-Pulli und weiter hinab auf die ausgebeulten Jeans. “Ser I hätt (!)”..(strenger Blick, erhobener Zeigefinger…”tu lörn se inglish längisch…guisch…guitsch. Änd ei also spihk itäliän. Änd nou eim lörning celtic. Bikors I reit a buk abaut se celts..celtics…celtic pipel. Änd ei häff tu dogs.” Wir bewegten uns unauffällig in Richtung der Ausgangstür. “I häff won of sem from Spain. It was a street dog”, führte er aus und zu mir gewandt “ganz toller Hund. Sehr schwierig. Aber ganz toll.” “Ju no, ei weik ab evvveri morning at feifsörti and go wis se dogs.” Die Engländer lächelten gequält und nickten. “Ei rrrekomend ju tu lörn se dscherman längwitsch. Ju are matsch more … welcomt if ju spihk dscherman wis se dschermens.” Wir bestiegen den Elliweiter und ich drückte schnell auf den EG-batten. “Ju no”, die Engländern nickten in Dauerschleife immer weiter, “wi häff only good parties hier in sis haus.” Der Engländer horchte auf. “Parties?” “NO, plihs, no loud parties hier! Sis propperti is kombeind wis bissness. Iff ju häff laut parties hier…” “Nein, ich glaube das war ein Missverständnis”, mischte ich mich ein. “Er hat Sie schon richtig verstanden. He means it’s a nice and quiet house.”
Alle drei schauten erschöpft. Wir schüttelten einander alle Hände und versprachen uns zu melden.
Herr Lohse blieb neben der Eingangstür stehen und winkte uns nach “Häff a neis day and a ..äh… come back!”
Der Engländer meinte trocken – “This was… very… educational.”
Irgendwie glaube ich nicht, dass die beiden Herrn Lohses nächste Mieter werden…










