Aus dem Leben einer Assistentin – “hilft ja alles nix.”

Das ist wohl der beste Ansatz. Wird schon werden. Ich ertappe mich dabei, wie ich anfange, mich mit dieser Firma noch mehr verwandt zu fühlen als bisher schon. Ich analysiere Abläufe und sehe die Möglichkeit, manches zu ändern und anzupassen, was mir bei der Zusammenarbeit mit Cheffe sinnvoll erscheint. Die erste Änderung, die ich ihm vorschlagen werde, ist ein kurzes meeting jeden Montag in seinem Büro. Da er nur eine ungefähre Ahnung von meiner Arbeit hat, versuche ich, ihn wenigstens einmal wöchentlich in die streng geheime Arbeit seiner Assistentin einzuweihen. Das hält ihn dann vielleicht auch davon ab, mich mit seinem Privatkram zu behelligen, weil er sieht, dass ich auch ohne die Organisation seiner Wohnungseinrichtung schon genug zu tun habe.
Ich werde also versuche, locker durch die Hose zu atmen. Und ich habe guten Grund dazu. Das Schöne ist ja, dass ich diverse Aufgaben erledigen KANN. Und wer unverzichtbar ist, zu dem sollte man (MANN) besser nett sein. Gelle?

Aus dem Leben einer Assistentin, Tag x …

… ist also heute gekommen.
Und die Stress-Welle schwappt mit einem lauten Krachen und ohrenbetäubendem Rauschen grade über mir zusammen…

Aus dem Leben einer Assistentin, Tag x -1

Welcher praxisferne, praktikable Lösungen verabscheuende, bürokratieverliebte Arsch hat sich denn bei seinem morgendlichen Toilettengang das hirnverbrannte Konzept der Zentralisierung ausgedacht?
Die Agentur für Arbeit hat die Vergabe einer Arbeitserlaubnis den einzelnen Agenturen vor Ort entzogen und sie einer Stelle in Duisburg aufs Auge gedrückt. Dort sitzen arme Schweine, deren Aufgabe es jetzt ist, Melonen durch ein Nadelöhr zu fädeln – aber ohne Kratzer.

Wer kann es denn als fortschrittlich empfinden, wenn die Arbeit von 100 Ameisen jetzt auf den Rücken von dreien gepackt wird, die unter der Last zusammenklappen und sich wochenlang in Rekonvaleszenz begeben?
Rien ne va plus.

Wer auch immer dafür verantwortlich zeichnet – die Damen und Herren, deren tägliche Pulsspitze wohl wahlweise beim beim Anspitzen eines Bleistifts, beim Nasebohren oder beim Gang zur Kaffeeküche auftritt, hätte ich mir ans Ende der Hotline gewünscht, die just mit mir das zweifelhafte Vergnügen hatte.

Mein up-to-date ABC…

…damit ihr auf dem Laufenden seid.

A…wie arscheheiß. Das war’s nämlich den ganzen langen Bürotag lang. Keine Klimaanlage und idiotischerweise heiße Suppe und einen verlausten Salat zu Mittag. Hmpf.

B… Wie Berlin, Berlin, wir fuhren nach Berlin! Und zwar letzten Freitag just zur Frauen-WM. Stadion war ausverkauft, Stimmung superklasse und gewonnen haben die Bundes Elf-en auch.

C… Wie Chef und Chefin. Letztere sieht sich mit ihren letzten beiden Arbeitstagen vor dem Mutterschutz konfrontiert und hat nach eigenen Angaben noch nicht realisiert, was ab Freitag Sache ist. Ich ahne für meinen Teil Furchtbares. Könnte aber auch ein lustiges Chaos werden, der Umgangston jedenfalls passt. Siehe H.

D… Wie Dusel. Die Reiseunterlagen kamen nicht pünktlich. Und ich hab am Tag vor dem Feiertag abends um sieben noch den Reisebürochef erreicht. Der mir gesagt hatte, dass man die Unterlagen hätte abholen müssen. Das muss einem halt gesagt werden. Glück gehabt. Wir haben uns an der Hintertür getroffen um viertel neun zur Übergabe der Dokumente.

E… Wie Erziehung. Macht eine Bahnfahrt im Abteil entweder zur Zerreissprobe für die Nerven derer, die NICHT mit dem Rotzgör verwandt sind, oder zum Gegenteil. Ich fand die Kids auf der Heimfahrt richtig klasse, den Bengel auf der Hinfahrt wollte ich nicht geschenkt.

F…wie Finanzenaufbewahrungsmäppchen. Herrjeh, g wie Geldbeutel war schon weg. Geldbeutel also. Mein Neuer ist … Wer mich kennt, kennt die Farbe. Von Bree aus der Hanna Serie.

G… Wie Großstadt. Ist nicht meine Welt. Ich hab mich nach einer Weile in Berlin verloren gefühlt. Ich brauche wohl so ne Art Überschaubarkeit.

H… Wie Hase. So hab ich meinen Chef heut genannt. Versehentlich. Woraufhin er den restlichen Nachmittag glucksend und kichernd durchs Büro hoppelte. Sehr lustig.

I… Wie Ideen. Offenbar rollt die nächste Schaffensperiode heran. Während mir vor ein paar Tagen noch alles zu viel war – siehe auch L – gehts nach einem langen Wochenende schon wieder viel besser. Die Ideen sind gar nicht mehr zu bremsen.

J, wie Jones, Steffi. Die stand an der Rezeption unseres Hotels und hat später gaaaaanz nah neben mir gefrühstückt. Baked beans und Rührei. Wie ich.

K… Wie Kälbchen. Lange Geschichte. Die soll ich für einen Kollegen zum Export nach Rumänien organisieren. Da sag noch einer mein Job wäre irgendwie eintönig.

L… Wie lustlos. So war ich die letzten Tage. Matt, schlapp, faul, antriebslos. Kommt hoffentlich nicht so bald wieder vor. Mag ich nicht.

M… Wie Magazin, gemeint ist meines, welches sich in der Sommerpause befindet und gar nicht so laut aufatmen kann, wie es möchte.

N… Wie Nähen. Muss ich unbedingt lernen, das würde mir richtig Spaß machen. Ich seh mich schon eine Modenschau ausrichten. Träumen ist ja wohl erlaubt.

O… Wie die Markise von selbigem. Wer trifft wohl die Lektüreauswahl bei der Deutschen Bahn? Immerhin wurde es umsonst verteilt.

P… Wie paaaaaaarty. Letzten Mittwoch, neue Bar in der Stadt, in der ich arbeite. Einer meiner Lieblingskollegen legt auf. Ich entdeckte neue Seiten an mir. House und minimal electro. Ich hab getanzt bis halb drei. Herrlich wars.

Q… Wie Quatsch mit Soße. Ich mag Menschen, die auch mal hemmungslos albern sein können. Ist nicht aktuell, aber findet mal was Vernünftiges mit Q…

R… Wie rein. Lustigerweise hab ich gern eine blitzblanke Wohnung, hasse aber Aufräumen und Putzen. Wie kann man nur mit so gegensätzlichen Neigungen gestraft werden?!

S… Wie shorts. Ich habe mir neulich eine gekauft und hatte sie auch im Büro an. Aber ich kam mir vor, als hätte ich mich auf dem Weg zum Strand verlaufen. Andererseits – beschwert hat sich genau gar keiner. Und was soll frau denn bei der Hitze sonst tragen?!

T… Wie Tracy. Hab sie vor dem Urlaub zuletzt konsultiert. Fürchte, sie ist beim nächsten Training ganz schön fies.

U… Wie unter. Unter Freunden nämlich. Das Schöne an der schrägen Firma, für die ich arbeite, ist ja, dass Kollegen schnell zu Freunden werden. Ich hab mich in Berlin dann auch mit Ktuellen und ehemaligen getroffen. War sehr witzig und hat sich ein klitzekleines bisschen multikulti angefühlt.

V… Wie Vertretung. Die ich mach ich für meine Chefin in vielen Bereichen. Morgen haben wir noch ein meeting, um zu klären, was genau.

W… Wie Wilde, Oscar. Das Bildnis des Dorian Gray, ausgelesen im Urlaub. Spannende Metapher. Werde ich mit ein bisschen Abstand nochmal lesen. Hat das einer meiner bibliophilen Blogfreunde gelesen und wenn ja, für wie befunden?

X… Wie nix.

Y… Wie ypsilon halt…

Z… Wie Zugfahren. Sehr entspannte Reiseart. Wenn man nicht grad mit Koffern beladen von Wagen 12 auf Gleis 15 zu Gleis 4 galoppieren muss. Und den Zug dennoch verpasst.

Fazit:

Ein auf und ab auf zwei Rädern…

…war das gestern Abend in zweierlei Hinsicht.
Aber von vorne. Geplant war gestern eigentlich eine Wanderung mit Herrn Schatzi und zwei Freunden. Blöderweise goss es gestern Vormittag wie aus Kübeln und selbst ich musste einsehen, dass die geplante Bergtour eher einer Wattwanderung geglichen hätte als einem Gipfelerlebnis. Also wurde kurzerhand ein völlig unsportliches Alternativprogramm beschlossen, bestehend aus Essen, Spazieren und Kaffeetrinken.
Gestern Abend bemerkte Herr Schatzi jedoch, dass nun ein gewisses, kalorienseitiges Ungleichgewicht entstanden sei, da die am Samstagabend beim Barbecue aufgenommene Energiemenge für eine 18 Kilometer lange Wanderung ausgelegt gewesen war, nicht jedoch für einen beschaulichen Stadtbummel. Er beschloss also abends, noch eine Runde Radeln zu gehen und bot mir großzügig an, mitzukommen.
Vorweggeschickt werden müssen zwei Dinge: 1. ich hatte zu diesem Zeitpunkt gerade mein müdes Haupt aufs Kopfkissen gebettet und war am Wegschlummern und 2. ich HASSE Radfahren abgrundtief.
Trotzdem wähnte ich mich selbst an der Schwelle zum Maulig-Werden, wogegen nur Schlafen oder Aktivität hilft, nicht jedoch bloßes Warten auf bessere Laune. Und die Alternative, zwei Stündchen zu verpennen und später nicht mehr schlafen zu können, war nicht gerade verlockend. Also beschloss ich in aller Großmütigkeit, meinem Mann beim Radeln Gesellschaft zu leisten.
Dazu muss erwähnt werden, dass wir am Fuße eines beachtlichen Mittelgebirges leben und die Landschaft keineswegs als Flachland bezeichnet werden kann. Erstaunlicherweise verfüge ich über allerhand sportliches Equipment obwohl ich davon nicht unbedingt regen Gebrauch mache. Und so fand ich mich eine Viertelstunde später vor unserem Haus wieder mit einem Fahrrad, einem Fahrradhelm und Fahrradhandschuhen.
Die Strecke war schön. Kein Zweifel. Aber ein Auf und Ab. Nicht nur geländetechnisch. Ich schwankte je nach Gelände zwischen “Eigentlich ist Radfahren ganz ok” (auf der Ebene) über “DAS IST RICHTIG COOL” (bergab) bis hin zu “WER ZUM GEIER hat mich zum Radfahren überredet, so ne Scheiße, meine Oberschenkel brennen, ich will nicht mehr, mir tut der Hintern weh, ich setz mich NIE MEHR AUF SO EIN BLÖDES DING” (bergauf).

Blöderweise bin ich ehrgeizig. Und 20 km später doch irgendwie stolz darauf, nur einmal am Berg abgestiegen zu sein, weil ich mich verschalten hatte.
Fazit heut

Hauptsache unterwegs sein…

…ist grad mein Motto. Deswegen hat mich auch ein kleiner Sonnenbrand von einer 10-km-Wanderung am Sonntag nicht davon abgehalten, gestern gleich wieder wandern zu gehen. OK, es gab auch keine Gefahr, einen weiteren Sonnenbrand davon zu tragen. Ich bin gestern durch Matsch und Regen gestapft und… fand’s super!
Die Wanderung war mit 5 Stunden angegeben und wir waren nach zweieinhalb wieder am Auto. Hat aber sehr viel Spaß gemacht und ich mag die Tour auf alle Fälle nochmal machen. Hab ich schon gesagt, dass ich zur Zeit einen ausgeprägten Bewegungsdrang habe?

Das führt mich gleich zu Punkt zwei: Meine Jeans.
Ich war ja bislang dem Irrglauben anheim gefallen, man würde durch Sport abnehmen. Pustekuchen. Ich habe Lieblingsjeans, die definitiv jetzt enger sitzen als jemals zuvor. Da ich aber kein Gramm zugenommen habe, muss ich wohl irgendwo Fett ab- und wo anders Muskeln aufgebaut haben.
Ganz toll. Aber lieber so als andersrum.

Sportliches update, II….

Ich staune. Über mich selbst. Vor zwei Wochen hätte ich Tracy noch am liebsten an die Wand geklatscht, jetzt turne ich ihr Programm mit und brauche tatsächlich keine Pause mehr. OK, es ist immer noch anstrengend, aber es ist überlebbar. Und so langsam genieße ich sogar Muskelkater.
Endorphine sind schon so n’Teufelszeug. Fakt ist – einen Tag ohne Sport und die kleine Venus fühlt sich unausgeglichen. Dass es mit mir mal soweit kommt, hätt ich nie geglaubt. Muss am Alter liegen.

Sportliches update…

…2 km geschwommen zurück gelegt in einer guten Stunde (weil das Wasser voller Rotzgören war), eine halbe Stunde Tracy am Samstag und eine halbe Stunde Tracy am Sonntag.
Plus eine Miniwanderung, bzw. ein sehr ausgedehnter Bergspaziergang am Sonntagnachmittag.
Muskelkater… Fehlanzeige. Ich spüre zwar, dass meine Muskulatur beanspruchter ist als sonst, aber von einem Kater bin ich weit entfernt.
Muskelkätzchen allenfalls.
Fühlt sic

Firmen-Feiern…

…sind mitunter recht amüsant. Leider führen sie bei mir zu akutem Schlafmangel. Ich bin so müde. Ich bin Freitagabend-kurz-vor-Mitternacht-müde. Blöderweise ist es erst elf. Waaaaah…