Mein Lacher des Abends…

…war gestern verbunden mit einem ganz großen Aha-Effekt.
Kennt ihr das, ihr hört ein Lied und singt eifrig mit und stellt viel später fest, dass ihr Euch VÖLLIG verhört habt?
So hab ich bei Nenas 99 Luftballons immer angenommen, die 99 Kriegsminister STREICHELTEN Benzinkanister. Taten sie ja gar nicht.

Gestern Abend aber hab ich noch ein Mysterium aufgeklärt.
Meine Mama hat früher Hanne Haller gehört. Ihr wisst schon. Schlager und so.
In einem Lied (“Mein lieber Mann”), in dem sie in vielfältiger Weise die Liebe zu ihrem Mann zum Ausdruck bringt, sang sie meiner festen Überzeugung nach zwischendurch Dialekt. Nämlich:
“Mein lieber Mann, I ko da sogn,…” (‘ich kann dir sagen’, auf bayrisch).

Fragt mich nicht, warum ich das Lied gestern im Radio gehört habe, aber es weckte Erinnerungen und ich stellte fest, wie erschreckend textfest ich bin. Vermeintlich. Denn bei genauem Hinhören, klärte sich das Rätsel – sie singt nämlich:
“Mein lieber Mann, mi corazón…”
Bayrisch, Spanisch, ist doch fast das selbe. Für mich als Kind jedenfalls.

Ich merke, dass ich älter werde, weil… Teil 1

…die Bravo-Hits-CDs, die ich gehört habe, noch eine EINSTELLIGE Nummer hatten.
Heute sind wir bei 72 oder so. Ohje.

An alle Korinthenkacker…

…da draußen: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Wo man ein Magazin bastelt und Ausflugsberichte redigiert, von denen man im Vorfeld schon weiß, dass keiner sie bis zum Ende lesen wird, während andere längst bei der Tagesschau vor sich hin sabbern, sitzt auch nur ein Mensch. Ein de facto Vielbeschäftigter. Der nur deswegen tagsüber nicht telefonisch erreichbar ist, weil er ARBEITET. In einem anderen Büro. In einem anderen Beruf. Es kann schon mal sein, dass einer der Sätze meiner Autoren, die im wahren Leben Rentner oder Kirchengemeinderat, Vater im Erziehungsurlaub, IT-Experte, Bäcker oder Lagerist sind, nicht ganz geschliffen ist. Und trotzdem im Heft landet. Weil das auch nur Menschen sind.
Und wer seid ihr, die ihr nichts besseres zu tun habt, als mit dem Rotstift auf Fehlersuche zu gehen und Euch wegen EINES Artikels zu beschweren? Habt ihr denn kein Leben? Habt ihr verlernt, Fünfe grad sein zu lassen? Anderen Fehlern zuzugestehen? Geht doch lieber spazieren! Wickelt Eure Enkel! Lest ein gutes Buch! Macht es wie ich – holt mal GANZ TIEF LUFT! Und kriegt Euch wieder ein. Und labt Eure Buchhalterseelen an Eurer eigenen, beneidenswerten Perfektion!

So. Jetzt geht’s mir besser. All das hab ich nie gesagt. Nur gedacht. Aber den Mund zu halten ist manchmal VERDAMMT schwer.

Shopping-Embargo, Tag 40

Unglaublich, aber ich halte viel leichter durch als gedacht. Ich habe seit 40 Tagen nix zum Anziehen gekauft. Ihr erinnert Euch an mein Vorhaben für 2011? Keine Klamotten für die kleine Venus. Erlaubt sind nur Accessoires wie Schals oder Gürtel. Und Schuhe. Aber ich kann mit Freude vermelden – seit 40 Tagen auch keine Schuhe gekauft!
50 Tage sind mein erstes Etappenziel. Durchhalten!

Lichte Momente…

…hab auch ich manchmal. Da stelle ich verwundert fest, dass ich nicht nur ein Produkt meiner Umwelt bin, sprich, mich von Menschen und Ereignissen leiten und prägen lasse, sondern dass auch ich etwas weitergebe an andere.
Ist unser Leben nicht irgendwie reiner Zufall? Nennt es wegen mir Schicksal, kommt aber aufs selbe raus – die Menschen, denen wir begegnen, prägen uns. Sie bestimmen unseren Weg mit. Hätte ich einen anderen Mann kennen gelernt, wäre ich womöglich Eishockey-Fan. Oder Mitglied eines VW-Clubs. Oder Opern-Abo-Besitzerin. Oder Rucksacktouristin in Indien. Weiß man’s? Wenn also ihr alle da draußen ein bisschen mitbestimmt, was ich bin… wieviel Einfluss habe ich auf Euch? Es muss ja eine Wechselwirkung geben. Wen habt ihr geprägt, beeinflusst, inspiriert? Meine Frage des Tages. Bin gespannt!

Oben ohne!

Endlich wieder Cabriofahren!
(Schelm, wer Böses bei dem Titel dachte)

Ich will FRÜHLING! JEEEEEETZT!
Hiermit bereite ich eine Petition vor an Petrus: Ich fordere Frühling! Jetzt!
Wer unterschreibt?

Banausen unterwegs!

Ich verstehe nichts von Kunst. Ich beurteile Werke nicht nach Pinselführung oder Farbgebung sondern in zwei schlichte Kategorien – “mag ich” und “mag ich nicht”.
Es sollte mir vermutlich peinlich sein, das zuzugeben, isses aber nicht. Ich gehe sogar noch weiter und behaupte, dass zwei Drittel der Damen und Herren im feinen Zwirn, die heute durchs Kunstmuseum der Landeshauptstadt flaniert sind, grade mal soviel Ahnung von Kunst haben wie ich, das aber hinter pseudo-intellektuellem Geblubbere über “Form und Farbe” verbergen.
Herr Schatzi und Frau Venus also auf Kultur-Tour. Die erste Skulptur war ein beiges Ungetüm in ziemlich leerem Raum, zu dem Schatzi spontan fragte, ob es sich wohl um eine Schiffs-Schraube handle, die irgendwas Großes gehäckselt habe. Leider so laut, dass der, der auf die guten Stücke aufpasst, das mitgekriegt hat und uns fortwährend verfolgt hat, vermutlich, weil er uns für Terroristen mit roter Sprühfarbe hielt, die nichts besseres zu tun hatten, als an einem sonnigen Sonntagmittag das kulturelle Erbe vergangener Generationen zu besudeln. Als wir uns gerade ganz intensiv mit einem Baumstamm auseinandersetzten und uns nicht einig wurden, ob das Innenleben jetzt einfach nur freigelegt oder nachträglich eingesetzt wurde, ermahnte er uns gar, mehr Abstand zum Kunstwerk zu halten. Ja wie ist das Ding denn da hin gekommen?! Geflogen?!
Sei’s drum. Die übrigen … nennen wir es “Dinge” im Museum waren zum Teil ganz spannend. Otto Dix zum Beispiel. Oder der “Wachsraum” – für Imker ein bekannter Duft, aber die Installation war ziemlich cool. Insofern hat der Museumsbesuch seinen Zweck absolut erfüllt – ein bisschen das Auge verwirrt, ein bisschen den Geist angeregt. Ich muss ja nicht alles verstehen (Ich sage nur “Blaubeeren in Leim auf Leinwand” – hinter Glas und völlig schwarz, da seit fast 40 Jahren am Vergammeln). Am besten übrigens hat mir der schwarzgekleidete Herr gefallen, der mit nachdenklichem Blick von einem Bild zum anderen schritt und letztlich fasziniert vor der Ecke des Raums stehen blieb. Dort waren wohl Risse im Putz entstanden und sie waren mit Textilband in beige verklebt worden. Aber wahrscheinlich war auch das Kunst. Nur hab ich’s mal wieder nicht verstanden.

Chronologie eines Morgens…

05:15 Uhr Was ist das für ein Piepsen..? Oh, der Wecker
05:16 Uhr Herr Schatzi murmelt von links: “Wieso stellst du den Wecker so früh?!” “Damit ich langsam aufwachen kann!”
05:45 Uhr Ich bin immer noch im Bett.
05:57 Uhr Ok, das mit dem frühen Wecken macht genau 0 Sinn.
06:17 Uhr Immerhin schon geduscht und Haare gewaschen
06:20 Uhr Zähneputzen, eincremen, langsam aufwachen. Jetzt kommt die Frage des Morgens: Was ziehe ich an?
06:25 Uhr Blick in den Kleiderschrank. Jeans, heller Pulli, schwarze Schuhe, schwarzer Gürtel.
06:27 Uhr Ah stimmt, der Pulli ist so weit ausgeschnitten, da muss was drunter. Nur was?
06:29 Uhr Das weiße Top drunter sieht nach Unterwäsche aus. Egal.
06:33 Uhr Ich mag die Jeans wirklich, aber die sind… irgendwie zu lang.
06:35 Uhr Wozu hat man soviel Jeans, zieh ich einfach ne andere an.
06:36 Uhr Das weiße Top nervt mich immer noch. Vielleicht fehlt einfach ne Farbe. Gelbe Kette und gelber Gürtel dazu.
06:40 Uhr Ich mag den gelben Gürtel nicht und die gelbe Kette kratzt am Hals.
06:45 Uhr ARGH.
06:46 Uhr Hm… vielleicht sollte ich mich für was GANZ anderes entscheiden?
06:48 Uhr Rock, dazu, braune Strümpfe, perfekt.
06:49 Uhr Die Strümpfe sind unbequem. Also andere Strumpfhosen und anderer Rock. Und anderer Pulli.
06:50 Uhr Ach Mist, der Pulli hat ja halblange Ärmel. Könnte ein bisschen frisch sein.
06:53 Uhr Hm… der andere graue Pulli sieht irgendwie verknittert aus.
06:55 Uhr Der Knopf von der Gürtelschnalle des Rocks kullert grade unter den Badschrank. WAAAAAH…
07:02 Uhr Halb geschminkt.
07:03 Uhr Ich schnappe den halben Wetterbericht auf – und höre was von minus acht Grad.
07:05 Uhr Röcke sind eh doof. Wo ist nochmal die Jeans von vorhin?
07:09 Uhr OK, Notlösung – Schwarz geht immer. Jeans, schwarzer Pulli, schwarze Weste, schwarzer Schal, schwarze Schuhe.
07:13 Uhr Wimpern tuschen. Haare verstrubbeln. Kaffee leertrinken.
07:14 Uhr Mit einem resignierten Seufzer betrachte ich den Klamottenberg auf meinem Bett.
07:16 Uhr

Wohin rennt die Zeit?

Die Wochen rasen zur Zeit einfach nur dahin. Die Zeit rinnt durch meine Finger und die Tage sind schneller vorbei, als ich “Bloggen” sagen kann. Nun denn – es geht mir gut und ich wurschtle mich fröhlich durch das Leben. Blogfreunde wissen, dass ich große Sorge um meine Oma hatte, die ist aber wieder verhältnismäßig gut auf dem Damm, hat sich in ihrem Pflegeheim langsam eingelebt und sogar erste Kontakte geknüpft. Sie hat akzeptiert, dass sie nicht mehr alleine leben kann und ich kann nur wieder und wieder bewundern, was für eine starke Frau sie ist.
A propos Frau – gestern bin ich als ALTE SCHACHTEL bezeichnet worden, von meiner eigenen Cousine! Das freche Ding ist 23 und hat sich dauernd über mich lustig gemacht. Und ich bin auf die “Ich-habe-RÜCKEN-Nummer” aufgesprungen und habe den ganzen Abend Altersbeschwerden simuliert.
Ich sage es ungern aber… ICH HABE SIE IM KINDERWAGEN rumschieben dürfen. “Kind, ich hab dich schon auf dem Arm halten dürfen als Du noch in die Windeln geschi**en hast… Aber da komm ich mir noch älter vor. Herr Schatzi meinte auf dem Heimweg ganz nachdenklich zu mir, “als wir uns kennen gelernt haben, war das noch ein kleines Mädchen…” Stimmt ja auch, immerhin sind wir seit irren 12 Jahren zusammen.

Ist eigentlich was dran, dass man so alt ist, wie man sich fühlt? Ich habe mit 25 ungefähr aufgehört, mich älter zu fühlen. Ich kann selbst nicht fassen, dass die Zeit mich auf dem Papier tatsächlich hat 30, fast 31 werden lassen. Zeit. Vergeht einfach.
Mitte März wird es ein Klassentreffen geben meiner letzten Schulzeit. Wir haben uns – auch das ist kaum zu fassen – fünf Jahre nicht gesehen.
Irgendwie ist was dran, dass die Zeit schneller läuft, je älter man wird. Oder ist das nur mein Empfinden?
Wie auch i