ABC – diesmal mit Jahresendzeitcharakter

A… wie Adventskranz. Ich wollte ihn Euch schon zeigen, als noch gar kein Advent war. Aber das Leben einsPunktNull ist hier irgendwie grad zu hektisch. Aber immerhin brennt das fünfte Lichtlein noch nicht. Hier isser also:

Ja, es ist eine Gugelhupfform und die Kerzen stehen im Sand, den ich aus Hannahs Sandkasten gemopst habe. Tannengrün kann ja jeder.

B… wie Beschwer-Bär. Ich mutiere grad zu einem solchen. Nicht erst seit ich das fade Brötchen mit so Gemüse drauf reklamiert habe (ich habe die Sache im Übrigen auf sich beruhen lassen), sondern immer noch. Vorgestern hatte ich einen Käse gekauft, der bis Ende Januar haltbar sein sollte. Dem Käse hatte das offenbar keiner gesagt, denn als ich ihn abends aufmachte, plüschte mir eine türkise Schimmelinsel entgegen. Erstaunt war ich von der prompten Reaktion von Edeka. Ich wurde gebeten, noch ein paar zusätzliche Daten anzugeben, man werde der Sache nachgehen.

C… wie Chinese. Aus gegebenem Anlass, da kommen wir grad nämlich her. (Also vom Essen, nicht aus China.) Immer wieder flasht mich die Deko dort. Was vor einigen hundert Jahren (älteste Stadt Baden-Württembergs, weißte Bescheid) als Weinstube konzipiert und gebaut wurde, ist heute unser Lieblingschinese. An der Decke: Alte Balken mit Gemälden des damaligen Bürgerstands. An den Wänden: Schmiedeeiserne Weintrauben, Weinfässer, Weingläser. Dazwischen: Schillernde Fächer mit chinesischen Tänzerinnen, gluckernde Wandbilder, Intarsienbilder aus Fernost. Und jetzt noch: Weihnachtsdeko. Grünrotgoldene Pracht an künstlichen Plastikästen. Mehr Multikulti geht echt nicht mehr. (Das Essen schmeckt trotzdem.)

 D… wie danke. Simpel und ganz wichtig. Ich habe in den letzten Tagen oft drüber nachgedacht, wie ich bin und warum ich bin wie ich bin. Bei ersterem fallen mir immer neue Dinge auf, bei zweiterem keine Antworten ein. Aber ich bin froh, dass ich ich bin. Und dankbar, dass uns so gut geht.

E… wie Ereignisse, die ihre Schatten voraus werfen. 2015 steht ein bisschen was an. Ick freu mir.

F… wie Fuhrwerk. Auch eine Neuerung dieses Jahr – ein Mama-Mobil. Naja, ganz so schlimm isses nicht, aber in einen Kombi passt tatsächlich deutlich mehr rein, als in so ein Cabrio. Das haut euch um, ich weiß. Das Cabrio hat jetzt ein Saisonkennzeichen und wartet in der Wintergarage auf mich. Mein Herz hängt einfach zu sehr an dem gelben Flitzer.

G… wie Geschenke. Alle beisammen. Vielleicht noch ein bisschen Tüddel hier und Schnickeldi da. Aber im Großen und Ganzen bin ich fertig und froh, für jeden was Tolles gefunden zu haben. Ich schenke mir übrigens auch was. Ständig. Seit Wochen. Immer wenn ich das Paar Handschuhe, die Pumps, das Buch, das XYZ in der Hand habe und abwäge, ob ich es wirklich kaufen soll… sagt die innere Stimme: Dann schenkste Dir das halt zu Weihnachten. Mir geht’s ganz schön gut dieses Jahr. War wohl ein braves Mädchen. Ähem.

H… wie Hüttenkäse. Ich habe ihn wieder entdeckt. Als Kind gab’s das irgendwie öfter mal. Dann Jahrzehnte lang nicht. Aber neulich stach er mir beim Einkaufen ins Auge und ich nahm ihn mit. Mit Banane und Honig gemischt ist das ein Träumchen. Ich krieg schon wieder Hunger. Trotz Chinese.

I… wie Internet. Manchmal komme ich mir echt vor, wie ein Alien. Warte – ersetze manchmal durch eigentlich ständig. Ich habe ganz oft mit Leuten zu tun, die mich fragen, woher ich das weiß, wo man das nachgucken könnte, woher ich die Idee habe, wo es das zu kaufen gibt. Ich sage dann ganz oft: Internet. Und frage mich, ob nur mein Daumen ständig über der wikipedia-Seite schwebt, wenn ich etwas wissen will, ob nur ich Instagram und Pinterest kenne und ob nur ich Modeblogs lese und eine Timeline bei Twitter habe. Sogar meine Mama checkt jeden Tag ihre Mails. Gut dass ihr da draußen Internetmenschen seid. Sonst wär ich ja ganz allein hier.

J… wie Jammern. Beim Grübeln über mich ist mir eines ganz extrem aufgefallen – ich neige nicht zum Jammern. Ich bin sogar regelrecht genervt davon. Jammern ist etwas unproduktives, sinnloses, kraftraubendes. Jammern ändert nämlich nichts. Wer jammert, leckt Wunden und hält fest an Tatsachen, die er nicht ändern kann. Und so lange er jammert, hat er genug zu tun und braucht auch nichts zu ändern. Also, falls jemand noch einen guten Vorsatz für 2015 braucht: Nicht jammern. Niemals.

K… wie Klavier. Ja, ich spiele noch fleißig und ja, es war definitiv eine der besten Anschaffungen im zu Ende gehenden Jahr. Derzeit versuche ich mich natürlich an Weihnachtsliedern. Ohrwurm gefällig? „Iiiiiin der Weihnachtsbäckerei…“ Hehe.

L… wie lange ist’s her. Ich habe meine Eltern ins Kino geschleppt. Dort lief nämlich die Vorpremiere einer Fernsehserie des SWR. Und mein Paps ist mit einem der Hauptdarsteller zur Schule gegangen. Und das Beste: Der Schauspieler war an dem Abend da und die beiden haben sich nach 40 Jahren sofort wieder erkannt und über die Schulzeit und das Leben an sich geplaudert. Ich fand das ziemlich berührend. Mein Paps glaube ich auch.

M… wie Maroni. Endlich konnte ich mal wieder heiße Maroni aus der Schale pulen und genießen. Mal ehrlich – die schmecken nur draußen und nur, wenn’s kalt ist. Ich hatte gefühlt zehn Jahre keine mehr, dafür haben die gestern Abend umso besser geschmeckt.

N… wie Nikolaus. Das Kind war begeistert vom Konzept Nikolausstiefel. Sie ist auch überzeugt davon, dass Adventskalender ewig weitergehen, glaube ich. Wer im November Geburtstag hat, ist bis Weihnachten definitiv im Geschenkerausch. Ich sehe da eine lange Durststrecke auf uns zukommen.

O… wie Ordnung. Ich bin ein bisschen sehr chaotisch. Das ist ein Paradoxon, denn eigentlich liebe ich Aufgeräumtheit. Nur vom einen Extrem zum anderen ist bei mir echt ein superkurzer Weg. Könnte auch daran liegen, dass das Kind da wohl noch ne Abkürzung kennt. Neulich war ich sehr begeistert, als ich mich mit dem Beruf der Hauswirtschaftsmeisterin auseinandersetzte. Das klingt schon wie Ordnung und Sauberkeit auf Beinen. So, als ob bei einer Hauswirtschafterin niemals nichts herumliegt. Als ob sie auch bei einer plötzlichen Invasion von Marsmännchen locker für drei Wochen vorgekochte Vollwertgerichte im Tiefkühler hat. Gebügelte Bettwäsche, leere Waschkörbe, saubere Schränke. Ich wäre gerne so. (Ich hab halt leider nix anständiges gelernt.) Aber zum Lernen ist man ja nie zu alt. Also setze ich ganz auf Schwarmintelligenz: Kennt jemand von Euch ein Buch übers Organisieren? Bitte nichts aus der simplify-Reihe, da kriege ich einen Krätze-Anfall. (Hauptsächlich weil ich das mit einer Lehrerin in Verbindung bringe, die ich hätte auf den Mond schießen können.) Sonst, irgendwas? Hauptsächlich geht es mir um Haushaltsdinge. Ich verbummle keine Rechnungen und zahle sogar Strafzettel subito. Es hapert eher so am täglichen Chaos aus wachsenden Wäschebergen und schrumpfendem Kühlschrankinhalt.

P… wie Plätzchen. Ich habe da ja diese supertolle Kekspresse von meiner Oma bekommen. Keksautomat nennt sich das Teil sogar. Voller Begeisterung für akurate und schöne und symmetrische kleine Plätzchen (Ordnungsliebe, ihr merkt’s) rührte ich neulich Teig an und war ganz überzeugt, die weltbesten, schönsten… ach ja. Ich hab genau drei S-Formen aus dem Ding heraus gedrückt, dann sind mir beinahe beide Arme abgestorben. Der Teig war zu fest, die Bäckerin zu schwach. Ich habe daraufhin einfach Kekse ausgestochen und ausgebacken. Das Kind, das mir ständig zwischen den Beinen herumwuselte, wollte natürlich sofort probieren. Ich pustete einen Keks kühl und überreichte ihn stolz. (Sie hat sogar ein S bekommen!) Einziger Kommentar beim Davonlaufen: „Hm… die sind aber hart.“ UNDANKBARES GÖR! Ja, das mag der Grund sein, warum es bisher keine weiteren Plätzchen gab. Hat mir noch jemand ein Doofi-Rezept außer Mürbteig-Ausstecher? Vielleicht lasse ich mich dann doch nochmal zu einer Back-Session hinreißen.

Q… wie Quinoa. Rezepte bitte. (Also ausprobierte, wenn’s geht.) Muss ja nicht alles schmecken wie T wie Tofu. Quinoa wollte ich schon lange mal ausprobieren, hab mich aber noch nicht rangetraut. Das muss definitiv auf die to-do-Liste für 2015. Da sind ja Vegetarier unter meinen Lesern. Da wird ja einem was einfallen, hopp hopp!

R… wie Radio. Jeden Morgen. Das Kind hat so viel von mir geerbt, es ist echt phänomenal. Wenn wir morgens beim Kaffee und der Milch sitzen, sagt Hannah spätestens nach fünf Minuten: Radiomusik einsalten. Ich bin nämlich schon von klein auf mit Radio zum Frühstück groß geworden. Also hören wir Radio. Und manchmal sagt sie auch Jejene Schiffer will ich hören. Dann hören wir Jejene Schiffer. Das hat sie wohl auch von mir.

S… wie Silvester. Auch bald wieder! Und können wir nicht zur Party, kommt die Party zu uns. Unnötig zu erwähnen, dass Servietten und Tischdeko schon geritzt ist, ne? Ich bin ja ein organisierter Mensch. (Dass ich für die Weihnachtsfeier der Krabbelgruppe ÜBERMORGEN übrigens noch KEINE IDEE habe, bleibt hier unerwähnt. Morgen ist ja erst Montag.)

T… wie Tofu. Du und ich, lieber Tofu, ich glaube, das wird nix mehr mit uns. Ich habe Dich in allerhand Varianten probiert, sogar mit Curry (und Curry könnte ich quasi zu allem essen.) Aber nein, Du und ich, wir passen nicht zusammen. Gut, dass ich trotzdem nicht verhungern muss.

U… wie unverhofft. Das meiste im Leben ist ja nicht planbar. Wer Kinder hat, gibt das Planen sowieso auf. Kinder haben ihren eigenen Plan und der kennt keine Kompromisse. Man tut auch Dinge, die man sich vor dem Kind NIEMALS hätte vorstellen können. Für mich war zum Beispiel immer klar: Das Kind gehört ins eigene Bett und ins eigene Zimmer. Unverhofft kommt oft, sag ich da. Es schläft seit Monaten zwischen uns im Wasserbett (=für alle Zeiten verdorben für normale Matratzen) und dieser unverhoffte, unerwartete Gast in unserem Bett stellt unsere Geduld einfach auf die Probe. Aber ehrlich: Im Moment genieße ich es, die Nächte durchschlafen zu dürfen. Wer nachts ständig  wie scheintot durch den Flur zu einem schluchzenden Kind torkelt, weiß wovon ich rede. Es wird auch wieder vorbeigehen. Vermutlich genau so unverhofft.

V… wie Vegetarismus. Im Juni relativ spontan gestartet und beibehalten. Es fühlt sich für mich gut und richtig an und mein Umfeld hat es akzeptiert. Vermutlich, weil ich kein missionierender Vegetarier bin, sondern jeden essen lasse, was er möchte, ohne es zu kommentieren.

W… wie Weihnachtsmärkte, drei. So viele hab ich glaub noch in keinem Jahr besucht. Gestern Abend war’s richtig nett. Es gab heiße Maroni, siehe M, und Kinderpunsch. Und eine kalte Nase und ganz viel gebrannte-Mandel-Duft und Laaaast Chriiistmas… so muss das eigentlich.

XYZ… wie Zeit für Euch. Das wünsch ich Euch. Über die Feiertage und auch sonst im Alltag. Tut, was ihr gern tut und genießt es. (Zu X fiele mir tatsächlich noch Xylophon ein, denn das hat das Tochterkind zum Geburtstag bekommen. Sie liebt es. Auseinanderzubauen. Die Musikalität muss sich wohl erst noch entwickeln.)

3 Antworten auf „ABC – diesmal mit Jahresendzeitcharakter“

  1. Flylady – http://www.flylady.net/

    OK – machen wir uns nichts vor – ich mag Flylady – finde das theoretisch genial – setze aber davon beileibe nicht alles um.

    Aber andererseits – auf diese Art bin ich auf Ryansmillas Blog gelandet und letztlich beim bloggen.

    Also insofern hat es schon was gebracht. Blöderweise hat man – wenn man bloggt – noch weniger Zeit für den Haushalt 😉

    Ne – die Routinen sind ziemlich gut dort – und man kann ja einiges übernehmen.

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