Die Fliegenfrau und mein Spülbecken

Sie ist gestern in mein Leben getreten. Die Fliegenfrau. Nachdem ich in meinem ABC um Tipps in Sachen Haushaltsorganisation gebeten hatte, hat mir die liebe Wendy diese Seite empfohlen. Erst dachte ich, och joa. Guckste mal. Dann hat mich irgendetwas getriggert. Vermutlich das Versprechen, es wären wirklich BABYSCHRITTE zur perfekten Hausfrau. Gar kein großer Aufwand. Alles, was irgendwie von selbst zu einer Verbesserung meiner hausfraulichen Effizienz führt, wird natürlich ausprobiert. (Jetzt verstehe ich endlich, warum die liebe Milla ihren Blog nach einem Platz in der Küche benannt hat. Hey, ich habe nur… ein paar Jahre gebraucht, um das rauszufinden! Ich bin da echt ein Blitzmerker. Wenn das mit meiner Karriere als perfekte Hausfrau ähnlich flott voran geht, reicht meine Lebenszeit wohl leider nicht aus.)

Ich habe spontan mein Spülbecken geputzt. Das ist nämlich der Schlüssel zu einem ordentlichen Leben, verspricht die Flylady. Und ich habe mich für den Newsletter angemeldet. Jeden Tag wird mir die Fliegenfrau eine klitzekleine Aufgabe geben, die mich in ihrer Summe unweigerlich zu einer Paradehausdame werden lassen.

Das erste, was ich feststelle nach einem Tag: Mein Spülbecken ist geputzt. Und glänzt. Ich habe zwar immer noch keinen Spaß am Wienern (ich gucke viel eher, dass ich es nicht unnötig benutze), aber es ist tatsächlich schnell gemacht und sieht immer gut aus. Das nächste, was mir auffällt: Die Fliegenfrau ist mitteilsam. Ich habe schon sechs mails von ihr bekommen, dabei kennen wir uns erst seit gestern. Ein bisschen irritiert mich, dass sie von meinem Leben als „CHAOS“ spricht. (CHAOS = Can’t have anyone over syndrome, also, so-wie’s-hier-aussieht-kannste-keinen-reinlassen-Syndrom) Ich hoffe ja sehr, dass mein Besuch meinetwegen kommt und nicht, weil es bei uns aussieht, als wäre unser Esszimmer die Kulisse für die Fotos in Schöner Wohnen. Dann hätte ich nie Besuch.

Vielleicht bin ich nicht unbedingt ein Härtefall ihrer Zielgruppe. Dieser Gedanke manifestiert sich auch, nachdem ich die heutige Aufgabe gelesen habe. Ich soll mich anziehen. Und zwar ganz, bis zu den Schuhen. OK, ich hatte morgens noch nie nie nie das Gefühl, ich würde das mit den Klamotten heute nicht packen. Ich mag echt gut im Prokrastinieren sein, aber noch niemals bin ich ohne vollständige Garderobe vor die Tür gegangen. Und nein, liebe Flylady, ich werde mir keine post-its auf die Schranktür kleben, die mich ans Anziehen erinnern sollen. Wenn ich dann doch mal Besuch habe, soll der nicht denken, ich bräuchte kleine gelbe Zettelchen als Gedächtnisstütze, um nicht aus Versehen in Unterwäsche zum Bäcker zu spazieren. Das mit den Schuhen (Schnürschuhe!) geht auch nicht, ich habe hauptsächlich Pumps und die vertragen sich nicht so gut mit unserem Parkett. (Ich frühstücke nur in Highheels, wenn der SWR in meiner Küche dreht, NUR dann, sorry.)

 Trotzdem bleibe ich die ersten drei Wochen mal dabei. Und poliere meine Spüle, versprochen. Ja, auch angezogen.

PS: Ich werde diese Artikel mit Flylady taggen. Wer mich also auf meinem Weg zur Hauselfe begleiten will, weiß, wonach er suchen muss. 🙂 (BIN ICH NICHT JETZT SCHON MEGA ORGANISIERT, HM HM HM???)

9 Antworten auf „Die Fliegenfrau und mein Spülbecken“

  1. Dass die mitteilsam ist, kannst du laut sagen. Ich hatte damals extra eine neue E-Mail-Adresse eingerichtet, damit die mir nicht meine Mailbox so zumüllt.

    Kein Wunder, dass du nicht kapiert hast, wieso mein Blog so heißt, wie es heißt. Wie denn auch. Das liegt ja jetzt fast sechs Jahre zurück. Leider haben meine im Schweiße meines Angesichts damals erworbenen hausfraulichen Fähigkeiten seither auch sehr gelitten, und es ist fast alles wieder so wie vorher. Immerhin habe ich jetzt einen Geschirrspüler. Und ZWEI Spülbecken. Und eine neue Küche drumherum. Ich hätte fast Lust, es mal wieder zu versuchen. Die E-Mails von Flylady waren ja gelegentlich sehr unterhaltsam.

  2. Mädels – ich entrümple immerhin im neuen Jahr wieder 30 Tage – reicht das nicht?

    Ich muß aber zugeben – ich verstehe, warum die Flatterfrau das mit anziehen und Schuhe und so schreibt.

    Man neigt ja schon so zum verschlumpen ;D

    Ich zieh aber auch keine Schuhe an zum aufräumen.

    Gelernt habe ich aus der Webseite allerdings tatsächlich was – nämlich wie man in ziemlich kurzer Zeit präsentable Ergebnisse hinkriegt (quasi Schnellaufräumen für den Notfall).

    Und diese Mini-Aktionen find ich auch nicht blöde – denn wenn ich mir vornehmen „morgen räumste die Wohnung auf“ – das ist so ein Mammutwerk (nein – meine Wohnung ist keine Messie-Wohnung – aber irgendwie ist es halt echt ne Menge Arbeit, alles richtig gründlich zu machen). Aber wenn man sich eine Sache, eine Schublade oder einen Krempelherd (das Wort war doch von Dir Milla oder?) vornimmt und den beseitigt – das ist überschaubar und bringt einen schon voran.

    Wenn man es wirklich ernst angeht, hat man echt in 1 Monat ne piccobello Wohnung und ist in allen Lebensbereichen wohlorganisiert (nein Frau Venus – wenn da das mal in Farbe sehen willst, bist Du bei mir leider falsch – es sieht NIE aus wie bei Schöner Wohnen…. aber dafür WOHNE ich da – grins…)

    1. Ich halte die Minischritte keineswegs für doof, ich habe mir schon oft große Projekte vorgenommen und sie dann vor mir hergeschoben, weil ich dachte, ich schaff das nie in zwei Stunden. Mit Kind am Bein. Aber 15 Minuten ausmisten scheint machbar. Ich habe seit Tagen eine blitzende Spüle und gemachte Betten. Und das komische Gefühl, die Fliegenfrau steht immer in der Zimmerecke und zeigt mir stolz zwei Daumen nach oben. 🙂

      1. Ha – angefixt! Doch – da gibt es schon viele gute Anregungen. Und sich z.B. eine Schublade oder ein verkruschteltes Regalfach vornehmen – das ist immer eine überschaubare Aufgabe. Macht aber für den Gesamteindruck durchaus was aus.

        Und für einen selbst….

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.