Überrascht…

…hat mich neulich mein Auto mit der Ansage, mein Dieselpartikelfilter sei voll. Nachdem ich Zeit meines führerscheinbewehrten Lebens bislang Benziner gefahren habe und erstmals mit einem Dieselmotor unterwegs bin, wusste ich mit diesem Hinweis zunächst nicht viel anzufangen. Dass mein Auto mich anwies, die Fahrt fortzusetzen, beruhigte mich aber. Kann ja nix kaputt sein, wenn ich weiter fahren soll. Da mein Digitaldisplay aber partout nichts anderes mehr anzeigen wollte (Zündung aus, Zündung an, nüscht), blätterte ich im Bordbuch. Wenig später fand ich mich auf offener Strecke in einem röhrenden Auto.

Denn, so hieß es in der Bedienungsanleitung, der Filter reinige sich selbst, wenn man etwa 7 Minuten bei mindestens 2000 Umdrehungen unterwegs sei. Ich röhrte also bergauf und bergab, fuhr innerorts im ersten Gang um Kurven und kam mir ein bisschen vor wie Sandra Bullock in „Speed“. („Der Motor kann erheblichen Schaden nehmen, wenn der Reinigungsvorgang unterbrochen wird!“) Nach knapp 25 (!!!) Minuten endlich verschwand die unmissverständliche Aufforderung dann endlich wieder vom Display. Erleichtert stellte ich das Auto bei Freunden in die Hofauffahrt. Als wir später wieder losfuhren, sagte das Display „Bitte StabiliTrak überprüfen“. Im Bordbuch war dazu nix zu finden und ignorieren half erstmal. Letzte Woche hieß es dann plötzlich: „Bitte Frontkamera warten“. Gestern dann: „Bitte Scheibenwisch-Flüssigkeit auffüllen.“ So langsam ahne ich, wie das Wort „Bedienung“ in Bedienungsanleitung gemeint ist. Bitte sehr, bitte gleich.

 … war ich vorhin von meinem Föhn. Mein treuer Haartrockner gibt neuerdings Geräusche von sich, die Grund zur Sorge bieten. Ein bisschen klingt das Gebläse, als wäre etwas verklemmt. Aber ich bin ja auch ein Schüttelföhner, sprich, ich wedle mit dem Gerät vor meinen Haaren hin und her. Bei jeder Bewegung macht der Föhn „Grrrrrrzzzz“. Wenn ich ihn ganz still halte, hört man nix. Was könnte das wohl sein? Nachdem ich einmal einen Haartrockner hatte, der sich mit Stichflammen verabschiedet hat, bin ich vorsichtig. Gehört hatte ich damals aber nix, bin also jetzt zuversichtlich: Föhne, die knarzen, brennen nicht.

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… war ich beim Biss in die braune Beilage, die da einer Mönchskuttenmütze gleich auf dem Sushi-Reisbällchen thronte, das am Samstag beim Running Sushi so oft an mir vorbei fuhr, bis die Neugier siegte. Es sah aus, wie ein karamelisiertes Gebäckstück und reihte sich perfiderweise in eine Riege Desserttellerchen ein. Erste Erkenntnis – was knusprig aussah, war labberig und weich. Ich biss vorsichtig hinein und die Realität holte mich ein. Was sich als krosser, süßer Keksmantel darstellte, hatte die Konsistenz eines ausgedienten Schwammtuchs (und vermutlich auch den Geschmack, das kann ich aber nicht verifizieren, da ich sonst nie in Schwammtücher beiße.) sushi 1

 

Es gibt echt nicht viel, was ich auf dem Teller liegen lasse, aber das KONNTE man nicht essen. (Ich vermute, es war eingelegter Tofu. Ich hoffe das.) Der Rest war aber sehr lecker. (Die Bilder sind vom leckeren Teil.)

 

… sind immer wieder andere Leute, wenn sie unser Kind so erleben. Ich selbst kann nicht beurteilen, wie andere Kinder in ihrem Alter sind. In der Krabbelgruppe finde ich die Kids alle ganz ähnlich. Für uns ist es normal, dass sie mit ihren gut zwei Jahren im Restaurant mit Löffel und Gabel isst und dabei fast nix daneben geht. Auch, dass sie probiert, was wir so essen, es sei denn, es ist wirklich scharf. Auch, dass man sich schon ganz gut mit ihr unterhalten kann und dass sie sinnvolle Antworten auf Fragen gibt. Wir genießen das lustige Kind einfach sehr. Auch wenn es einen AtemlosdurchdieNacht-Dauerschleifenanfall hat.

Und bei Euch so? Irgendwelche Überraschungen?

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