Hatschi!

Sie hat es geschafft. Das war zu erwarten, eigentlich, denn sie schafft es jedes mal. Wenn das Kind einen Schnupfen hat, kann ich schon mal Taschentücher und heiße Zitrone bereitstellen. Denn es wird exakt zwei Tage dauern, bis ich ein Kratzen im Hals verspüre. So auch diesmal. Und so rotzeln wir jetzt also im Duett, sie abklingend, ich anschwellend. Nur kann ich mir meine Nase schon selbst putzen. Und während wir also hier unsere Wehwechen pflegen, wollte ich Euch doch mal zeigen, dass ich nicht nur Herrin am Kochlöffel, sondern manchmal auch am Malerpinsel bin. In einer alten Fabrik, in dem der Herzensmann sein Imkerzubehör und seine Werkstatt unterbringt, fällt für mich ein Raum ab. Ich freue mich schon sehr drauf, ein Kreativzimmer einzurichten dort. Allerdings ist das alte Dach undicht und diese Baustelle müssen wir zuerst angehen. Und weil ich da also noch nicht loslegen kann, pinsle ich mal die Werkstatt des Gatten an. So nett bin ich.

Ein paar wissenswerte Verhaltensregeln für Baumärkte und Baustellen:

1. Holzleitern sind schwer und heimtückisch. Will man sie von A nach B bewegen, empfiehlt es sich dringend, die Finger aus dem Bereich fernzuhalten, der als erstes zuklappt, wenn man sie anhebt. Hängt die Leiter mit ihrem gesamten Gewicht am kleinen Finger, der in der zugeklappten Metallschere eingeklemmt ist, hilft ein beherzter Tritt gegen die unteren Sprossen, um den Finger wieder freizukriegen. Insgesamt kann ich Euch dieses Vorgehen jedoch nicht empfehlen.

2. Beim Umgang mit Farbe ist davon abzuraten, den Deckel des Farbeimers auf dem Boden zu lagern. Es sei denn, man betrachtet die eigenen Schuhabdrücke in strahlendem Weiß auf dunklem Boden als Zeugnis seines emsigen Schaffens oder als Kunst.

3. Will man im Baumarkt alleingelassen werden und sich in absoluter Abgeschiedenheit durch Verarbeitungshinweise auf Farbeimern lesen, trägt man alte Jeans mit Farbflecken und Sicherheitsschuhe. Will man von Verkäufern flankiert sein und alle zwei Minuten gefragt werden, ob man Hilfe braucht, trägt man saubere Jeans und High heels.

Alles von mir für Euch aufopfernd erprobt.

Und jetzt werde ich für die Brut und mich was kochen. Hunger hat man blöderweise, auch wenn man krank ist.

10 Antworten auf „Hatschi!“

  1. Das mit dem Baumarkt ist ein guter Tipp. Letzteres wäre mal einen Versuch wert. Wurde noch nie von dem üblicherweise unsichtbaren Personal flankiert!

  2. Hm, also wenn ich in Arbeitsklamotten (also Bauklamotten) im Baumarkt bin, halten mich die Kunden immer für einen Verkäufer und fragen mich irgendwas. Da klappt das mit der Ruhe auch nicht.

    Ist aber durchaus denkbar, dass das geschlechtsabhängig ist…

    1. Vermutlich. Wenn ich mit Klapperabsätzen durch die Regalreihen stöckle, finden sich immer auffällig viele Verkäufer um mich rum bemüßigt, Schrauben zu sortieren und Holzpanele umzustapeln. Und wenn man dann noch sagt „nein danke, ich schau mich nur mal um“, erntet man ultimativ-verstörte Blicke.

        1. Ich habe KEINE AHNUNG wovon Du sprichst. Man kann sich nämlich durchaus von Sachen im Baumarkt inspirieren lassen. Wenn man sie zweckentfremdet verbastelt.

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