Klappe auf – Klappe zu

Klappe auf

Man steht schon ganz schön blöd auf dem Supermarktparkplatz rum, wenn der Taster am Kombikofferraum plötzlich und ohne Vorwarnung den Dienst quittiert. Zum Glück hat wenigstens die Fernbedienung am Schlüssel die Heckklappe zum Sesam-öffne-Dich bewegen können. Seit ein paar Tagen fahre ich aber jetzt schon mit zickigem Kofferraumdeckel herum und heute morgen fuhr ich, einer spontanen Eingebung folgend, direkt vom Kindergarten aus in die Werkstatt. Eine gute Entscheidung. Nicht nur, dass ein Mechaniker grade zwanzig Minuten Zeit hatte, es lag auch der gefragte Ersatztaster im Lager herum. Weil letzte Woche für jemanden bestellt und dann doch nicht gebraucht. Eine halbe Stunde später fuhr ich mit neuem Taster und fünfzig Euro ärmer wieder vom Hof und der Kofferraum tut wieder, was er soll – Klappe aufmachen.

Eine Klappe extra auf ging beim Mittagessen, denn der Herr des Hauses leistete uns unerwartet Gesellschaft – gut, dass meine Zucchiniröllchen in Paprika-Tomaten-Rahm mit Mozzarella und Pasta für alle reichten. Das Rezept gibt’s hier, ich habe den Schinken durch feine Champignonscheiben ersetzt. Wer einen Thermomix hat und den Blog von Iris noch nicht kennt – unbedingt durchprobieren. Äußerst lecker. Alles.

Klappe auf geht hoffentlich auch demnächst in diesem Hause, denn ich habe mich an einer Pizzasonne versucht. Die Füllung besteht aus einer roten Paprika, einem Döschen Mais, einem gut halben Glas rotem Pesto, einer Knobizehe, italienischen Kräutern und Salz. Beim nächsten Mal nehme ich etwas weniger „nasses“, das Eindrehen der Teile ist eine ganz schön matschige Sache. Aber – Hauptsache es schmeckt. Der Teig ist ein normaler Hefeteig. Er wird gedrittelt. Jedes Drittel wird auf die Größe eines Springformbodens ausgewellt. Auf die erste Lage kommt die Hälfte der Pestofülle, dann kommt eine Teigschicht dazwischen, mit dem Rest Füllung und dem dritten Boden wird abgeschlossen. Ich habe mit dem Messer nicht ganz bis zur Mitte „Strahlen“ eingeschnitten und jeweils zwei nebeneinanderliegende zweimal gegeneinander gedreht und die Enden zusammen gedrückt. (Klingt total kompliziert, ist aber easy. Und matschig.) Wer’s nachmachen mag, googelt am besten Pizzablume, Pizzasonne oder auch Pestoblume oder Nutellablume. Das Drehprinzip ist ja immer das selbe.

 

Klappe zu hätte ich heute morgen am liebsten beim Blick aus dem Fenster gemacht. Wir haben Schnee. Neuen Schnee. Das Kind trug die Moonboots und die Schneehose in den Kindergarten. Heute ist Frühlingsanfang. Ich will Osterglocken und grünes Gras und SONNE. Petrus – tu was. Ich wünsch mir das zum Geburtstag.

Klappe zu möchte man auch Daniel Günther zurufen. Der CDU-Fraktionschef in Schleswig-Holstein setzt sich allen Ernstes für den Erhalt von Schweinefleisch in Kantinen und Mensen ein in Form einer Schweinefleischpflicht. Das allein könnte man ja für einen Vorstoß wie den Veggie-Day halten und darüber denken, was man mag. Aber die Begründung macht mich ein bisschen sprachlos: „Wir setzen auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Dazu gehört in unserer Kultur auch der Verzehr von Schweinefleisch.” Aha. Gesunde Ernährung ist also kulturabhängig? Immerhin sagt er auch: „Niemand soll dazu verpflichtet werden.“ Boah. Hab ich ein Glück. Oder eher … Schwein.

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