„Pizza Heureka“, oder: Geschichtsunterricht und Kulinarisches aus dem Hause Dailydress

Wenn ich mir bei der ganzen Hausarbeit ein Ding aussuchen müsste, das ich wirklich gerne tue, dann wäre das auf alle Fälle Kochen. (Leider fragt mich niemand, ob ich den Rest ab sofort einfach weglassen möchte. Man kann halt nicht alles haben, wa?) Beim Einkaufen verlasse ich mich dabei absolut auf meine Intuition. Ich überlege im Vorfeld ungefähr, wann wir alle zusammen am Tisch sitzen, wer was gerne mag und welches Gemüse sich wie lange hält. Und dann fülle ich den Kühlschrank und zwar so, dass ich möglichst wenig Zeit im Supermarkt verschenke, es sei denn, ich habe absolut Lust dazu. Gestern kam ich zum Beispiel nur mit frischen Rosen und anderen Blumen nach Hause, weil der Kühlschrank zwar ziemlich leer, der Laden aber mehr als voll war und ich beim Blick auf die Schlangen an der Kasse nach dem Besuch des vorgelagerten Gärtners einfach wieder umkehrte. So schnell verhungern wir nicht und hey – wenn, dann stilvoll mit Rosen auf dem Tisch.

Manchmal tut so ein bisschen Knappheit auch gut und weckt die Kreativität. (Und bevor hier Carepakete eintreffen – mit unseren Vorräten könnten wir locker die nächsten zwei Wochen überleben, ich sag’s bloß)

     

Also fragte ich das dauerhustende und fiebrige Kind, was es denn gerne essen mag. Nach Spaghetthi zu Mittag stand Pizza ganz oben auf der Wunschliste. Mehl, Wasser, Olivenöl, Hefe und ein Glas Pizzasauce waren auch nicht das Problem. Beim Belag war allerdings etwas Kreativität gefragt. Und so erfanden wir ganz einfach die legendäre griechische Pizza. Die Herleitung ist auch ganz einfach. Das antike Griechenland hat die Entwicklung der Europäischen Zivilisation geprägt. Und ernsthaft – nichts gehört so sehr zur Europäischen Kultur wie Pizza. You get it? Und als die Römer Griechenland besetzt hatten und abends gemeinsam am Hafen der Sonne beim Untergehen zusahen, hielt sicher jemand ein Stück Hefeteig mit Resten aus der Vorratshaltung in der Hand und rief beim ersten Bissen „Heureka!“ Geschichtsunterricht aus dem Hause Dailydress. Nix zu danken.

Und so geht’s:

Für den Pizzateig:

400g Mehl, 30g Olivenöl, 1/2 Würfel Hefe, 220g Wasser, 1TL Zucker, 1TL Salz

Das ist mein Rezept für Hefeteig, den ich im Thermomix mache(n lasse). Geht aber natürlich auch von Hand. Hefe im Wasser auflösen, mit den übrigen Zutaten vermischen und Teig etwa eine Stunde gehen lassen.

Für den Belag:

1 Dose Pizzasauce, 1 mittelgroße Zucchini, Schafskäse mit Kräutern.

Ich habe den Teig in vier gleich große Teile geteilt und zu kleinen, runden Fladen gezogen. Darauf habe ich die Pizzasauce verteilt und die Zucchini, die ich zuvor in feine Scheiben geschnitten hatte, schuppenartig verteilt. Zum Schluss wird der feingewürfelte Schafskäse darüber gebröselt. Backt die kleinen Pizzen etwa 20 Minuten bei 220 Grad, dann wird der Käse schön kross.

Sonst so? Wir haben das Seewochenende um einen Tag gekürzt, damit sich das arme Hustenkind noch einen Tag auf dem heimischen Sofa auskurieren kann. Immerhin fühlt sie sich nicht mehr ganz so wie ein Glühwürmchen an und hat das Sofa auf eigenen Wunsch verlassen. Stattdessen werde ich morgen meinen Balkon fit machen für die Sommersaison und ein bisschen buddeln. Aber jetzt werden wir erstmal die griechische Spezialität genießen. In diesem Sinne – kalinýchta und buonanotte.

 

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