So besch…
hab ich lange nicht mehr geschlafen…
Müde und zufrieden hab ich mich um elf unter die Decke gekuschelt
, um um halb zwei wieder aufzuwachen – ungefähr so:
. Ausgeschlafen irgendwie. Dabei war ich noch in die Decke verwickelt und mir war lästig warm. Ich wäre sicher wieder eingeschlafen, hätte nicht vor meinem Fenster die Erde ihren Untergang geprobt – es rumpelte, rasselte, plätscherte und blitzte die halbe Nacht. Immer, wenn ich gerade dabei war, einzuschlummern, zuckte ich zusammen, als wolle mich jemand unbedingt wachhalten. Heute morgen hätte ich dann prima schlafen können.
Hätte sich nicht der Schornsteinfeger um halb acht angekündigt. Jetzt ist es fast acht. Er war noch nicht da.
Ich höre Stimmen!
Die Geschichte nahm vorgestern ihren Anfang.
Ich war mit Mami bummeln in der Stadt. Ob es an einem magnetischen Erdfeld oder an einem inneren Zwang liegt, ich kann es nicht mehr sagen. Denn wie in einem Sog fühlte ich mich zum Schaufenster des Schuhladens hingezogen. Und da hörte ich die Stimme zum ersten Mal. Sie hauchte “Hallo”. Ich schaute links und rechts, musterte meine Mama eingehend… nein, da war keiner, der mich hätte meinen können. Und doch war die Stimme noch da: “Hal-o-ho”, flüsterte sie wieder. Da erkannte ich es: Die Stimme ging von einem Paar güldener Sandalen aus!
Ich guckte nur kurz hin und gleich wieder weg. Hübsch waren sie ja. Aber ne. Nicht schon wieder Schuhe. Diesmal nicht. Ich ignorierte fleißig das lockende, säuselnde Anbiedern der außerordentlich hübschen, hochhackigen… na, ihr wisst schon.
Wir schafften es, uns von dem Schaufenster loszueisen. Die Stimmen in meinem Ohr wurden mit jedem Schritt leiser. Als ich abends im Bett lag, war ich geradezu stolz auf mich. Bis gestern morgen. Die Stimmen waren wieder da. Und das, obwohl zwischen meinem Bett und dem Schaufenster mindestens fünf Kilometer lagen. Die Stimmen waren traurig. “Einfach so hast Du uns stehen lassen”, flüsterten sie. “Dabei haben wir dir doch gefallen, oder?”… “Ja, schon”, wollte ich mich gerade rechtfertigen, da begann die Stimme mir zu drohen! “Stell Dir vor, eine andere Frau kauft uns! Mit Hornhaut und ungepflegten Zehennägeln!” Mir wurde ganz schlecht. Diese hübschen goldenen Sandalen an ungepflegten Frauenfüßen, die sie gar nicht zu schätzen wussten? Mit einem unguten Gefühl beendete ich das Frühstück. Mein Verstand sagte unaufhörlich Dinge wie “Du hast schon vier Dutzend Paar Schuhe.” “Kein Mensch braucht GOLDENE Sandalen”. “Bestimmt sind sie unbequem”.
Womöglich waren sie ja schon längst verkauft! Ich könnte ja mal… nein. Ich kaufe keine Schuhe. Ich fuhr also in die Stadt. Und schlenderte durch etliche Geschäfte, immer darauf bedacht, die Stimmen zu ignorieren oder durch andere zu ersetzen. Aber weder von lindgrünen Tops noch von weißen Jeans, noch nicht mal von glitzerbestickten Geldbörsen ging irgendein Mucks aus. Nichts. Ich konnte geradezu ekstatisch feststellen, dass genau DIE Jeans, die es letztens nicht in meiner Größe gab, endlich wieder ganz oben auf dem Hosenstapel lag. Aber nichts. Die Jeans sagte keinen Piep. Na schön. Ich lauschte also nochmal in mich hinein. “Du willst es doch auch”, sagten die Stimmen da. Ich konnte nicht anders. Verließ den Laden mit der lindgrün-Glitzer-Superjeans-Auslage und marschierte geradewegs auf den Schuhladen zu. Um ein Haar hätte ich “Ich kooommeee” gerufen, als ich die Ladentür stürmte. Der Handel war schnell perfekt. “Diese Sandalen in Größe 37”, die Verkäufern hechtete gehorsam ins Lager, die Schuhe passten, sehen wunderbar aus, bezahlt, eingetütet, raus aus dem Geschäft. Und die Sandalenstimmen? Sie schweigen. Die Schuhe geben keinen Ton mehr von sich. Sie sehen einfach nur noch gut aus an mir! Nur die Stimme in meinem Ohr, die ist noch da. Kurz nachdem ich Zuhause war, hab ich sie wieder gehört. “Jetzt hast Du ja schon wieder Schuhe gekauft. Musste das sein?”, fragte sie mich spöttisch. “Halt die Klappe”, habe ich zu mir gesagt. Und die Sandalen glitzerten zustimmend.
Männer im Stress…
…sind irgendwie … wirr.
Nachfolgend eine Sequenz aus dem Telefongespräch mit einem Kollegen gestern.
Er: Ich rufe an, wegen der Rezension. Wann schickst Du die?
Ich: Ich bin so gut wie fertig, Du kriegst Sie innerhalb der nächsten Stunde.
Er: Nein. Das ist für Samstag. Schick mir das morgen.
Ich:
Naja, schicken kann ich es ja gleich. Was Du dann damit machst, ist ja Deine Sache. Kannst es ja aufheben.
Er: NEIN! NICHT HEUTE SCHICKEN! Schick’ sie mir morgen, ich bin grad im Stress.
Ich:
Äh… ok. Mach ich.
Er: Hast Du denn ein Foto von der Autorin?
Ich:
Nein, ich habe auch nur ihr Buch gelesen und sie noch nicht persönlich kennen gelernt.
Er: OK. Dann bis morgen.
Ich: Ok, bis morgen. (
)
Zweiter Anruf, fünf Minuten später
Ich: Du hast mir grade eine mail weitergeleitet von dem Verlag. Da ist im Anhang doch ein Bild der Autorin!
Er: Ja und? Ich brauch doch kein Bild von der!
Ich:
Ah nein? Ich dachte… egal. Ich schick dir den Text dann MORGEN zu.
Er: SAG ich doch!
…
Ich hatte den Eindruck, er ist im Stress. Aber das ist ja wohl nicht nur gestresst. Das ist verplant.
*kracks*
<
Damit hast du nicht gerechnet!
So langsam verblüffen mich die Glückskekse aber! Aber ich lass mich ja gerne überraschen!
Ach ja?
<
Gute Nachrichten von weit her erreichen dich.
Sagt mein Glückskeks für heute… was könnte das sein?
Was ist “weit her”? Hm… ich bin mal gespannt.
Nachtrag:
Ich habe eben seit langer Zeit mal wieder eine sms von meiner ehemaligen Mitbewohnerin bekommen. Sie hat Probleme mit einer Vorgesetzten und will kündigen… wirklich gut ist diese Nachricht nicht gerade…
Mal sehen, was noch so passiert.
Der Rhythmus…
…bei dem ich mit muss…
Gestern habe ich versucht, mein Tagwerk nach meinem inneren Rhythmus zu richten. Und siehe da: Es funktioniert prima. Ich habe bis neun geschlafen, meinen Kaffee getrunken und Zeitung gelesen. Ich war einkaufen und habe gekocht. Nach dem Essen falle ich in ein Loch, das ich mir bisher selbst verboten habe, sprich: Rumgammeln gilt nicht. Blöderweise bin ich zwischen 13 und 16 Uhr aber nicht gerade produktiv. Egal, was ich anpacke, ich brauche immer doppelt so lange dazu, wie sonst.
Gestern war ich mal gnädig mit mir. Ich habe mir ein Buch geschnappt und bis halb vier in Ruhe gelesen. Und siehe da, plötzlich kam die Energie zurück und ich habe zwei Stunden lang geputzt, gewirbelt und gefeudelt und stand abends vor einer sauberen Wohnung, in deren Küche ich zwischendurch noch fürs Schatzis Grilltreffen einen Salat gemacht habe, und war völlig entspannt und organisiert. Dann habe ich noch eine Stunde gemalt und danach bis um halb elf gelesen. Der Fernseher ist aus geblieben.
Schade, dass man nicht immer nach dem eigenen Rhythmus arbeiten kann. Ich wäre produktiver, wenn man mich ließe.
Quaaak!
*kracks*
“Überraschungen sind die Würze des Lebens.”
Sagt mein Glückskeks heute. Da hat er ja mal ins Schwarze getroffen.
*Blätter*…
…ich bin eine bekennende Leseratte und befinde mich gerade wieder in einer Lesephase. Was gibt’s schöneres, als sich mit einem guten Buch von der Welt zu verabschieden, für ein, zwei, sieben Stündchen, und zu lesen, bis man nicht mehr weiß, wie man sitzen soll…
Erst hatte ich “Milchgeld” ausgelesen, mir dann die Fortsetzung gekauft (“Erntedank”), habe zwischendurch aber einen anderen Krimi gelesen und gleich die Säulen der Erde auf Englisch besorgt. Jetzt lese ich Erntedank und danach geht’s ans Englische. Bücher sind für mich noch mehr eine Sucht, als Schuhe. Ich komme an keinem Buchladen vorbei, ohne wenigstens fünf Bücher in die Hand genommen und ein bisschen quergelesen zu haben.
Ich besitze auch Bücher, die ich nie fertig gelesen habe. Die warten auf mich. Vielleicht finde ich mal einen Zugang dazu. “Unten am Fluß” ist so eins. Und “Hannas Töchter”.
So. Genug unwichtiges Zeug niedergeschrieben. Andere Leute schreiben Spannenderes. Ich bin dann mal lesen.
Ich, ein Liebesschwindler???
Bei Loni hab’ ich den Link entdeckt und weil ich zwar das Buch, aber keine echten Bärli habe, gibt’s das Online-Orakel. Auf dem Camembert bin ich übrigens noch nie gelandet. Und in Entengrütze schon gleich gar nicht.
Drei rote, zwei orangene Bärchen
LEIDENSCHAFT, ENERGIE, LEICHTFERTIGKEIT
Sie sind leidenschaftlich. Und unruhig. Aktiv. Und ein bisschen oberflächlich. Sexy. Und leichtgläubig. All das zeigt diese Bärchen-Kombination an. Sexy und leichtgläubig? Ja, mit Charme kann man Ihnen allerhand einreden. Wenn in irgendeinem Film ein Paar wild auf dem Küchentisch tobt, dann wollen Sie das nachmachen. Und wundern sich, wenn unter Ihnen der Tisch zusammenbricht und Sie auf dem Camembert landen. Oder eine Zeitschrift gaukelt Ihnen vor, im Ruderboot sei die Liebe besonders romantisch. Und Sie halten sich dran, kentern prompt und kippen in die Entengrütze. Es ist toll, wieviel erotische Energie in Ihnen steckt! Wieviel Enthusiasmus! Aber lassen Sie sich nicht alles aufbinden. Drei rote Herzen und zwei orangene Signallampen sind in England das Wahrzeichen einer berühmten Vereinigung: der Interessengemeinschaft der durch Heiratsschwindler Geschädigten. Dreimal Rot, zweimal Orange haben Sie gezogen. Okay, Sie werden niemals zu dieser Gemeinschaft gehören. Aber es kann Ihnen passieren, dass Sie Schwindeleien glauben. Gerade, wenn Sie lieben. Es passiert Ihnen, dass Sie sich auf Worte verlassen, die nie ernst gemeint waren. Gerade wenn Sie voller Begeisterung sind. Ist das schlimm? Nein. Sie machen es ja genauso. Denn Leichtgläubigkeit und Leichtfertigkeit gehören zusammen. Fragen Sie sich doch mal, ob nicht auch Sie manchem netten Menschen was vorgemacht haben. Nicht absichtlich. Aber immer dann, wenn Ihr Feuer schnell entzündet ist, erlischt es auch bald. Und es gibt Leute, die da nicht mitkommen. Die das trifft. Und die überlegen, ob sie nicht eine Vereinigung der durch Liebesschwindler Geschädigten gründen sollten. Mit Ihrem Foto auf dem Fahndungsplakat. Würde Ihnen das Spass machen? Klar, das würde es. Weil Ihnen das Leben Spass macht. Nach diesem Bärchen-Zug erst recht.
Orakel
