Clopabier…

Ich weiß, man liest fremder Leute Briefe nicht. Aber sind Einkaufszettel Briefe? Und sind sie nicht gar für die Augen der Öffentlichkeit gemacht, wenn sie vorwitzig aus einem Einkaufskorb hervorlugen? Gestern Abend beim Bäcker auf dem Heimweg, eine Frau steht neben mir, ihr Korb gefüllt mit dem Wocheneinkauf, sie hat einen Einkaufszettel in der Hand und geht murmelnd mit einem Stift in der anderen Hand abhakend die Liste durch. Als das letzte Häkchen gemacht ist, nimmt sie zufrieden die Brötchentüte über der Theke in Empfang und dabei flattert mir der Zettel vor die Füße. Viel lesen konnte ich nicht. Aber es hat eine ganze Weile gedauert, bis bei mir durchgesickert ist, was “Clopabier” ist.

Dabei fiel mir wieder ein, dass ich es als Kind geliebt habe, den Einkaufszettel in der Küche klammheimlich zu “modifizieren”.
Ich habe jeden einzelnen Posten in breitestem Schwäbisch niedergeschrieben und dann den Originalzettel vernichtet. Meine Mama, die dann nichtsahnend den unschuldig anmutenden Zettel geschnappt hat, stand wohl des Öfteren mit rotem Kopf im Supermarkt, weil sie sich laut vorlesen musste, was da steht, um zu kapieren, was es heißen soll. Ihre Befürchtung war jedesmal, dass man sie für komplett vertrottelt halten müsse, während sie Dinge wie “Baba… Babbadegg… Babbadeggldeller??” oder “gfrohrene Broggele” vor sich hinmurmelt. Manchmal musste sie einzelne Dinge nach längerem Grübeln auch einfach auf den nächsten Einkauf verschieben, weil ihr beim besten Willen nicht einfallen wollte, was ich damit gemeint hatte. Ich fand’s immer sehr lustig, sie konnte zum Glück auch immer drüber lachen. Hinterher. Wir sind halt ne lustige Familie.

Wer weiß also, wer das “Clopabier” verbrochen hat. Nur weil das da so stand, ist das noch keineswegs der Beweis für eine Rechtschreibschwäche der Einkäuferin. ICH weiß wovon ich rede.

ABC-Update, Teil 3…

A wie alte Zeiten. Gestern war ich beim Treffen der freien Mitarbeiter meiner alten Tageszeitung. So sehr ich mich gefreut hab, den Haufen mal wieder zu sehen – es ist nicht mehr dasselbe. Wo früher echter Teamgeist die Leute hat füreinander einstehen lassen, herrscht heute irgendwie missgünstige Stimmung. Die wenigsten scheinen noch mit Freude ihren Job zu machen. Schade. Für mich aber ein Zeichen, dass es damals nicht schlimm war, dass ich mein berufliches Leben neu ausrichten musste.

B wie Buchhaltung. Wow, was man alles falsch machen kann bei so ner Gehaltsabrechnung. Die machen das doch extra, sonst würden die ihre Hotlinemitarbeiter ja entlassen müssen. Aber jetzt passt es endlich. Und die Krankenkasse zahlt brav aus der Umlage 2 den Erstattungsbeitrag fürs Mutterschaftsgeld. Bin n’Vollprofi, merkt man, ne?

C wie Chef. “Denk an Deinen Ausweis. Denk an deinen Boarding-Pass. HAST DU ALLES?” “Jaha, ich kann selbst denken, bin ja nicht doof.” Cut. Am nächsten Tag, mein handy klingelt “Kannst du mal an meinen Schreibtisch gehen, ich hab die Adresse vergessen, wo wir hin müssen.”….

D wie Dachs, leider überfahren. Der lag am Straßenrand heute morgen. Ganz schön massig, die Tierchen…

E wie Eiszeit. DAS soll eine Klimaerwärumg sein? Warum trag ich dann einen Schal? Im JULI! Siehe auch T.

F wie Ferienwohnung. In eine solche will ich. Irgendwo aufs flache Land. Nur Herr Schatzi und ich. Bald. Siehe auch U.

G wie gelacht habe die ganze Kirche bei der Fahrzeugsegnung neulich, erzählte mir mein ehemaliger Kollege gestern. Der Pfarrer hatte angekündigt, jedes Auto mit einem Spritzer Weihwasser zu segnen. Worauf der kleine Sohn meines Kollegen ein entsetztes “OH NEIN!” ausrief.

H wie Hunger. Was da in Ostafrika passiert, ist unfassbar. Wieso sperrt eine Regierung die eigenen Leute ein und lässt sie elend verrecken. An Hunger. Und weigert sich, Hilfe anzunehmen. Hat jemand ne Idee wie man helfen kann?

I wie immens. Immens ist mein Arbeitspensum, seit meine Chefin nicht mehr da ist. Aber seit einigen Tagen merke ich, wie ich anfange, andere Dinge als vorher zu überwachen. Die Angst zu verlieren, irgendwas wichtiges zu vergessen. Es läuft. Ich denke. Noch ist nichts verschütt gegangen oder vergessen worden.

J wie Jahrestag. Am 6. August sind es schon vier Jahre in diesem irren Laden. Hammer wie die Zeit vergeht.

K wie Klamotten. Ich hab mal wieder was gekauft. Seit meinem shopping-Embargo kaufe ich viel weniger und viel bewusster. Hatte also was Gutes.

L wie Lachfalten. Ich hab welche. Sind mir just heute morgen wieder aufgefallen, als ich zerknitterterweise in den Spiegel sah. Aber sind das nicht die schönsten Zeugen eines gelebten und gelachten Lebens?

M wie Manieren. Ist es denn zu viel verlangt, wenn man in einer Tiefgarage Leuten begegnet, die offensichtlich im selben Gebäude arbeiten, wenigstens zuzunicken? Oder gar Hallo zu sagen? Oder wenigstens auf ein Hallo zu antworten? Das selbe ist mir im Aufzug passiert. Ich wurde zwar angstarrt, mein Gruß blieb aber unerwidert. Also bitte. Ein bisschen Manieren schaden nie.

N wie Norwegen. Ich habe keine Worte für sowas. Aber es beschäftigt mich, wie vermutlich viele. Junger Mann aus gutem Hause, nie auffällig. Was bringt einen Menschen nur zu so einer Gräueltat.

O wie Ordner, können ganz schön schwer sein. Wurde wieder mal bestätigt neulich, als mir das Regalbrett voller Ordner entgegen kam und ich den Sturz des mittigsten Ordners nur unter Einsatz meiner Stirn verhindern konnte. Autsch!

P wie Parktickets. Ich ärgere mich jedesmal über diese geldgierige Stadt, in der ich arbeite. Als stille Verweigerung gegen Wucherei und JA(!) Wegelagerei löse ich nie ein Parkticket. Seit vier Jahren bin ich glimpflich davon gekommen.

Q wie Quark. Steht seit geraumer Zeit in meinem Kühlschrank, ich weiß nicht so recht, was ich daraus machen wollte. Ideen?

R wie Respekt, den mir unser Geschäftsführer abverlangt. Der Mann wird 88, fährt mit seinem dicken Benz morgens um viertel vor sieben (!) im gestärkten weißen Hemd und im Anzug recht zügig über dunkelgelbe Ampeln und arbeitet jetzt “nur noch” halbtags. Sein Sohn ist mit Mitte 60 halt blöderweise sowas wie der Prinz Charles der Firmengeschichte. Aber unser Seniorchef ist echt ein erstaunlicher Mann.

S wie Schokolade. Chilli-Granatapfel ist keine geeignete Füllung für Schokolade. Rindsrouladen mit Vanilleeis auf Fruchtspiegel isst ja auch keiner.

T wie Temperatur. Hallo! Es ist Juli! JULI! Das ist NICHT Herbst!

U wie Urlaub. Noch drei Wochen und einen Tag. Mach dass es schnell geht.

V wie Verkehrsunfall. Erinnert ihr Euch an mein Gemotze von neulich wegen der gesperrten Straße? Ich nehm’s zurück. Es hat einen Unfall gegeben, bei dem ein 24-Jähriger ums Leben kam. Er ist unter Alkoholeinfluss mit nem gestohlenen Auto ohne Führerschein im Dunkeln geflüchtet und frontal mit einem Lkw kollidiert. Er war sofort tot. Siehe auch Z.

W wie Weihnachtskarten. Neulich kam der Katalog ins Büro. Wir sollten uns den Frühbucherrabatt sichern. Im Juli. Alles was Recht ist. Auch wenn’s von den Temperaturen her passen könnte.

XY sind eh keine Buchstaben.

Z wie

Ich, die Kampfpilotin…

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“Pendler haben den selben Stresspegel im Straßenverkehr, wie ein Kampfpilot im Einsatz”

– das ist die Weisheit, die mir das Rundfunkgerät meines Kampfjets Automobils heute morgen mitteilte. Und tatsächlich. Ich kann es bestätigen. Nicht immer zwar, denn meist erweise ich mich als besonnene Fahrerin mit einer an Stoizismus grenzenden Ruhe und Gelassenheit. Aber manchmal, MANCHMAL weckt das Gependel und das nicht mal eines Fahranfängers würdige Verkehrsgebaren meiner … äh… Bundesstraßen-Mitbewerber das Tier in mir und ich ergieße eine Flut von Flüchen, vorgetragen im lieblichen Tonfall eines Presslufthammers über mein Lenkrad. Hinterher finde ich es meist ein wenig albern, da die Adressaten meiner Verwünschungen ja eh nichts davon mitbekommen, außer dass sie einer kleinen Frau in einem gelben Auto angesichtig werden, die die Augen aufreißt, wild in ihrem Auto herumfuchtelt und den Mund auf und zu macht wie ein Karpfen auf dem Trockenen. (Es sei denn, ich hatte mal wieder vergessen, dass das Cabriodach offen ist.)
Heute morgen auf jeden Fall ward das besagte Tier mal wieder wachgekitzelt durch eine Polizeisperre, die die einzige Einfahrtsstraße in die Stadt meiner Arbeitsstätte gesperrt hatte aus nicht erkenntlichem Grund. Gut, man hat ein Mähfahrzeug den Randstreifen bearbeiten sehen, aber ich will einfach nicht glauben, dass die Straße MORGENS IM BERUFSVERKEHR wegen MÄHARBEITEN GESPERRT WIRD, WO MAN DIESES SCHEISSGRAS DEN GANZEN TAG NOCH MÄHEN KÖNNTE.
Eine solche unvermittelt auftretende Sperrung, die dem Fahrer eine spontane Entscheidung abverlangt, führt morgens zwangsläufig zu Chaos. Viel zu eingefahren, im wahrsten Sinn des Wortes, ist für die meisten die morgendliche Strecke, als dass sich eine Änderung dieser ohne Vorwarnung und ohne konkrete Alternativen bewerkstelligen ließe. Es kam wie es kommen musste. Die Kolonne bremste auf ein Mindestmaß an Geschwindigkeit ab, grade so, dass der erste Gang noch seinen Dienst tat. Schlich um den Kreisverkehr herum. Wurde bei der gesperrten Ausfahrt noch ein bisschen langsamer, um das unheilvolle blaue Blinken auf den Fahrzeugen der Exekutive länger auskosten zu können und sich der Undurchlässigkeit der Sperrung nochmals zu vergewissern. Entschloss sich zögernd und ratlos, in die nächste Abfahrt einzubiegen, da alles andere die ebenso ausweglose Umkehr nach Hause bedeutet hätte. Und schlich. Fortan. Mit 50 Sachen über die Bundesstraße. Unschlüssig. Irritiert. Wehmütig.
Es war einer der Momente, in dem Ortskundige vergessen, dass sie solche sind und sich hilfesuchend den gelben Richtungsschildern zuwenden, als hätte man sie durch ein imaginäres schwarzes Loch in die Innenstadt von Rom zur Mittagszeit katapultiert.
Langer Rede, kurzer Sinn. Ich kam irgendwann an. Gefühlte 15 rote Ampeln und eine halbe Stunde später als gewöhnlich.
Morgen nehme ich meinen Kampfjet. Und wehe, da fliegt so ne Gurke vor mir.

Wenn alle…

…Gehältergötter jetzt frohstimmt sind, müsste das Chaos von gestern bereinigt sein und jeder ordnungsgemäß sein Geld bekommen. Wenn nicht, bring ich die Buchhalterin als Menschenopfer.
Soviel zu diesem Thema.
Dann stand ich noch ne Weile im Tonstudio und habe Küsse in die Luft gehaucht und “peng, peng, peng” gemacht und ähnliche Faxen. Und ich habe Blattglanz gekauft, um die Palmen im Office aufzumöbeln. Und zwei Mitarbeitern zwei Wohnungen gezeigt, eine Checkliste für die Putzfrau geschrieben, einen Termin für die zweite Impfung eines Neugeborenen gemacht, bei Hermes nach einer Sendung gefahndet und einen Unterstellplatz für ein Motorrad organisiert. Und JETZT fang ich an meiner Liste an.
Irgendwie gibt es für meinen Job keinen Namen.

Lauter werdende Mütter – auch männliche…

…habe ich heute erschaffen. War ja klar, dass ich dann die Lohnbuchhaltung übernehmen muss, wenn ein Superspezialsondernochniedagewesen-Fall eintritt – meine Chefin ist im Mutterschutz. Dolle Wurst. Die Buchhalterin meines Vertrauens hatte so einen “Fall” nämlich auch noch nie. Also haben wir uns zusammen durch die Reiter und Felder gewühlt und uns selbst fast wie kurz vor der Niederkunft gefühlt. Mit Stammlohnarten und Lohngruppen jongliert. Und eigentlich sah es ganz richtig aus. Letzten Freitag.
Bis ich heute gesehen habe, was das Lohnprogramm gemacht hat – aus allen Mitarbeitern werdende Mütter, weil plötzlich keiner mehr Gehalt, aber alle Mutterschaftsgeld bekommen. Brutto = Netto. Klar hätten die sich gefreut. Aber aus meiner Sicht war es ein mittleres Fiasko. Ich habe es aber soweit hingebogen, dass die Mitarbeiter jetzt Festlohn bekommen und die eigentliche Mutter in spe das, was ihr zusteht. Morgen geh ich da nochmal hin und dann wird die Nachberechnung in die Wege geleitet.
Während ich um den Monitor kreiste und Handbücher wälzte und leicht panisch wurde, klickte die Buchhalterin seelenruhig durch die Fenster. “Hier vielleicht? Hm… nein. Das hier? Oh, sehen Sie mal, das sieht gut aus…”
Ob es das tut, sehe ich dann morgen. Die Probeabrechnung sah zumindest nicht falsch aus.

Gut gebrüllt…

Löwe…Sekretärin!
Mein Arbeitsalltag als Assistentin der Geschäftsleitung unterscheidet sich sicher aufgrund der Branche von dem einer Chefsekretärin bei einer Bank. Hin und wieder übersehe ich schon selbst, wie schräg manches ist, weil sich mein “Normalitäts-Rahmen” längst ins Schräge verschoben hat.
Am Freitag wurde dies mal wieder überdeutlich, denn da bat mich unser Sound-Designer um Hilfe. Er benötige einen weiblichen Schrei, der Schmerz ausdrücke und Wut. Also stand ich eine geschlagene Stunde in unserem Tonstudio vor einem Mikro und brüllte wie am Spieß. Gut gemeinte Ratschläge wie “Stell Dir vor, Du bekommst grade ein Kind” oder “Denk einfach, Du säßest auf dem Klo”, waren nicht unbedingt hilfreich. Als ich dann fast heiser war, war endlich der richtige Ansatz gefunden und der Brüller war perfekt. Allein das mit dem abschließenden “Seufzer” mussten wir nach viel Gelächter aufgeben, “ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber das klingt alles, als würden wir einen Porno synchronisieren”. Na gut. Ich bin ja eigentlich auch Sekretärin und keine ausgebildete … Seufzerin. Aber Spaß gemacht hat’s auf jeden Fall. ROARRR!

Ein Samstag, wie er sein soll…

…steht mir bevor. Die Tatsache, dass Herr Venus nicht zu Hause ist, stellt die einzige Ausnahme dazu dar, ich hab ihn ja gern um mich. Aber geht halt nicht heute.
Ich hab also ausgeschlafen bis zehn, genieße grade eine Tasse in Gesellschaft des Bloglands, schwing mich gleich unter die Dusche, werde dann noch ein bisschen Staubsaugen und die restlichen Haushaltspflichten erledigen. Dann Lebensmittel einkaufen und mir was Leckeres kochen. Und dann? Um drei werde ich meine “kleine” Cousine treffen, die ewig meine Kleine sein wird, auch wenn sie 24 ist. Ein Eiskaffee um ihren neuen Job zu feiern und ihren Umzug in eine andere Stadt. Ach. Alle werden sie flügge… Und dazwischen? Ich könnte lesen. Oder an meinem Magazin herumwurschteln. Oder telefonieren. Spazierengehen. Über den Urlaub im August nachdenken. Ein Projekt, das ich mit einem meiner Lieblingskollegen auf die Beine stellen will, skizzieren. Oder oder oder?
Was ist denn ein perfekter Samstag? Er erscheint mir immer dann am erstrebenswertesten, wenn grade Montag ist. Oder Sonntagabend. Was macht der Rest vom Blogland heute so?

Meine Mama…

… kommt ganz nach mir. Oder so.
Sie weilt gerade innerdeutsch mit meinem Papa im Urlaub in einem Örtchen, dessen Namen ich vorher noch nie gehört hatte. Just heute morgen tauchte gerade dieses Örtchen jedoch in den Nachrichten auf, mit der Meldung, ein Lama sei dort unterwegs.
Ich griff zum Handy, schrieb eine sms und fragte sie, was sie wohl wieder angestellt hätten, da wäre ein Lama unterwegs und sie möge es doch bitte festhalten, wenn es ihr begegne. Ihre Antwort – “Hallo Tochter, mein Lama ist es nicht, das sitzt mir gegenüber und frühstückt.”

Mein Leben und ich: Szenen einer Ehe, Folge 5: Der Grill!

Mein Mann ist ein Herdentier. Im Grunde sind wir uns da recht ähnlich, was sich für eine harmonische Ehe generell als zuträglich erweist.
Diese Harmonie äußert sich in vielen Gebieten, unter anderem auch dabei, dass wir beide gerne Gäste haben. Wobei uns der Zustand des Gäste-habens voneinander grundlegend unterscheidet. Während die Aufgabe meines Mannes sich dabei auf “Hey, habt ihr Lust am Samstagabend zu Grillen?” beschränkt, obliegt es mir, dafür zu sorgen, dass die durch eine solche Aussage in Gang gesetzte Kaskade an Aufgaben bewältigt wird. Sprich – Schatzi sagt “lass uns Grillen” und ich kümmere mich um das was, das wo und das wie. Die Nebensächlichkeiten also.

Zurück zu letztem Samstag. Während jener Aufruf zum outdoor-Kochen bei mir also eine routinierte Maschinerie, bestehend aus Abklärung der Gästezahl, Auswahl von Grillgut, Wälzen von Rezeptbüchern und Anrichten von Salaten in Gang setzte, hatte mein Mann seinerseits die Idee, diesmal fundamental in den Ablauf der Vorbereitungen einzugreifen: “Ich kaufe einen neuen Grill!”
Dieser Gedanke ist nicht neu, er reift bereits seit einigen Monaten, wenn nicht gar Jahren in ihm heran, erreicht grundsätzlich während der Sommermonate die höchste Dichte und flaut gegen Winter wieder ab. Die bloße Phantasterei um jenes neue Equipment formierte sich just letzten Samstag jedoch zu einer handfesten Kaufabsicht.
Am Samstagvormittag machte sich mein Schatz also auf den Weg dorthin, wo Männerträume wahr werden, was für Männer eine Art Vorzimmer des Paradieses sein muss – er ging in den Baumarkt.
Und erlitt Schiffbruch. Nicht genug damit, dass ein anderer Jäger auf dem weiten Feld der Grills schneller war und den Letzten seiner Art vor Hases Nase weggekauft hatte – im zweiten Baumarkt versagte zu allem Überfluss auch noch die EC-Karte.
Derart zurückgeworfen kehrte der enttäuschte Jäger müde und verdrießlich ins heimische Küchenchaos zurück, goss ein Füllhorn an Verwünschungen und Flüchen über meinen Käsewürfeln und mir aus, die ich, wie es von einer liebenden Ehefrau erwartet wird, den unverschämten Konkurrenzkäufer mitverfluchte und Magnetismus im Hinblick auf dessen Gefährlichkeit für die Funktionalität einer EC-Karte sofort ebenfalls als Teufelszeug anerkannte, und beschloss trotzig, den alten Grill zu benutzen.

Ich hätte es eigentlich wissen müssen.
Die Gäste kamen pünktlich um halb sieben. Mein Mann war schon zu Hause, immerhin, und hockte im Wohnzimmer auf dem Fußboden in kurzen Hosen und verschwitztem T-Shirt. Umgeben von diversen Schrauben, Muttern und Stiften, einem Verlängerungskabel nebst innig damit verbundenem Akkuschrauber, inmitten einer expressionistisch anmutenden Landschaft aus Styroporteilen, Kartons, leeren Plastikfolien und Blechteilen. Auch wenn die Dimensionen der Schachtel hätten vermuten lassen, dass sich mein Mann versehentlich im Kaufrausch eine Fertiggarage nebst Sonnenkollektoren, Dachbegrünung, gepflasterter Einfahrt und Basketballkorb hatte aufschwatzen lassen, war dem bunten Aufdruck zufolge eindeutig ein Grill in der Kartongarage enthalten, der dem Namen “outdoor kitchen” zumindest größenmäßig absolut gerecht wurde.
Während die hungrigen Besucher also artig auf der Couch Platz genommen hatten, wohnten sie einem unvergleichlichen Schauspiel in mehreren Akten bei, dessen Hauptdarsteller mein Mann und der Grill sein Antagonist waren. Das Drehbuch bestand aus einem Schriftstück mit mehreren dünnen Seiten voller kryptischer Zeichnungen mit Pfeilen und Zahlen und es erscheint unnötig zu erwähnen, dass mein Mann, wie alle Männer, in einem solchen Fall eher dem Improvisationstheater zugeneigt ist, als sich an schnöde Vorgaben zu halten.
Unter den staunenden Augen des Publikums, flankiert vom zarten Knurren mehrere Mägen entstand so tatsächlich Stück für Stück ein Grill.
Unter stehenden Ovationen wurde der Held, der einen gewissen Besitzerstolz nicht verbergen konnte, frenetisch gefeiert und nur eine Stunde nach Eintreffen der Gäste ergab sich das erste Steak zischend in sein Schicksal.
Ach ja. Me

ABC-Update, Teil 2…

…weil es so gut funktioniert für Splitter, die keinen eigenen Eintrag hergeben…

A wie Aufstehen – zur Zeit komme ich erstaunlich gut um halb sechs aus den Federn. Oder auf alle Fälle eben vor sechs. Könnte am Sommer liegen.

B wie Buchhaltung. Am Freitag kämpfe ich mich das erste mal alleine durch die Lohnbuchhaltung. Mögen die Finanz-, Steuer- und Gehältergötter mir beistehen.

C wie Chaos – ist erstaunlicherweise ausgeblieben. Trotz “Venus ohne Chefin im Büro”. Der Laden läuft weiter und meine Hirnrinde bröselt entgegen aller Erwartung noch nicht ab.

D wie Danke. Sagt man viel zu selten.

E wie ehemalige Kollegen. Ich bin zu einem Mitarbeitertreffen bei meiner “alten” Zeitung eingeladen worden und freu mich drauf, die Jungs und Mädels wieder zu sehen.

F wie Ferienwohnung. Ich beabsichtige tatsächlich in eine solche zu ziehen im nächsten Urlaub. Wenn etwas absolut erholsam sein müsste, dann doch wohl eine Ferienwohnung irgendwo in Deutschland, irgendwo im Nirgendwo. Wo man im Schlafanzug frühstücken kann. Wie daheim. Nur eben wo anders. Mal sehen.

G wie Grill. Groß und mächtig steht er auf unserem Balkon und nennt sich längst nicht mehr profan Grill, sondern outdoor kitchen. Die Größe gibt ihm Recht, das Teil hat unten ein Schränkchen drunter, links und rechts eine komfortable Ablage und einen großen Deckel mit Griff, so dass man die Grillfläche schließen und wunderbar etwas garen kann. Letztes Wochenende ausprobiert – super!

H wie Hitze – meine Güte, seit Tagen ist es mir einfach nur zu warm des Nachts. Ich hab mich gestern sogar über den heftigen Regen gefreut. Und die kühle Brise heute morgen in der Küche war eine richtige Wohltat.

I wie Insubordination. Hat mir eben meine Muse vorgeschlagen. Hab googeln müssen und dann grinsen. Passt ja so GAR nicht zu mir. Naja. Ein bisschen. Aber alles zum Wohle der Firma.

J wie Japan. Schaaaaade! Ich wollte doch mit den Mädels Weltmeisterin werden. Und dann kommen diese blöden, …, …….(!) Japanerinnen. Aber gut, angesichts des Dramas im eigenen Land gönne ich das denen doch irgendwie. Ein winziges bisschen.

K wie Konsum. Fernsehkonsum nämlich. In letzter Zeit = 0. Ich widme mich viel lieber meinen Büchern.

L wie Literatur. Wow, ich habe so viele ungelesene Bücher! Und bin seit Tagen und Wochen in einer Lesephase, um deren Berg zu minimieren. Und es macht Spaß!

M wie Magazin. Das erwacht allmählich wieder aus der Sommerstarre. Bin wieder motiviert und freu mich aufs weitermachen. Gutes Zeichen.

N wie Nutella, Nutria, Nordlicht, Naturschauspiel und Nebelkerze. Das waren die ersten Begriffe, die meinem Kollegen bei der Frage “Fällt Dir was ein mit N?” einfielen. Ach ja. Nudelholz, noob und Nase kamen auch noch. Ich hab mich für Narzismus entschieden. Das Bildnis des Dorian Gray. Grade ausgelesen und für sehr gut befunden.

O wie Oma. Das Buch über das Leben meiner Oma… ist ein Projekt, das grade mal wieder öfter an die Oberfläche meines Bewusstseins wabert. Wie fängt man ein Buch an? Legt man Charktere fest? Teilt man Kapitel auf? Hm…

P wie Presse. Ich habe am Wochenende mal wieder was für die Zeitung gearbeitet, bei der ich früher war. Hat Spaß gemacht. Ist immer noch ein Traumjob und ich versuche, das wieder öfter zu machen.

Q wie Quantität. Es ist einfach blöd, wenn man grundsätzlich den Hunger seiner Gäste überschätzt. In einem Maß, das einen zwingt, tagelang Reste zu essen, die sich zu absonderlichen Menüs zusammenfügen. Gebratene Nudeln mit Nudelsalat. Örks.

R wie Ringelnatter. Neulich bei den Bienen meines Mannes im Garten entdeckt bei ihrem Versuch, eine Kröte zu fressen. Sie fühlte sich durch unser Auftauchen dann wohl aber derart gestört, dass sie die Kröte, die bis zu den Vorderbeinen bereits in der Schlange steckte, wieder losließ. Wenn die mal jetzt keinen Psychiater braucht.

S wie Suche! Auf die begebe ich mich heute mal wieder mit einem Kollegen. Die ewige Suche nach der Schachtel. Für insider auch “geocaching”. Ist einfach ein schräges Hobby. Aber ziemlich cool.

T wie Tracy… die muss grad Geduld haben. Meine “ich turne am Boden herum”-Phase ist grade nicht mehr so ausgeprägt. Kommt aber wieder.

U wie Uli! Meine beste Freundin! Ich hab ihr ne sms geschrieben, sie hat sie erst am Morgen danach gelesen, aber in der Nacht von mir geträumt. Manchmal funktioniert die connection einfach. Gruß an dieser Stelle, du heimliche Mitleserin! Ja, jetzt schmunzelt sie…

V wie Verwandtschaft. Manchmal erfährt man in fünf Minuten am Telefon Dinge über die Vergangenheit seiner engeren Verwandtschaft, die einem 30 Jahre lang keiner erzählt hat. Von Wunden, die nicht mehr heilen werden. Und nähert sich dabei wieder an Personen an, die einem fremd geworden waren. Weil man sie SO gut versteht.

W wie Wasserbad. Funktioniert am besten, wenn man auch Wasser in den Topf tut. Geht auch ohne, macht aber jede Menge Rauch in der Küche und verzögert den Backprozess. *hust*

X wie äh…

Y wie öh…

Z wie