…derzeit ständig in meiner Nähe. Letzte Woche zum Beispiel. Ich stehe an einer Ampel und sehe zu, wie gegenüber auf einer Abbiegespur ein Auto in den Vordermann rummst. Passiert ist sicher nicht viel.
Gestern hatte ich riesiges Glück. Ich stand als erstes Auto an einer roten Ampel, wollte links auf eine Bundesstraße abbiegen. Meine Ampel schaltet auf Grün, ich fahre an und sehe im letzten Moment, wie von links ein Auto angeschossen kommt.
Entweder der Fahrer hat völlig gepennt oder er hat bewusst die dunkelrote Ampel ignoriert. Fakt ist, dass er mir mit geschätzten 100 Sachen in die Fahrerseite gekracht wäre. Heute morgen hab ich an der Stelle zweimal geguckt, ob die Autos halten. Dafür begegnete mir an der selben Stelle Blaulicht. Zwei Streifenwagen flitzten die Bundesstraße entlang in meine Richtung. Ich stand knapp 20 Minuten im Stau bis ich an der Unfallstelle vorbei war. Wie gut, dass ich mich heute morgen dazu entschlossen hatte, meine Sporttasche gleich noch zu packen und eine Waschmaschine anzuwerfen. Sonst wäre ich fünf Minuten früher aus dem Haus… Es lehrt mich, bewusst und aufmerksam zu Fahren. Das vergisst man nämlich manchmal, wenn man Vielfahrer ist…
Passt auf Euch auf! :winke:
Das Pärchen
Ich verbringe meine Mittagspause regelmäßig in einem kleinen Selbstbedienungsrestaurant, das hausgemachte Suppen anbietet. Wenn ich alleine bin, setze ich mich an die lange Theke und damit direkt vor einem Spiegel.
So hatte ich das Pärchen gut im Blick, das schräg hinter mir saß. Eine Frau Mitte Vierzig und ein äußerst attraktiver Mann, schätzungsweise wenige Jahre älter als sie. Er ähnelte ein bisschen George Clooney.
Die Frau war dunkelhaarig und hatte Locken, die ihr sanft auf die Schultern fielen. Sie hatte auffallend blau-grüne Augen, die sie mit Make-up zusätzlich betonte. Gekleidet waren beide elegant, für den Laden, in dem wir saßen, eher ungewöhnlich, da er vor allem über Mittag von Schülern und Passanten in Anorak und Jeans bevölkert ist. Er trug einen dunklen Anzug, sie ein dunkelgraues Kostüm mit passendem Blazer. Als sie aufstand, um ihren Suppenteller von der Theke abzuholen, zeigte sie unter ihrem kurzen Kostümrock wirklich beachtlich lange und wohlgeformte Beine in Schuhen, die sofort das Neidzentrum in meinem Hirn aktivierten.
Die beiden
ABC-Update, Kälte-Special
A wie … arschkalt. Ok, es ist Winter. Ich kann die dummen Sprüche trotzdem nicht mehr hören. “Wir wohnen halt in nem Mittelgebirge, da wird’s schon mal kalt im Winter. ACH. Aber das da draußen ist nicht kalt, das waren heute morgen MINUS 23 GRAD.
B wie … blau. Meine Daumennägel haben einen leichten Blaustich. Ich sollte mir endlich Handschuhe zulegen, heute morgen ist meine Rechte fast am Zapfhahn angefroren…
C wie … Chaos. Das ist ausgeblieben diesen Winter. Wir haben nur einmal ein bisschen Schnee gehabt und das war’s eigentlich. Der ist zwar liegen geblieben, aber im Vergleich zu den letzten Wintern war’s lächerlich wenig.
D wie … Dauerfrost. Der Wetterbericht erzählt von milderen Temperaturen und meint damit solche im zweistelligen Minusbereich mit einer 1 vorne. Sehr witzig.
E wie … Eis. Überall. Pfützen? Eis. Bäche? Eis. Seen? Eis.
F wie … Frostbeulen. Ich habe echte Probleme mit meinen Händen und meinem Gesicht. Die Haut wird schuppig, egal, wie viel ich sie eincreme. Mit Feuchtigkeitscreme, mit fettiger Creme, sogar mit Melkfett. Schuppig, trocken. Ich mutiere zur Frostbeule.
G wie … Glatteis. Man sieht es kaum. Aber überall bildet sich eine feine Eisschicht und macht Treppen und Gehwege zur Rutschbahn.
H wie … Handschuhe. Ich brauche welche. Dringend. Meine Hände sind immer noch kalt. Als Kind hasste ich Handschuhe und hatte nie welche mit, aber je älter ich werde, desto dringender benötige ich die.
I wie … im Haus. Ich habe keine Lust, rauszugehen. Jeder Meter draußen ist echt ne Qual grade. Lieber Hüttenkoller als Erfrierungen.
J wie … Jammern. Der eine oder andere mag denken, ich sei eine alte Jammerliese. Mag sein. Ich rege mich auch nicht gleich übers Wetter auf. Aber seit Tagen sind es Minusgrade im hohen zweistelligen Bereich, ich kann gar nicht so schnell klappern wie ich friere!
K wie … KÄLTEWELLE. Ich kann das Wort nicht mehr hören. Vor allem – wann hört die Welle wieder auf?
L wie … Liegenbleiber. Ich habe heute morgen etliche Autos mit Warnblinkanlage an der Straße stehen sehen. Was das mit der Kälte zu tun hat, ist mir nicht ganz klar. Die Batterie kann’s doch nicht sein, wenn das Auto mal angesprungen ist.. oder doch?
M wie … MINUS. MIIIIINUS. Es bleibt so kalt, die nächsten Tage. Man ist ja schon froh, wenn die Minusgrade mal einstellig werden.
N wie … Natur. Man steckt eben nicht drin. Letztes Jahr im Februar hatten wir plus 14 Grad. Dafür aber viel mehr Schnee.
O wie … Osten. Da ist es noch viel viel kälter und wenn ich höre, dass in der Urkaine über 200 Menschen erforen sind, dann hör ich ja schon auf zu jammern.
P wie … Palmen. Gestern sah ich im Internet italienische Palmen mit einem Schneehäubchen. Ich war einmal in Italien, als ein plötzlicher Wintereinbruch kam. Die sind da überhaupt nicht drauf vorbereitet. Die Infrastruktur war völlig zusammen gebrochen, wir standen mit unserem Bus sieben Stunden lang vor einer gesperrten Autobahn. Und richtig – haben gefroren.
Q wie … Quecksilber. Das ist soweit unten, dass ich es kaum sehen kann. Und unsere schicken, elektrischen Außenthermometer sind – haha – eingefroren und haben den Geist aufgegeben.
R wie … Risse. Bekommt meine Haut. Hab mich ja schon oben drüber ausgelassen. Es sieht so aus, als bräche sie an ihren “natürlichen” Fältchen entlang auf und wird empfindlich, gereizt und rot.
S wie … Schnee. Gibbet kaum. Die paar Häufchen, die noch liegen, tauen verständlicherweise nicht weg, aber wenigstens sind die Straßen sauber und trocken und es gibt keinen neuen Schnee.
T wie … Tee. Ich mutiere wieder zum Teetrinker. Was gibt es schöneres, als sich die klammen Finger an einer Tasse heißen Tees zu wärmen.
U wie … Uiiiii… ok. Es gibt auch ne schöne Seite. Versöhnlich zum Abschluss. Als die Sonne heute morgen glutrot aufging, malte sie den Schnee zart orange und alles glitzerte gegen den blauen Morgenhimmel. Schön.
V wie … Verkehrsunfälle. Siehe auch L. Es gibt immer wieder Idioten, die trotz Glätte rasen, als gäbe es kein morgen mehr. Und die andere Fraktion, die bei der ersten Schneeflocke vom Gas geht und mit 70 über Bundesstraßen schlurcht. Beide provozieren unnötig Unfälle.
W wie … Winter. Ja, wir haben Winter. Ich weiß das. Trotzdem nervt es mich.
X wie … x-beliebige dünne Schichten kann ich aufeinander tragen und irgendwie ist mir immer noch kalt. Im heutigen Fall sind dies dicke Fellstiefel und eine wattierte Weste über Top und Langarm-Shirt und Jeans. Und trotzdem – *fröstel*
Z wie … Zu Ende? Wann? Ich will endlich Frühling! Und wenn ich keinen Frühling haben kann, dann doch wenigstens kuschlige 0 Grad…
Freunde – wievielen wird man gerecht…
Vielleicht ist das ein Luxusproblem. Aber auch Luxusprobleme sind im Kern Probleme.
Ein paar enge und gute Freunde um sich zu scharen, tut gut. Ich brauche keine 500 Freunde auf facebook, mit denen mich im echten Leben nicht mehr als eine flüchtige Bekanntschaft über sieben Ecken verbindet. Und trotzdem – es ist auch schön, einen großen Bekanntenkreis zu haben. Aber in letzter Zeit merke ich es immer deutlicher. Ich werde nicht allen gerecht. Ich muss Einladungen zum Kaffee koordinieren, wie ein Manager seine Geschäftstermine plant. Meine Wochenenden sind bis in den April hinein verplant und ich fange schon an, mich unter der Woche abends mit Menschen zu treffen, die mir zu wichtig sind, um sie andauernd zu vertrösten. Die Frage ist nur – wievielen Menschen kann man gerecht werden, um sich selbst noch gerecht zu werden? Ich habe keine Lust, ein schlechtes Gewissen zu haben, weil ich so oft “ein andermal gerne” sage muss.
Trotzdem kann ich schlecht ein Aufnahmestop verhängen – tut mir leid, Freundesliste ist voll.
Vielleicht hilft ein offenes Wort. Gute Freunde akzeptieren das. Aber ich fühle mich nicht gut dabei, zu sagen, sorry, für Dich habe ich so bis in sechs Wochen dann wieder einen Termin frei.
Was tun? Einen Abend die Woche konsequent zum Ausgehabend machen und reihum alle abklappern?
Wirklich gut fühlt sich das auch nicht an.
Kram und Gedöns….
…nehmt Euch in Acht,
heute wird Großreine gemacht.
Der Unordnung geht’s an den Kragen,
so lang mich meine Füße tragen.
Tätäääää!
Papier, CDs und Plastikkram
legt meine Phantasie hier lahm,
weswegen ich dem ganzen Zeug
mich nicht mehr unnötig viel länger beug,
und alles werf in die Mülltonne
und mich in Sauberkeit dann sonne.
Tätäääää!
Doch eh ich fortfahre im Dichten
sollt ich das Chaos lieber lichten,
sonst bleibt’s beim frommen Wunsche nur
getippt auf einer Tastatur,
die ich vor lauter Zeug kaum seh’,
ich leg jetzt los, also, Ade!
Tätääää, tätääää, tätäääää!
Morgenstund und so…
Ich bin auf. Wach. Noch mit ein bisschen Schlafsand in den Augen, aber dafür mit nem dampfenden Kaffee vor mir. Gleich wird der Rest Hausarbeit erledigt und zur Belohnung geht’s zum Bahnenschwimmen. Nix was mich besser entspannt. Habt ein besonders schönes Wochenende!
Kalt, kälter…
…am Kältestestesten!
Oder bietet einer weniger?
*SCHLOTTER*
Windstill…
…ist es hier im Blog. WINDSTILL. Ihr versteht schon. Ich weiß nicht, wie’s Euch geht. Aber er fehlt mir. Und wenn er hier noch mitliest und wenn er möchte… dann soll er wieder kommen. Hörst Du? WINDSTIIIIILL! Komm zurück!
Vermisst ihn noch jemand außer mir?
DAFANKI???
Beim Einkaufen gibt es zwei unumstößliche Grundregeln, die so sicher sind, wie die Erdanziehung.
Erstens: Meine Schlange ist die Langsamste, völlig wurscht, wie lang sie ist. Zweitens: Irgendwas ist immer. Wahlweise hat einer vergessen, seine Gurke zu wiegen, die alte Dame mit dem kecken Hütchen und den festzementierten Dauerwellen, stellt zehn PFENNING vor Erreichen der geforderten Summe fest, dass das Kleingeldfach doch schon leer ist und frickelt mit zittrigen Händen die vielen winzigen Münzen wieder ins Portemonnaie zurück, das Kassenfräulein muss “Frau Westermeier, Storno bitte Kasse drei, Frau Westermeier bitte” in ihr schwarzes Mikrophon nuscheln oder die Kassenbonpapierrolle endet mit einem rosa Streifen und leisem Rattern just vor mir und will ausgetauscht werden. Wer also Zeit totschlagen muss, gerne Sozialstudien betreibt oder sich schon immer einmal in völliger Ruhe durch das Süßwarenangebot an der Kasse stöbern wollte, dem sei geraten, sich hinter mich zu stellen. Ich bin quasi der Garant für tiefenentspanntes Anstehen. Aber zurück zum Thema. Sozialstudien. Was tut man nicht alles, während man wartet. Ich studiere. Mit Vorliebe das, was andere Menschen vor und hinter mir aufs Band gelegt haben. Denn so ein Einkauf sagt mehr über einen Menschen aus, als sein Lebenslauf es je vermöge. Sag mir, was Du kaufst, und ich sag Dir, wer Du bist. Die alte Dame beispielsweise erledigte einen Lebensmitteleinkauf für einen Tag. Eine eingeschweißte Packung Wurst, zwei Brötchen, einen Becher Erdbeerjoghurt und eine Dose Katzenfutter. Ich hoffte inständig, dass sie sich ihren Lebensabend tatsächlich mit einer Samtpfote teilte und sich nicht aufgrund mangelnden Sehvermögens im Regal geirrt hatte und eine Dose leckeren Saftgulasches in ihrem Einkaufsnetz wähnte.
Die junge Frau hinter ihr, die eine schier unglaubliche Anzahl Becher derselben Puddingsorte erstand, fand ihre EC-Karte nicht und ließ sich vorrechnen, wieviel Becher man für zehn Euro Bargeld wohl bekomme während sie versicherte, dass sie den Rest später abholen komme. Es ist mir ein absolutes Rätsel, was man mit derart viel Schokoladenpudding mit Sahne anfangen kann, noch dazu, weil fette rote Aufkleber von dessem nahenden Ableben durch Erreichen der Mindesthaltbarkeitsgrenze kündeten. Noch bevor schlimme Bilder vor mein inneres Auge zogen, die viel braune Puddingmasse und viel nackte Haut beinhalteten, fokussierte ich mein Interesse auf den Mann vor mir, der vier Meisenknödel und eine Flasche Wodka zu kaufen beabsichtigte. Ein Ornithologe mit Hang zum Alkohol? Während ich noch sinnierte, ob man Meisenknödel mit Wodka flambieren könnte, fiel mir auf, dass das Kassenfräulein mit jedem Bezahlvorgang in ein Töpfchen griff und kleine, in glitzerndes Raschelpapier eingepackte Geschenke in gierig aufgehaltene Hände verteilte. Wie nett! Sicher handelte es sich um Schokolade oder Minzbonbons. Je näher ich ihr kam, desto offensichtlicher wurde – wer viel kaufte, bekam viel Raschelschokolade, wer wenig kaufte nur ein oder zwei Tütchen. Ich schaute nachdenklich auf meinen Lego-Power-Ninja-Quigong-Wakawaka-Superflieger, den das Patenkind meines Mannes zum Geburtstag bekommen würde. Wieviel Lutschdrops dafür wohl rausspringen würden? Ich verrat’s lieber gleich – nada. Null. Niente.
Als ich nämlich endlich bezahlen durfte, verstand ich, warum meine Schlange so exorbitant langsam vorankam. Die Kassiererin sprach einen derartig kantigen Akzent, dass sie alles zweimal sagen musste. Den Preis zu erraten schaffte ich noch problemlos, da die Kasse über eine freundlich grüne Digitalanzeige verfügte. Auch, dass sie mich nach Münzgeld gefragt hatte, war mir nach kurzem Stutzen klar geworden (“Chabe Sie Fienferle?) Aber ab dann drehte sie den Schwierigkeitsgrad auf “Hinter-Aserbaidschanisch” und ich kam mir vor, wie ein deutschsprachiger Erstklässler im Ural.
Nach zweimaligem Nachfragen konnte ich endlich die Frage nach meinem Sammelbedürfnis von Treuepunkten verneinen.
“Nuhzesiechundecharte?”
Bitte?
“Chundecharte?”
Hunde? Äh..
“CHUN-DE-CHAR-TE”
AH! Kundenkarte! Nein, danke, keine Kundenkarte.
“Chassesettl?”
Bitte?
Sie schaute mich an, als sei die erste Strafarbeit nur noch ein “bitte?” entfernt. Ich begann zu schwitzen. Sie riss den Kassenbon ab und hielt ihn mir ungeduldig unter die Nase.
KASSENZETTEL!
rief ich begeistert wie seinerseits Archimedes in der Wanne. NEIN, danke, den brauch ich auch nicht. Und als ich mich grade zum Gehen wenden wollte, raschelte sie in der verlockenden Minzdrops-Box. Und stellte die alles entscheidende Frage.
“Dafanki?”
Da… was?
“DAFANKI? Sammelesiedafanki?”
Danke, gleichfalls…stammelte ich. Sie rollte mit den Augen.
“JA ODER NEIN?”
Ja oder nein was… ich fürchte… äh… BITTE?
“OB. SIE. DA. FANKI. SAMMELE”
Ich hatte Angst. Wenn ich sie jetzt fragen würde, ob ich meinen Telefonjoker anrufen dürfe, würde sie sicher über ihr schwarzes Mikrophon Lollek und Bollek ausrufen lassen, die beiden ukrainischen Rauswerfer, die mich im Büro des Marktleiters an die Heizung ketten und mir so lange peinliche Fragen zu meinem Einkaufsverhalten stellen würden, bis ich weinend einen 24-Monats-Vertrag für eine Kundenkarte nebst Treuepunkten und Chassesettl unterschreiben würde. Ich schaute in die Gesichter der Menschen hinter mir, die mich alle erwartungsvoll ansahen. Mein Leben raste in kleinen Filmstreifen vor meinem inneren Auge vorbei. Und ich presste schließlich im Angesicht des sicheren Todes ein leises “Nö..?” hervor.
Und wa
Der Leserbrief…
…erscheint morgen.
Die Dame am Telefon, bei der ich nachgefragt hatte, meinte “Leserbrief? Heute geschickt… hm… wie war der Absender? Ah… hm.. ne, find ich grad nicht… worum ging es denn?”
Um die Straßenverhältnisse hier. “Ach DER Brief *kicher*, ja der kam an. Ich soll Ihnen vom zuständigen Redakteur sagen, dass der schon eingeplant ist.
“
*freu*
