Ziemlich baff…

…bin ich. Als ich heute morgen ins Büro kam, stand ein Strauß pinker Gerbera und pinker Rosen auf meinem Tisch. In der Mitte ein glänzendes pinkes Vögelchen.
Weil ein Geschenk für meine Chefin direkt daneben lag, dachte ich, dass die Blumen wohl nicht für mich sind.

Bis mein Chef kam. Ihn habe ich zuerst gefragt, von wem und für wen die sind. Die Antwort verblüfft mich immer noch.
„Na von mir. Für dich. Weil heute Dein erster Tag ist und Du sicher viel zu tun hast und ich mir dachte, Du würdest dann besser starten!“

Ähm. Wow.

Wenn…

… „am Rad drehen“ je olympisch wird, hat unsere Firma große Chancen aufs Treppchen…

Wenn alle…

…Gehältergötter jetzt frohstimmt sind, müsste das Chaos von gestern bereinigt sein und jeder ordnungsgemäß sein Geld bekommen. Wenn nicht, bring ich die Buchhalterin als Menschenopfer.
Soviel zu diesem Thema.
Dann stand ich noch ne Weile im Tonstudio und habe Küsse in die Luft gehaucht und „peng, peng, peng“ gemacht und ähnliche Faxen. Und ich habe Blattglanz gekauft, um die Palmen im Office aufzumöbeln. Und zwei Mitarbeitern zwei Wohnungen gezeigt, eine Checkliste für die Putzfrau geschrieben, einen Termin für die zweite Impfung eines Neugeborenen gemacht, bei Hermes nach einer Sendung gefahndet und einen Unterstellplatz für ein Motorrad organisiert. Und JETZT fang ich an meiner Liste an.
Irgendwie gibt es für meinen Job keinen Namen.

Lauter werdende Mütter – auch männliche…

…habe ich heute erschaffen. War ja klar, dass ich dann die Lohnbuchhaltung übernehmen muss, wenn ein Superspezialsondernochniedagewesen-Fall eintritt – meine Chefin ist im Mutterschutz. Dolle Wurst. Die Buchhalterin meines Vertrauens hatte so einen „Fall“ nämlich auch noch nie. Also haben wir uns zusammen durch die Reiter und Felder gewühlt und uns selbst fast wie kurz vor der Niederkunft gefühlt. Mit Stammlohnarten und Lohngruppen jongliert. Und eigentlich sah es ganz richtig aus. Letzten Freitag.
Bis ich heute gesehen habe, was das Lohnprogramm gemacht hat – aus allen Mitarbeitern werdende Mütter, weil plötzlich keiner mehr Gehalt, aber alle Mutterschaftsgeld bekommen. Brutto = Netto. Klar hätten die sich gefreut. Aber aus meiner Sicht war es ein mittleres Fiasko. Ich habe es aber soweit hingebogen, dass die Mitarbeiter jetzt Festlohn bekommen und die eigentliche Mutter in spe das, was ihr zusteht. Morgen geh ich da nochmal hin und dann wird die Nachberechnung in die Wege geleitet.
Während ich um den Monitor kreiste und Handbücher wälzte und leicht panisch wurde, klickte die Buchhalterin seelenruhig durch die Fenster. „Hier vielleicht? Hm… nein. Das hier? Oh, sehen Sie mal, das sieht gut aus…“
Ob es das tut, sehe ich dann morgen. Die Probeabrechnung sah zumindest nicht falsch aus.

Gut gebrüllt…

Löwe…Sekretärin!
Mein Arbeitsalltag als Assistentin der Geschäftsleitung unterscheidet sich sicher aufgrund der Branche von dem einer Chefsekretärin bei einer Bank. Hin und wieder übersehe ich schon selbst, wie schräg manches ist, weil sich mein „Normalitäts-Rahmen“ längst ins Schräge verschoben hat.
Am Freitag wurde dies mal wieder überdeutlich, denn da bat mich unser Sound-Designer um Hilfe. Er benötige einen weiblichen Schrei, der Schmerz ausdrücke und Wut. Also stand ich eine geschlagene Stunde in unserem Tonstudio vor einem Mikro und brüllte wie am Spieß. Gut gemeinte Ratschläge wie „Stell Dir vor, Du bekommst grade ein Kind“ oder „Denk einfach, Du säßest auf dem Klo“, waren nicht unbedingt hilfreich. Als ich dann fast heiser war, war endlich der richtige Ansatz gefunden und der Brüller war perfekt. Allein das mit dem abschließenden „Seufzer“ mussten wir nach viel Gelächter aufgeben, „ich will dir ja nicht zu nahe treten, aber das klingt alles, als würden wir einen Porno synchronisieren“. Na gut. Ich bin ja eigentlich auch Sekretärin und keine ausgebildete … Seufzerin. Aber Spaß gemacht hat’s auf jeden Fall. ROARRR!

Ich bin wieder da-ha!

Guten Morgen!
Bin wieder im Lande. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte ich jetzt eine Woche Urlaub und wäre immer noch in Dresden. Denn: Dresden ist klasse. Die Stadt – allzuviel haben wir leider nicht gesehen – ist sehr schön, das Umland scheint ebenso zu einem Urlaub einzuladen.
Am Donnerstag haben wir mit Pause gute sechs Stunden gebraucht, danach direkt den Messestand aufgeschlagen und sind endlich ins Hotel gedüst. Das war um viertel vor sieben. Um viertel nach sieben haben wir uns schon wieder getroffen – von wegen in Ruhe duschen und frisch machen… – und sind auf die erste Abendveranstaltung gegangen. Diese mündete erwartungsgemäß in einer Get-together-Party, die wir so um eins verlassen haben. Die Band wäre gut gewesen und die Stimmung auch, aber die Aussicht, schon wieder vor sieben aus den Federn geworfen zu werden war nicht so toll… Der Freitag war tagsüber recht unspektakulär, Messe eben. Abends sind wir dann erstmal durch den Striezel-Markt gebummelt – der ist richtig schön – dann haben wir die Semper-Oper, die Frauenkirche und den Zwinger besucht (von außen zumindest) und waren essen. Um elf wollten dann eigentlich alle nach Hause, aber auf dem Heimweg kam uns noch ein Irish-Pub dazwischen und dann war es wieder eins bis ich im Bett war. Am Samstagmorgen war das Aufstehen noch ein Quäntchen schwerer als am Freitag… aber zum Glück war es dem jungen Mann am Stand gegenüber genauso langweilig wie mir, und wir haben uns in der Mitte an einem Stehtisch getroffen und den Rest des Tages verquatscht.
Die Heimfa

Zu verschenken…!

Liebes Leben,

man merkt deutlich, dass Magazinjournalismus ganz anders funktioniert, als Tagespresse. Man ist viel enger mit der Industrie verbunden, als einem manchmal lieb ist. Aber es hat auch seine angenehmen Seiten. Heute war ich mit meiner Kollegin auf der Pressekonferenz eines Herstellers, der Dinge produziert, die jeder täglich benutzt – um es mal nicht ganz so direkt zu sagen.
Weil wir uns sein neues Produkt vorstellen ließen und der einstündige Pressekonferenz brav beiwohnten, gab es im Anschluss für jeden eine Tüte – darin so ziemlich das gesamte Produktsortiment . Geschenkt. Im Anschluss daran war ein medizinisches Symposium, an dessen Ende man – richtig – wieder etwas geschenkt bekam. Zwischendrin waren wir zwei Stunden in der Stadt bummeln und haben die Lachs-Kaviar-Carpaccio-Quiche-Lorraine-Häppchen verdaut… und ein bisschen ein schlechtes Gewissen ob dieser Dekadenz bekommen. Auf dem Heimweg hatten wir dann ein Gespräch über die Käuflichkeit der Presse. Wir sind zu dem Schluss gekommen, in seiner Meinung über diese oder jene Firma letztlich völlig frei zu sein. Egal, wieviele Tüten man vorher mitbekommt. Manchmal hinterlässt so ein überreiches Beschenktwerden nämlich auch einen viel schaleren Beigeschmack als ein simpler, ehrlicher Händedruck und eine Tasse Kaffee – was völlig genügen würde. Man ist nämlich dann beim Schreiben noch mehr darauf bedacht, nicht zu positiv zu schreiben, um nicht den Eindruck zu erwecken, von den Give-aways beeindruckt zu sein. Und wenn wir die Tüten nicht nehmen, dann bekommt sie jemand anders, der es genauso wenig verdient hat, wie wir.  Offenbar läuft das Geschäft so.

Chaos, Dein Name ist…

…unser Verlag.
Liebes Leben,

noch nie habe ich so einen chaotischen Laden erlebt, wie den Verlag, in dem ich heute arbeite. Aber man gewöhnt sich an alles. Regel Nummer 1: In einer halben Stunde ist alles ganz anders. Regel Nummer 2: Der Chef hat’s ja schon immer gesagt. Und Regel Nummer 3: Aufregen hilft überhaupt nix.
Hält man sich daran, läuft alles wie geschmiert.
Meine Arbeit kommt in Schwung, ich habe jeden Tag zu tun und muss keine Sekunde mehr totschlagen. Ich habe seitenlange to-do-lists, die sich um das, was man oben streicht, unten verlängern. Morgen muss ich sogar früher anfangen, um fertig zu werden, deeeenn: Um zwölf geht’s auf nach Leipzig. Wir können aufbauen bis abends um zehn. Dann gehen wir lecker Essen – drei Mädels unter sich. Und das aller-aller-allerbeste: Am Freitag fängt die Messe erst um 13 Uhr an! Das heißt: Wir haben bis halb zwölf Zeit, die Stadt zu erkunden! Freu-freu-freu!
Meine Kollegin hat schon angedeutet, dass sie auch kein Langschläfer ist und gerne was von der Stadt sehen würde! Na dann!

Aber bis dahin muss ich meine private to-do-list noch abarbeiten. Heißt also
Wäsche waschen
Koffer suchen
Koffer packen
8 Seiten Spanischzeug abtippen und an Kay verschicken (und am besten im Gedächtnis speichern)
Duschen
Klamotten aufräumen und Wohnung gleich mit dazu.

Möchte mal wissen, wann endlich eine selbst aufräumende Wohnungseinrichtung erfunden wird. Fabrikat Ikea, Marke „Sälber-Sauber“. Oder so. Da das aber noch dauern kann, muss ich selber ran.

Leipzig, ich komme…*sing*
Was macht man eigentlich so in Leipzig, Freitagmorgen und halb neun?

Der Vertrag ist da! Und er ist unbefristet!

Liebes Leben!

Du machst mir Angst… Was machst du mit mir? Ist es denn gerade einfach Sommer oder hast du supergute Laune oder findest du mich einfach nur prima gerade?
Hab heute meinen Vertrag per mail bekommen, er ist sogar unbefristet. Hätt ich nicht erwartet. Die allererste Bewerbung und gleich ein Volltreffer. Wo ist der Haken, frag ich mich? Und warum bin ich zur Zeit nur so energiegeladen? Alles scheint mir völlig einfach von der Hand zu gehen. Ich kriege Haushalt und Schule richtig gut unter einen Hut und auch mit Schatzi ist alles im Lot. Läuft besser, als die Polizei erlaubt. Da hat man doch glatt Angst, dass gleich eine ganz große Krise hinter der nächsten Ecke lauert… Aber bis dahin genieß‘ ich’s einfach. Wer sich über zuviel Glück beschwert, hat nämlich wirklich einen an der Klatsche.