Schoko & Caramel

Mal wieder Montagmorgen. Mal wieder bin ich planlos. Ziehe den Rock aus dem Schrank, überhöre den Wetterbericht geflissentlich, greife nach einem blauen Oberteil und wähle die Kette dazu aus. Laufe dreimal am Spiegel vorbei und jedesmal stört mich etwas. Blau. Geht gar nicht. Ich addiere eine braune Weste. Besser. Aber irgendwie… fünf Minuten später: ich suche Schuhe. Leo? Neee. Schwarz? Neee. Oh! Ich hab doch meine allseits einsetzbaren Superstiefel! Und dazu hätt ich einen Rolli, der besser passt. Also noch mal alles umgekrempelt. Geblieben ist die blaue Kette, die nicht wirklich dazu passt. Und die rote Jacke hing beim Chef im Büro (mein ausgelagertes Jackendepot) und war immer noch harmonischer als meine schwarze Lederjacke. Was soll ich sagen. Ich fühle mich ein bisschen wie eine Sechziger-Version von Fräulein Rottenmaier. Aber im Prinzip ganz gut. :)

Pulli: VeroModa, Jacke: sOliver; Rock: sOliver, Stiefel:Buffalo, Kette & Ring: Pilgrim

 

Pfui Spinne!

Was Spinnen angeht, bin ich hartgesotten. Zwar finde ich die Tierchen nicht gerade anheimelnd, aber der bloße Anblick bringt mich auch nicht gerade zum Kreischen. Ist auch nur ein Geschöpf. Der Kavenzmann allerdings, der da an unserer Schlafzimmerwand hing, jagt selbst mir Schauer über den Rücken. Im Durchmesser so groß wie ein Senfglas! Dicker schwarzer Leib, dicke schwarze Beine! Das Glas wollte ich nämlich über das Tier stülpen und es ins Freie bugsieren, wie sonst auch, blöd nur, dass die Spinne die Beine in die Hand genommen hat und hinter der schweren Fernsehkommode verschwunden ist. Mit einem unangenehmen Knistern auf der Tapete. Ich entschied mich also zum Äußersten und holte den Staubsauger. Und die Spinne? Weg! einfach weg! So kann ich hier doch nicht mehr schlafen!? Was mach ich denn jetzt???

Weil Hausarbeit so ätzend ist, Teil II

Ich habe Euren Rat befolgt. Nicht einen großen Berg anwachsen lassen, sondern häppchenweise das Übel abarbeiten. Wozu besitze ich denn ein schickes kleines schwarzes Notizbuch. Wenn nicht zum Planen. Ich hab gestern über Mittag alles aufgeschrieben, was im Lauf der nächsten Woche erledigt werden muss. Das ganze durch fünf geteilt. Möglichst abwechslungsreich gemischt. Vielleicht macht es mehr Spaß, wenn ich an einem Tag Blumen von welken Blättern befreie und Waschbecken putze und am nächsten Tag Wäsche zusammenlege und staubsauge.
Ich halte Euch auf dem Laufenden. Vermutlich bleibt’s aber dabei – Hausarbeit IST ätzend.

Den Schlaf der Gerechten…

…hab ich offenbar hinter mir. Nachdem ich gestern 15 Stunden (in Worten FÜNFZEHN) im schwiegerlichen Saisongeschäft ausgeholfen habe und das ganze eine zwar dröge aber doch körperlich anstrengende Arbeit ist, jedenfalls nach 15 Stunden, trottete ich nach Hause, stattete der Dusche noch einen Besuch ab und schaffte es eben noch so, meine müden Knochen ins Bett zu werfen. Heute Morgen gehörte mir, dachte ich. Herr Schatzi wollte um neun schon wieder Termine wahrnehmen, die ich schon etwas fad finde, wenn ich fit und ausgeschlafen bin… Aber in diesem Zustand ist mir der Bummel durch Menschenmassen nicht zumutbar. Fand ich. Einziger Wehmutstropfen – ich hätte dort gerne ein paar Leute getroffen, aber heut morgen um neun hätten die kaum Freude an mir gehabt… Klappt sicher bald mal wieder! : wave:
Jedenfalls hatte ich gestern Pläne geschmiedet, was ich mit MEINER Zeit heut morgen anstellen wollte. Lesen! Bloggen! Baden! Nunja. Um acht war ich mal wach. Und dann nochmal um zehn, als in der Ferne ein Telefon düdelte. Und dann um … Kurz vor zwölf. Ich hab also tatsächlich 12 Stunden im Bett gelegen!!! So langsam kehren meine Lebensgeister zurück. Und ich genieße die restliche Zeit bis Herr Hase wieder kommt. Mit Nichtstun. Ha.

Das Prilblümchen

“Bist Du sicher, dass das keine Warnweste ist?” fragte mich ein Kollege vor zwei Tagen beim Blick in meine Einkaufstüte. Gut, ich gebe zu, dass die Farbe hinkommt. Und das zweite lustige Merkmal dieses Rollkragenpullis ist die Größe – One Size. Egal ob man Konfektionsgröße 34 oder 42 habe, meinte die Verkäuferin, der Pulli würde immer passen. Das Material fühlt sich an wie eine sehr dicke Strumpfhose und ist genau so elastisch. Trägt sich jedenfalls sehr angenehm. Weil ich Kontraste mag und weil ich einen Schal habe mit orangenen und violetten Punkten drauf, befand ich den lila Pulli als passende Ergänzung zur Oberkörperstrumpfhose. Letztlich ist der Schal dann zu Hause geblieben. Und ich fühl mich heut einfach ein bisschen wie ein Prilblümchen.

Schuhe: Buffalo; Jeans: Only, Gürtel: ?, Ring: Pilgrim, Rollkragenpulli: Benetton, Pulli: StreetOne

Weil Hausarbeit so ätzend ist…

…muss ich jetzt mal was fragen – wie macht ihr das? Jeden Tag ein bisschen? Alles auf einmal? Was ist das Schlimmste an der Hausarbeit? Wird Fensterputzen nicht völlig überbewertet? Und wie schafft ihr es, Ordnung zu halten?
Oder habt ihr einen Trick, damit das Rumgeräume, Gefeudel und Geschrubbe sogar Spaß macht??

My name is Smith. Granny Smith.

Ich find Winterklamotten doof. Nicht so sehr, weil man zur Zeit nicht weiß, wieviele Schichten man anziehen muss, weil das Wetter schwankt zwischen Sonne und Schneesturm, sondern weil die Farben in den Regalen meist schon jetzt trister sind als das Wetter selbst. Braun. Grau. Dunkelblau. Aschgrau, Steingrau, Betongrau. Ihr versteht schon. Um so mehr hab ich mich gestern gefreut, als ich in einen Laden kam und vor lauter Farbe fast erschlagen wurde. Sonnengelb, Königsblau, Feuerwehrrot… DAS nenn ich mal bunt. Ich hab mich für ein frisches Apfelgrün entschieden. Und nein, ich bin keine Sitzgruppe. Auch keine Geblümte. :)

Natürlich musste ich das gute Stück sofort heute anziehen. Dazu die alte Kunstlederröhre, die von meinen Kollegen schmunzelnd “naughty pants” genannt wird. Und fertig. Auch wenn es mit der Lederjacke aussah, als würd jeden Moment mein Harley-Held um die Ecke knattern und mich abholen. :)

Schuhe:Buffalo, Hose: H&M, Pulli: Benetton, Kette, Ring: Bijou Brigitte, Gürtel: StreetOne, Jacke: über Otto

 

Die Zicke in mir…

…hab ich manchmal schon ganz gut im Griff. Früher konnte ich das nicht. War aufbrausend, wenn mir jemand einen Fehler unter die Nase gerieben hat. “Im Stress kann das passieren, sollen die’s doch besser machen, als ob der noch nie was übersehen hat…” Ihr kennt das ja.

Aber mittlerweile habe ich gelernt, dass es manchmal einfach viel wirkungsvoller ist, sich einem pampigen Kritiker in Demut zu beugen, einen Fehler wortreich und bedauernd einzugestehen, die Umstände zu erklären, die Verkettung unglücklicher Umstände aufzudröseln und untröstlich über seine eigene Unzulänglichkeit zu lamentieren. Und dann ganz charmant das Feld zu öffnen und um Gegenvorschläge und aktive Mitarbeit zu bitten. “Gerne zum Dialog bereit”…”immer offen für Ihre guten Ideen”… all das verbunden mit der Hoffnung “bald wieder von Ihnen zu hören”… die meisten sind nämlich prima im Mosern aber ganz schlecht im Bessermachen. Und die, die dann wirklich antworten, haben meist auch noch gute und verwertbare Ideen. Also haben alle was davon. Und ich muss mir nicht vorkommen, wie die doofe, kritikunfähige Zicke, die ich gar nicht sein will. Dass ich natürlich DENKE “Du blöder Vollpfosten, als ob Du die Weisheit mit Löffeln gefressen hättest, mach’s doch erstmal BESSER…” … das muss ja keiner wissen.

Leben, um zu arbeiten…

Ich kann ganz schlecht nichts tun. Das konnte ich noch nie gut. In den Tag hineintrödeln macht mich wahnsinnig. Ständig begleitet mich der Gedanke, dass ich etwas verpassen könnte. Früher sagte ich immer, ich müsse etwas “sinnvolles” mit meiner Zeit anfangen. Heute würde ich anfügen “für mich Sinnvolles”. Sinn ist ja ohnehin relativ. Ich rette keine Menschenleben oder löse das Welthungerproblem. Einem Modeblog beispielsweise Sinn abzugewinnen fällt einer modebegeisterten Frau unter Umständen leichter als einem Baggerführer aus dem Pott. Wohingegen ich mich nicht so recht für das Sammeln seltener Raupen begeistern könnte.
Viele liebe Menschen in meiner Umgebung machen sich des Öfteren Gedanken um mein Pensum. Ob mir das nicht zu viel sei. Mein Job, mein Magazin, die Pressearbeit… Ein sehr großer Teil meines Daseins besteht aus Arbeit, objektiv betrachtet. Aber es fühlt sich für mich nicht danach an. Ich habe mir lange Gedanken gemacht, wie nah ich an mir dran bin, wie gut ich mir zuhöre, ob ich überhaupt auf mich höre, eventuell Bedürfnisse ignoriere und nur noch funktioniere. Man liest ja immer wieder von burnout bei jungen Leuten und ich habs im eigenen Freundeskreis erlebt. Um mich zu schonen, hatte ich mir schon öfter freie Abende regelrecht verordnet. Mit dem Ergebnis, dass ich vorm Fernseher einpenne und mich davor noch über das grottige Programm ärgere. Und mit einem weiteren Resultat – ich war nach solchen Abenden nicht erholter. Sondern bedauerte, nicht das getan zu haben, was ich gerne tue. Layouten, redigieren, schreiben, tüfteln, Bilder schnibbeln.
Das einzige, was mich stresst, ist, wenn der Kühlschrank leer und der Waschkorb voll ist. Das in Ordnung zu bringen, macht mir keinen Spaß und ich empfinde es als Arbeit.
Fazit: wenn ich Arbeit nicht als solche empfinde, ist sie auch kein Stress. Und neue Projekte, die mich kitzeln, machen Spaß, nicht müde. Und um zum Anfang zurück zu kommen – auch vermeintlich völlig Sinnloses hat einen Sinn, denn wenn es Spaß und mich glücklich macht, hat es seinen Zweck ja schon erfüllt. ich, so wie ich es für richtig halte, andere nach deren Gusto. Leben und… Arbeiten lassen.

Go green!

Ich geb’s zu. Ich bin nicht nur Montags uninspiriert. Manchmal schlägt der Fluch auch mittwochs zu. Dann wende ich Regel Nr. 1 an, die besagt: Bluse und Jeans gehen immer. Als ich dann den Schal dazu fand, war mein Morgen gerettet. Dass ich anstatt Highheels besser Winterstiefel getragen hätte, konnte ich heute morgen ja noch nicht wissen. Gnurf.

Jeans: LTB 1948, Bluse: Benetton, Schal: ?, Schuhe: Buffalo, Gürtel:?; Kette: Pilgrim