Topfgeschichten – Gnocchi am Spieß

Als die liebe Ina von whatinaloves diesen Monat bei ihrem Blogevent „let’s cook together“ das Thema verkündete, war mir sofort klar, dass ich dabei bin. Und ich wusste auch gleich, was ich mache. Es hat jetzt nur mit der Umsetzung ein bisschen gedauert, aber so ist das halt mit Kind im Haus. Und in der Küche.

Was passt zum Motto „aufgespießt!“ besser, als leckere Antipasti-Spieße mit Gnocchi und frischen Tomaten?

Die Spieße passen wunderbar auf ein Fingerfood-Buffet, man kann sie zum Picknick oder zur Grillparty gut mitnehmen und auch wenn zwischen Vor- und Hauptspeise ein bisschen Zeit eingeplant ist, sorgen die Gnocchi dafür, dass der Hunger nicht zu groß wird.

Ich habe dafür eine Packung frischer Gnocchi nach Anleitung gekocht und danach in einer Olivenöl-Buttermischung mit einer kleingehackten Knoblauchzehen angebraten. Zwischenzeitlich habe ich kleine Tomaten halbiert und mit Oliven (ich habe welche mit Mandelfüllung genommen, weil hmmmmm!) und einem Blättchen Basilikum aufgespießt. Die Gnocchi, sobald sie ein bisschen bräunen, auf einen Teller geben und abkühlen lassen. Man kann sie gut auch recht früh aufspießen und noch lauwarm servieren.

Gestern war übrigens wieder Omatag und ich habe mal wieder etwas getan, was sehr typisch ist für mich. Ich hatte die plötzliche und dringliche Idee, jetzt mal ganz woanders hin zu fahren. Die Kleine war grade glücklich in Omas Arme gerannt, die Sonne schien, das Auto war vollgetankt, die Wohnung geputzt. Nichts würde mich bremsen. Ich suchte mir also eine historische Stadt in einem Nachbarlandkreis aus und fuhr los. Ich kurvte durch sonnenbeschienene Felder, vorbei an Mohnblumen und Wegkreuzen, ich bestaunte Fachwerkhäuser und Kuhweiden, bis ich schließlich in urbanem Gebiet angekommen war. Und unvermittelt mit den Tücken der Stadt konfrontiert war. Parkhäuser? Voll. Parkplätze? Voll. Ich bog mal links, mal rechts ab. Stand mit dem Kombi in einer winzigen Gasse DIREKT AM MÜNSTER und beobachtete den Gegenverkehr, der MILLIMETER von meinem Außenspiegel an mir vorbeizuckelte. Vermutlich auf der Suche nach einem Parkplatz. Einzig weit ab vom Stadtgebiet, an einer vielbefahrenen Auswärtsstraße waren dann Lücken zwischen rostigen, beuligen und teilweise abgemeldeten Autos. (Kann auch sein, ich bin an einem Schrottplatz vorbei gekommen. Konnte ich nicht genau erkennen.)

Und plötzlich … war da das Ortsschild und verkündete mir, dass ich die Stadt grade verlassen hätte. Ich HÄTTE ja umdrehen können. Aber irgendwie sah es da vorne auch ganz interessant aus. Und der Flusslauf mäanderte so schön. Und ich gab Gas und seufzte und ließ mich einfach noch ein bisschen weitertreiben, vorbei an sonnenbeschienenen Feldern und Mohnblumen und Wegkreuzen. Und ich entdeckte eine Ecke meiner Heimat völlig neu.

Weil am Nachmittag dann das „ichmussjetztmalweg“-Gefühl aber immer noch da war. stellte ich das Auto auf einem groooßen Schotterparkplatz in der Pampa ab und erwanderte mir einen Kreuzweg mit sagenhafter Aussicht. Vorbei an … Disteln. Wildblumen. Unterm Blätterdach. Nur das Knirschen meiner Schritte und das Vogelgezwitscher. Oben angekommen saß ich eine ganze Weile auf der Bank mit dem Rücken an die Kapelle gelehnt und guckte einfach so ins Land. Und dann war es mit einem Mal weg, dieses unstete Fluchtgefühl.

Mit den Spießen (inspiriert von diesem Pin) beteilige ich mich an „let’s cook together“ von whatinaloves, an „one pin a week“ von lillesol und pelle, und an „Machen nicht Pinnen“ vom Geschwistergezwitscher.

PS: Was die Autorin natürlich verschweigt – erstens hätte ich mir auf der Bank da oben fast einen Sonnenbrand auf der Nase geholt, zweitens war der Omadienst irgendwann auch wieder zu Ende und drittens hatte ich einfach auch mal Hunger. Aber SONST säße ich da immer noch. Bestimmt.

2 Antworten auf „Topfgeschichten – Gnocchi am Spieß“

  1. Was für eine schöne Geschichte, liebe Nicole! Toll dass du deinem Drang nachgehen konntest und der dann auch wieder weg war. Die Spieße hören sich wunderbar an! Gnocchi mag ich auch gerne und die machen gut satt, deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass ich das auch mal zu einem Picknick mache, diesen Sommer 🙂 Schön dass du so treu dabei bist, bei unserer Aktion {Machen, nicht pinnen} ! <3
    Übrigens habe ich leider kein Foto mehr von deiner Doppelgängerin :-/ Habe alles durchsucht, aber kann dir leider kein Beweisfoto schicken. Vielleicht begegnest du ihr ja mal im Schwabenländle 😉 Drück dich, Anne

    1. Hallo Anne, ich freu mich immer, bei Euch dabei zu sein. Ja, das Gefühl kam noch ein paar Mal wieder, wir waren öfter unterwegs, aber zur Zeit klebt einen die Hitze ja am heimischen Planschbecken fest. 😉

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