Ich bin kurz auf der Bank …

Fiel dieser Satz bisher in unserem Haus, war klar, dass nur der Gang zum Geldinstitut gemeint sein kann. Jetzt nicht mehr. Von vorne? Von vorne.

Gestern morgen bummelte ich mit dem Kind durchs hiesige Gartencenter, um eine Regenschutzhülle für unsere große Gartenbank auf dem Balkon zu kaufen. Zwischen Sitzpolstern, Schaukel-Hängestühlen und Strandkörben sagte das Kind auf Kniehöhe irgendwann „ich setz mich mal da hin!“ und weil ich mich inmitten von Sitzmöbeln wähnte und mit den Augen die Regalreihen absuchte, sagte ich sowas pädagogisch wertvolles wie „mhmh … jaja … aber fass nichts an…“

Als ich schließlich die richtige Regenjacke für die Bank gefunden hatte, sah ich, wo das Kind saß. Auf einer Gartenbank. Und zwar einer Bank, die genau für ihre Größe gemacht war. „Die muss ich haben!“ verkündete mir die Tochter. Ich wägte ab. Preislich schien mir das Konstrukt absolut in Ordnung zu sein. Es war sauber verarbeitet, stabil und hatte angenehm runde Kanten. In Gedanken platzierte ich die Bank auf der Veranda ihres neuen Spielhäuschens (die mitreißende Geschichte vom Häuschen habe ich Euch hier aufgeschrieben). „Ich glaube, die ist zu groß“, enttäuschte ich die Kleine. Wir überlegten hin und her und entschieden uns dann, wenigstens eine Windrad-Blume mitzunehmen, wenn schon die Bank im Gartencenter bleiben musste.

Wir kamen nach Hause und der erste Weg führte uns wieder ins Häuschen. Die Veranda erwies sich als breiter als gedacht. Die Bank würde womöglich doch … meine Tochter schien meine Gedanken lesen zu können. „Da passt die Bank doch hin!“, sagte sie. Oder, falls nicht, neben das Häuschen. Wir kochten imaginäre Suppe und tranken unsichtbaren Kaffee. (Mit am Tisch übrigens immer noch ihr imaginärer Bruder. Fängt das mit dem ich-habe-einen-unsichtbaren-Freund echt schon so früh an?) Und dann … gingen wir Hand in Hand in die Garage, setzten uns ins Auto und kauften die kleine Bank. (Die Verkäuferin bot uns an, aus Ermangelung an originalverpackten Bänken die bereits aufgebaute mit nach Hause zu nehmen. Yay.)

Daheim angekommen wurde die Bank an diversen Stellen am Häuschen positioniert. Egal wo man sie aufstellte, sie sah immer zuckersüß aus. Allein die Farbe … „Aber die Oma hat weiße Farbe in der Garage“, erklärte das kluge allwissende Kind. Und so kam es, dass wir schnell Abendbrot aßen und uns dann mit der Bank und einer Dose weißer Farbe, einem Lappen und einem Pinsel auf den Weg in Papas Werkstatt machten. So wurde aus einer kleinen, hölzernen Bank, eine kleine, weiße Bank. Einen zweiten Anstrich braucht sie noch. Dann können wir uns Gedanken über die Bezüge machen. Und falls mich jemand sucht – ich bin kurz auf der Bank.

Mit unserem Streichprojekt sind wir gerne wieder dabei beim creadienstag und bei kiddiekram und der crealopee.

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