…sogar in meinem Kartoffelvorrat.
Mein Fundstück des Tages – Love is all around.
Viereinhalb Stunden…
…in der Küche gestanden hab ich gestern.
Ich nehme mir ja immer wieder vor, öfter groß zu kochen, nur leider komme ich dann nie dazu. Gestern habe ich mir einfach spontan Essensgäste eingeladen, so dass ich keine Ausreden mehr hatte.
Es gab erst einen Feldsalat mit bunten Paprikasprenkeln, dann einen Rinderschmorbraten mit schwäbischen, hausgemachten Spätzle, Rotkohl und Soße und danach ein Tiramisu. Lecker war’s. Für seinen Mann und Freunde zu Kochen, ohne dass man dabei Handlanger für Schnibbelarbeiten rekrutiert, ist sicher auch total unemanzipiert.
….
Cooking for friends is fun!
Das Fossil – weitergedacht…
…Nachtrag zu gestern – “die Jungs haben verloren”. Auch das ist ein Satz, der mir von der Diskussion über das Rollenbild in Erinnerung geblieben ist. Wenn es also derzeit so ist, dass Männer mehr und mehr den Haushalt übernehmen müssen, ihre Hemden selbst bügeln und ihre Frauen Karriere machen lassen… was ist dann anders als in der Generation meiner Mutter und meiner Oma? Das selbe Spiel, vertauschte Rollen. Und was ist damals passiert? Es hat sich eine Emanzipationsbewegung in Gang gesetzt, die offenbar jetzt darin mündet, dass Männer “verloren” haben und selbst kochen, bügeln und waschen müssen.
Verlieren kann aber nur, wer sich im Kampf befindet. Für mich ist das kein erstrebenswerter Zustand.
Was wohl als nächstes passiert? Wie lange dauert es noch, bis sich eine E-Mann-zipation formiert? Das gleiche Spiel, nur wieder rückwärts?
Wollen die Alphamädchen das?
Ich glaube, dass die, die sich heute damit brüsten, einen Mann Zuhause zu haben, der den Haushalt schmeißt, sich auf den falsch verstandenen Lorbeeren ihrer Mütter ausruhen. Emanzipation wollte die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau. Keine Hausmänner, die kuschen, wenn ihre Frau den Putzlappen nach ihnen wirft.
Ich bin ein Fossil.
Eine Zeugin längst vergangener Zeiten. Gestrandet zwischen “neuen Frauen”. So komme ich mir wenigstens heute vor.
Auslöser dieses Gefühls war die simple Bemerkung einem Kollegen gegenüber, er solle sich doch nicht die Hemdsärmel bis zum Ellbogen krempeln, die seine Freundin vorher mühevoll gebügelt habe.
Er bekam einen ans Hysterische grenzenden Lachanfall und erklärte mir, als er wieder zu Atem gekommen war, dass er allenfalls SELBST bügle, aber dass seine Freundin für ihn noch kein Bügeleisen in die Hand genommen hätte. Als ich dann einen zufällig vorbeikommenden anderen Kollegen fragte, ob seine Freundin denn die Hemden für ihn bügle, guckte er mich an, als hätte ich ihn gefragt, ob seine Freundin Bart trägt. Eher, so meinte er, würde er ein Bügeleisen an den Kopf bekommen, würde er es wagen, sie um die Plättung seiner Wäsche zu bitten.
Eine Kollegin schließlich versetzte meinem grade auf die Knie sinkenden Selbstbewusstsein schließlich den Todesstoß, indem sie mir erzählte, dass sie sogar getrennt voneinander Wäsche wuschen.
“Aber wenn ihr so damit zurecht kommt, dann ist es doch in Ordnung für Euch”, waren ihre letzten Worte, bevor sie milde lächelnd in ihr Büro verschwand. Und ich? Fühle mich be-lächelt. Weil ich für meinen Mann nicht nur die Wäsche wasche, ich lege ihm auch die Socken zusammen und in die Schublade, putze unsere Wohnung und schüttle sein Kopfkissen auf. Ich kaufe ein und sauge Staub, ich putze Fenster und wechsle Bettwäsche, ich schrubbe Badfugen und lüfte Räume. Ich. Nicht er.
Was ist Emanzipation? Muss mein Mann überall da mitmachen, damit ich mich emanzipiert fühlen kann? Muss ich ihm, wenn er um neun von seiner Imkerei nach Hause kommt, verschwitzt und verklebt, den Staubsauger in die Hand drücken und ihn mit dem Putzplan wedelnd auf seine Pflichten hinweisen?
Fühle ich mich dann besser? Sie sei eben ein Alphatier, meinte meine Kollegin. Das Wort begleitet mich seither. Alphatier.
Wikipedia sagt:
“Alpha-Tier bezeichnet in der Verhaltensforschung das Leittier einer Herde oder eines Rudels. Alphatiere sind in der Regel die kräftigsten, erfahrensten und aktivsten Tiere der Gruppe. (…)
Der Begriff Alpha-Tier bezieht sich auf Alpha, den ersten Buchstaben im griechischen Alphabet: Alpha-Tiere sind also die „ersten“ (sprich: in der Rangordnung am höchsten stehenden) Tiere ihrer Gruppe.”
Das beruhigt mich. Denn erstens führen wir eine Ehe und kein Rudelleben und zweitens würde Alphatiersein bedeuten, dass ich das ranghöhere Tier in unsere Ehe bin. Und mein Mann ein Betatier, also mir untergeben.
Grausige Vorstellung. Wir stehen auf Augenhöhe, so sieht man sich sprichwörtlich besser, als wenn einer von oben auf den anderen herabguckt. Und drittens steht da auch, dass Alphatiere die aktivsten und erfahrensten sind. Nicht die, die die Arbeit gerne andere erledigen lassen, um sich mehr “alpha” zu fühlen.
Je länger ich drüber nachdenke, desto emanzipierter fühle ich mich, weil ich diesen ganzen “ich-bin-so-emanzipiert-weil-mein-Mann-den-Haushalt-schmeißt”-Kram offenbar nicht nötig habe. Ich definiere mich nicht über den Gebrauch eines Putzlappens und selbiger degradiert mich auch nicht zur Putzfrau. Wenn man sich seiner geistigen Fähigkeiten bewusst ist und weiß, was man kann, fühlt man sich auch vom Hemdenbügeln nicht in seiner Ehre gekränkt. Allen Alphatierchen kann ich nur sagen – ein Alphatier hat jedes Rudel nur eines. Ganz schön einsam da oben, oder? Ich denk noch ne Weile drüber nach. Nur nicht jetzt. Die Waschmaschine pfeift.
Eine neue fixe Idee…
…hat sich in meinem Kopf manifestiert. Hab ich zwei Abende die Woche übrig? Eigentlich kenne ich die Antwort schon selbst. Aber… ein bisschen mehr Chaos würde das bereits existierende Chaos auch nicht wesentlich größer machen…
Also mach ich’s?
“Die Anmeldung ist verbindlich”…
Aufgewacht mit diesem Lied im Kopf…
Tobi, mein Telefonfreund
Tobi ist ein toller Mensch. Wenn er lacht, gluckst er vergnügt. Wenn er am Telefon einen Spaß macht, ahnt man das schon, denn er kichert meistens schon bevor er zum Witzemachen ansetzt. Als wir neulich telefoniert haben, war ihm allerdings überhaupt nicht zum Lachen zumute. Er war betrübt, denn Sandra, eine Frau, die er offenbar sehr nett findet, ist für sein Dafürhalten zu schroff mit ihm umgegangen. Er hatte mit ihr gesprochen und ihr gesagt, dass er sie vermisst. Sie hat unwirsch entgegnet, dass sie das “wohl grade noch glaubt”. Für Tobi ist eine Welt zusammen gebrochen. Als er mich angerufen hat, um mir das zu erzählen, hat er deutlich hörbar mit den Tränen gekämpft. Wir haben eine halbe Stunde miteinander geredet und ich habe versucht, ihn aufzumuntern. Wir haben über Sandra geredet und übers Wetter, er hat mir erzählt, was er tagsüber erlebt hat und was es zu essen gab. Dann ging’s ihm wieder besser und er hatte mir versprochen, dass ich ihn auch jederzeit anrufen dürfe, wenn es mir nicht gut geht. Auch nachts um drei, “und das biete ich nicht jedem an!”. Ich fühle mich also dementsprechend sehr geehrt. Vorgestern haben wir wieder telefoniert. Tobi war diesmal gut gelaunt und wollte nur mal hören, wie es mir geht. Das Tolle ist – egal, wie es mir vor seinem Anruf ging, spätestens wenn wir auflegen, habe ich ein Lächeln im Gesicht, bin wieder total geerdet und froh, einen Menschen wie Tobi zu kennen, der nur ganz selten jammert, der eine wunderbare empathische Gabe hat, der weiß, wie man andere zum Lachen bringt. Tobi ist mehrfach geistig und körperlich behindert, hat einen verkrüpelten Körper und ist an seinen Rollstuhl gefesselt. Er kann weder lesen noch schreiben und ist bei fast allem, was er tun will, auf Hilfe angewiesen. Außer beim Telefonieren. Das Telefon ist seine Verbindung zur “Außenwelt”, sein heißer Draht zum “normalen” Leben. Und ich bin mehr als dankbar, dass ich in seinem Telefonbuch so weit oben stehe.
Ich liebe Dich!
Sicherheitshinweis für die Unromantischen unter Euch: Nicht weiterlesen.
Für alle anderen:
Skype-Gespräch zwischen Herr und Frau Venus, just vor 5 Minuten.
FV: Was machen wir heut Abend? Ausgehen?
HV: Mal sehen bis wann ich fertig bin.
FV: Fertig? Womit? Arbeit 1? Arbeit 2? Mich liebhaben?
HV: Na Arbeit 1 und 2, mit letzterem werde ich nie fertig…
*TränederRührungausdemAugenwinkelwisch* Isser nicht süß???
Ich lebe online…
…und frage mich, ob das so gesund ist.
Ich weiß, dass ich auch zwei Wochen ohne Internet überlebe – ausprobiert, überlebt.
Aber wenn ich kann, rufe ich fünfmal täglich meine mails ab, stromere über Facebook und über News-Seiten.
Wieviel davon ist im KERN interessant? Wieviel davon müllt einfach mein Bewusstsein voll? Gedankenspam?
Kann ich mich vor dieser Informationsflut retten und wenn ja – will ich das überhaupt?
Abend für Abend das selbe. Ich komme heim und schalte den Rechner an, bevor ich die Jacke richtig ausgezogen habe. Esse was. Arbeite bis zehn oder wie gestern bis halb zwölf. Arbeit nach der Arbeit. Online. Immer.
Sollte ich einen offline-Abend in der Woche einplanen? Geht Euch das auch so und findet ihr das normal oder ebenfalls ein bisschen verstörend?
Was haben die Menschen vor 20 Jahren ohne Internet gemacht? Ferngesehen? Mehr gelesen? Mehr im “Real-Life” erlebt?
Und was mache ich? Erkenne einen Zustand, der mich nicht besorgt, aber beschäftigt – und blogge darüber. Ich BLOGGE. Medien-Omnipräsenz. Überall. Nicole ist gerade ein bisschen verwirrt.
To remember – April
Hm… diesmal fällt’s mir echt schwer. Was war im April besonders?
Ich habe mich mit Leaya zum Laufen aufgerafft. Zweimal die Woche. Wir essen gesund. Ist das was Bemerkenswertes?
Naja, vielleicht könnten wir festhalten, dass ich es gewagt habe, mich für meine eigene Arbeit einzusetzen. Für mich selbst Partei ergriffen habe. Und hin und wieder einfach mal in den Genuss-Modus geschaltet habe.
Es gab den ersten Spargel mit frischen Kartoffeln, den ersten Sonnenbrand und ich habe ein paar mal “Fünfe gerade sein lassen” geübt. Ach ja! Und die erste Cabriofahrt! Schön war’s! Und ach ja ach ja – ich hab mich mit und für Claudi über die neue Wohnung gefreut!So wenig ist das ja gar nicht.
Fazit: Der April war unspekatuklär aber voller schöner kleiner Momente!
Der Monat der Glückssplitter.
