Projekt Kinderzimmer – Tag 2

“…widme ich mich dem Chaos auf der anderen Seite.” So ähnlich endete der Projekttag 1. Und so begann auch der zweite. Chaosbeseitigung.
Was also gestern morgen noch so aussah:

…sah gestern Abend dann so aus:

Was da vom Tisch hängt, ist übrigens das Reststück vom Vorhangstoff, der da später vom Wickeltisch hängen soll.

Hier nochmal das Muster in größer, es hat auch noch blaue und pinke Streifen im Original.

Als ich dann also endlich fertig war mit Bodensaugen, Kistenpacken und Regale auswischen, konnte ich mich ENDLICH dem künstlerischen Teil widmen. Kennt ihr “Herr Glücklich und seine Freunde” noch? Ich habe das Buch als Kind heiß und innig geliebt und war sehr besorgt, als meine Mama meinte, sie habe es trotz intensiver Wühlerei in meinen Bücherkisten nicht finden können. Aber sie wusste, wo es sonst noch sein könnte – bei meiner Tante, meine Cousine hatte den dicken, lustigen, gelben Kerl nämlich auch sehr gemocht. Ich jagte also meine Patentante auf den Speicher und tatsächlich fand sich das Buch wieder, das nicht wieder in der Form aufgelegt worden war.
Eine meiner Lieblingsfiguren von Roger Hargreaves war Frieda Frech. Klar, dass Mademoiselle die erste war, die ihren Weg auf Leinwand fand.

Alle weiteren Basteleien kommen die Woche noch. Angefangen habe ich schon gestern Abend… heute morgen folgte noch ein Besuch im Baumarkt, im Buchladen und in der Kreativabteilung.

Zwei große Leinwände sind noch im Auto, das hier ist der vorläufige Rest meines Einkaufs:

Ach ja. Und ich habe im Baumarkt Holzkisten erspäht, die nach Einzug ins Bücherregal schreien.

Dass sie nicht “natur” bleiben, ist ja eh klar. Aber kommt Zeit, kommt Farbe.

Projekt Kinderzimmer – Tag 1

Gleich zu Anfang – Tag 1 stimmt nicht so ganz. Seit mein Mann weiß, dass unser Arbeitszimmer künftig das Reich des kleinen Knirpses wird, hat er sofort seine Zelte dort abgebrochen und sein komplettes Büro in den Keller verlagert. Ich schmunzelte ob des Aktivismus’, schließlich hatte ICH doch nur eine winzige Schreibtisch-Ecke umzuziehen inklusive ein paar Ordnern.
Nun. Ich räume seit Tagen Schubladen aus und Ordner in Kisten, schmeiße weg und miste aus. Ich kann gar nicht glauben, was eine einzige Frau in acht oder neun Jahren so ansammelt…
Seit gestern habe ich aber das Projekt Kinderzimmer mit Nachdruck gestartet, an der Tür hängt mein Schlachtplan mit to-do-Punkten und ich kann mich gar nicht mehr bremsen.

Gestern also – quasi – Tag 1.

Ich räumte, ich packte in Körbe, ich trug auf den Speicher. Ordner, Archive, Schachteln. Und irgendwann kam ich nicht mehr weiter. Der Boden war vollgestellt, schwer tragen darf ich nicht, mein Auto ist zu klein, um eine sinnvolle Fuhre in mein neues Arbeitszimmer zu unternehmen. Ich guckte die Wand an, die ich streichen wollte. Noch immer waren Metallstreben angeschraubt, an denen früher die Regale meines Mannes hingen. Die müssten zuerst weg… aber mein Mann hatte keine Zeit…

Kurzer Hand beschloss ich, dass ich nicht zu doof bin, das ganze selbst in die Hand zu nehmen. Ich suchte den Akkubohrer, fand den Rückwärtsgang, drehte lange Schrauben aus der Wand und legte die Leisten in den Flur. Ich war ja schon ungeheuer stolz auf mein Werk, musste ich doch nur noch die Plastikdübel aus der Wand pflücken und es konnte los gehen. Aber wie kriegt man die raus? Mit den Fingernägeln schon mal nicht. Drin lassen war auch keine Option, weil sie einen hässlichen Rand hatten, der auftrug und so nicht überstrichen werden konnte. Ich fand also eine Zange, mit der ich entweder den Rand abknibbeln konnte oder den kompletten Dübel aus der Wand zupfen konnte. Letzteres verursachte allerdings hässliche Bohrlöcher.

Weil ich bereits einen Tag zuvor den Baumarkt unsicher gemacht hatte, hatte ich natürlich Löcher-in-Wand-mit-Tapeten-Reparaturmasse zur Hand. Und verspachtelte in Ermangelung einer Spachtel das ganze mit einem alten Küchenmesser.
Und tatsächlich! Nach getaner Arbeit war ich zufrieden mit meinem Werk.
Keine Löcher mehr zu sehen:

Dermaßen angespornt durch meinen Heimwerker-Erfolg beschloss ich, dass ich die Kanten um die Wand herum gleich abkleben könnte. Ich klebte also schön stückchenweiße Malerband auf Sockelleisten und in Ecken.

Dass ich dann natürlich wissen wollte, wie die gewählte Farbe letztlich an der Wand aussieht, ist ja fast klar.

Ich beschloss also, wenigstens noch den Rand um die Steckdose zu malern und dann sollte gut sein.

Ok, den Rand könnte ich auch noch… aber dann ist Feierabend. Blöd nur, dass mein Blick auf die nagelneue Malerrolle fiel, ob sich die Farbe damit wohl gut an die Wand… EINE Bahn könnte ich ja testen… ihr ahnt es. Natürlich konnte ich dann auch nicht mehr aufhören. Und die Wand ist tatsächlich gestern noch fertig geworden. Die Blasen haben sich übrigens wieder festgezogen.

Grün as grün can be. Ich bin mit dem ersten Tag ziemlich zufrieden, jetzt geht’s wieder ans Chaos auf der anderen Seite.

AU!

Was anderes konnte ich nicht sagen, als ich mich gestern vor der Aufzugstür unserer Mutterfirma drehte, weil ich beschlossen hatte, doch die Treppen zu nehmen. Mein Oberkörper machte sich zwar auf zur Treppe, aber mein Ischias wollte partout an der Aufzugfahrt festhalten.
Aus unerfindlichen Gründen fuhr es mir dermaßen fies in die rechte Pobacke, dass ich erstmal kurz nach Luft schnappte und mich an die Wand lehnen musste. Weil es nicht besser werden wollte, ich nicht mehr mit dem rechten Bein auftreten konnte und plötzlich feststellte, dass ich ein merkwüriges Rauschen auf den Ohren höre und anfange Sternchen zu sehen, schleppte ich mich wieder zur Bürotür rein, um wenigstens nicht einsam im Flur zu liegen.
Nach Angaben der Rezeptionistin, die bei meinem Anblick sofort aufsprang und um den Tresen herum eilte, war ich weiß wie die Wand hinter mir. Ich wurde also zum nächsten Stuhl geleitet, wo man mir ein Glas Wasser brachte. Mein Kreislauf fing sich dann auch wieder, aber das mit dem Auftreten war immer noch ein Problem. Ich humpelte also alle fünf Minuten erneut ein bisschen durchs Büro und wagte Gehversuche. Redete meinem Ischiasnerv gut zu. Und letztendlich gab ich klein bei und ließ mich von meinem Chef mit dem Auto abholen. Während ich lediglich sagte, mir sei ein bisschen schwummrig und ich könne nicht gut auftreten, gab die Buchhaltung per Telefon durch, ich wäre fast zusammengebrochen und könne keinen Schritt mehr tun und mein Chef erzählte hier, er müsse mich abholen, weil ich beim Gehen plötzlich ohnmächtig zusammengebrochen sei.

Eine warme Badewanne gestern Abend tat dann ihr Übriges, mein unterer Rücken fiept noch leise, wenn ich mich grad mal ungeschickt bewege, aber ansonsten ist alles gut. Hach. Schwangersein kann durchaus Nebenwirkungen haben. Aber wenn’s dabei bleibt bin ich immer noch zufrieden.

Mal wieder…

…mahne und erinnere ich mich an meinen Leitsatz – nicht ärgern, nur wundern.
Ich versuchte heute, eine Mitarbeiterin für den 15. Mai bei den Stadtwerken anzumelden.
Da ich eine Ansprechpartnerin dort habe, schrieb ich die Eckdaten an jene Dame.
Zurück kam – diese Wohnung gibt es nicht. Ich habe mich beim Makler nochmal erkundigt und tatsächlich, die Wohnung hat ihren Zugang auf der anderen Straßenseite, also ist die Anschrift anders. ABER: Die Wohnungsnummer, die im gesamten riesen Gebäude nur einmal vergeben ist, stimmt. Man hätte sie ja also auch anhand der Nummer… aber egal.

Ich bitte also, mein Versehen zu entschuldigen und gebe die richtige und vollständige Anschrift an. Den Namen des Vormieters habe ich extra noch beim Makler erfragt.
Erneut Verwirrung. Herr XYZ wohne gar nicht dort, sagt die Dame am Telefon. Ich gebe noch die Zählernummer durch. Ah. Dieser Zähler. Da sei aber eine Frau ABC gemeldet. Ich wagte anzumerken, dass es mir an und für sich egal sei, wer im Moment dort wohne. Die Zählernummer gehöre zu der entsprechenden Wohnung und da wohne ab dem 15. des Monats UNSERE Mitarbeiterin, Frau DEF.

Dann kam eine Mail von den Stadtwerken. Diese Frau ABC, die da jetzt wohne, ob ich die abmelden möchte?
Ich antworte, NEIN, ich möchte unsere Mitarbeiterin, Frau DEF, da ANMELDEN. Diese Frau ABC kenne ich gar nicht.
Eine Weile passierte gar nix. Dann kam eine weitere mail. Man würde dann wohl erstmal Frau ABC abmelden. Ob ich denn von der Dame eine Nachsendeadresse hätte…?
Ganz kurz habe ich mir überlegt ob ich Frau ABC nach Aserbaidschan umsiedeln soll. Aber ich entschied mich dagegen. Blöde gute Erziehung. Hmpf.

Hallo, Hummeln!

Schön, dass ihr wieder da seid! Ihr habt mir ein produktives Wochenende beschert, wie ich es lange nicht hatte. Zum ersten Mal in meiner Schwangerschaft hab ich den Hausputz wieder mit Elan gemeistert, ohne mich nach einem Korb aufgehängter Wäsche erstmal ausruhen zu müssen. Aber fangen wir vorne an – am Freitag habe ich außer Frisör und ein bisschen aufräumen nicht mehr viel geschafft. Aber immerhin noch die Muße gehabt, mich an den Herd zu stellen und was Warmes für Herrn Venus und mich zu kochen. Am Samstag bin ich mit den (nicht vorhandenen) Hühnern aufgestanden und hab die Bude in Nullkommanix blitzblank geputzt, war einkaufen und hab gekocht. Mittags war eigentlich eine Runde Schwimmen geplant, aber dann saß eine liebe Freundin in meiner Küche und wir haben Beziehungszwiste erörtert. Immerhin ist sie mit einem Lachen wieder gegangen, hoffentlich konnte ich ihr ein bisschen helfen. Danach habe ich es sogar noch geschafft, die Juni-Ausgabe meines Magazins so weit fertig zu machen, dass sie heute Abend nur noch den Feinschliff braucht. HA. Den Abend habe ich sehr gemütlich mit einem Buch auf meiner Couch verbracht. A propos Buch – ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal Zeit und Muße hatte, über 400 Seiten in zwei Tagen zu lesen!
Zuerst habe ich “Miss Lizzie kehrt zurück” zu Ende gelesen (netter Krimi, aber irgendwie vorhersehbar) und dann “Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand” angefangen. Weil ich gestern mit Herrn Venus unterwegs war bei seinen Bienchen und ich mir die Zeit in einer Obstplantage vertreiben musste, landete auch dieses Buch in meinem Entertainment-Körbchen und ich habe es FAST ausgelesen. Es fehlen vielleicht noch 50 Seiten. Wer skurrile Geschichten und “merkwürdige” Zufälle mag, wird das Buch sicher auch mögen.
Und genau wie der Samstag klang auch der Sonntag aus – weil ich mit dem Tatort so gar nichts anfangen konnte, verzog ich mich wieder mit dem Hundertjährigen auf die Couch und fühle mich heute in der Tat fit und ausgeruht für eine neue Woche. Habt ihr auch nen guten Start!

Bei Ihnen ist…

…wohl grad Turnstunde! Das waren die Worte meiner Ärztin beim Blick auf den Ultraschall und das kleine Wesen, dass da in mir Party machte. Die Arme zuckten, das Köpfchen drehte sich, der Rücken bog sich – Action! Ich finde es immer noch unglaublich, dass ich noch nichts davon spüre. Aber ob es jetzt ein Junge oder ein Mädchen wird, behielt der Knirps weiterhin für sich. Und wir warten wieder vier Wochen. Dafür haben wir einen neuen Arbeitstitel: “Die Stupsnase” die war nämlich ganz deutlich zu sehen. Und ansonsten? Alles gut. Wäre da nicht langsam eine Minikugel, würd ich’s nicht glauben.

“Das geht hier nicht.”

Aus der Kategorie “Den gibt’s hier nicht”, grade eben, Fall Nr. 2: Ein Kollege meinte, seine Kreditkarte sei von der Bank gesperrt worden mit dem Hinweis, im Ausland sei damit bezahlt worden. Reine Sicherheitsmaßnahme. Ich versuchte also, der Bank deutlich zu machen, dass alle Einkäufe rechtens waren und der Kunde selbst eingekauft hatte. Filiale vor Ort – “rufen Sie bitte die Kreditkartenabteilung an.” Kreditkartenabteilungsmensch 1: “Karte entsperren? Kein Problem, ich verbinde Sie mit einem englischsprachigen Kollegen.” Kreditkartenabteilungsmensch 2: “Sie wollen die Karte sperren lassen? Wie, schon gesperrt? Dann sind sie hier falsch. Bitte rufen Sie die Hotline nochmals an und erklären Sie Ihr Problem nochmals.”
Kreditkartenabteilungsmensch 3: “Entsperren? Das geht nicht telefonisch. Da müssen Sie eine neue Karte beantragen.” Ich: “Aber SIE haben die doch gesperrt, der Kunde wollte das doch gar nicht.” “Ja, macht aber keinen Unterschied. Sie müssen eine neue Karte beantragen. Wo soll ich das Formular hinschicken?” Ich diktiere die Adresse. Sie meint: “Das kann stimmen. Ich kann seine Adresse hier eh nicht einsehen und muss es dahin schicken, was bei uns hinterlegt ist. Das kann ich aber grade nicht sehen.”
Ich: ”

“Den gibt’s hier nicht.”

Heute morgen rief der Zahnarzt eines unserer Mitarbeiter bei mir an, bzw. die Assistentin. Sie wisse sich nicht zu helfen – unser Mitarbeiter habe einen Heil- und Kostenplan bekommen, den sie bei seiner Krankenkasse eingereicht hätte. Von dort sei die Auskunft gekommen, dass er nicht dort versichert sei. Man habe ihn wohl in Halle an der Saale versichert gehabt, dann aber abgemeldet und nirgendwo wieder angemeldet.
Eine kurze Schrecksekunde später hatte ich den richtigen Ordner auf dem Tisch und – tataaa – hatte die Bestätigung der Mitgliedschaft DER KASSE SELBST in Händen. Also rief ich die Sprechstundenhilfe zurück. Die war dermaßen durch den Wind, weil sie bei der Kasse nur auf taube Ohren stieß, dass ich dort selbst angerufen hab und denen buchstabiert habe, wie man ihr Mitglied schreibt und welche SV-Nummer er hat. Antwort – “ach DEEER… ja den haben wir. Keine Ahnung, warum wir den nicht auf Anhieb gefunden haben, vermutlich gibt es den Namen in unserem Einzugsgebiet zweimal.”
Meine Rückfrage, warum man bei doppelter Existenz (eines wirklich komplizierten, ausländischen Namens!) denn nicht wenigstens EINEN von beiden gefunden hätte, blieb unbeantwortet. Wenn ICH so arbeiten würde, dann wär der Laden hier leer.

Essen…

…ist so ne Sache. Mir ist ja grundsätzlich nicht übel, aber ich hab auch nicht wirklich Kapazität im Magen, die Portionen von “früher” zu verdrücken. Beispielsweise habe ich Heißhunger wenn’s aufs Mittagessen zugeht. Nach zehn Löffeln Nudeln bin ich aber pappsatt. Heute habe ich rausgefunden, dass ich Salat ganz gut vertrage, ohne mich hinterher so vollgefuttert zu fühlen. Alles ganz spannend, das Schwangersein.
Ich bin jetzt mitten im vierten Monat und habe bisher eher ab- als zugenommen, ohne, dass mir übel war. In mich passt einfach nicht mehr so viel rein. Meine Freundin, die eine Woche später dran ist als ich, hat schon einen deutlichen Babybauch und hat nach anfänglicher Übelkeit jetzt richtig Hunger. Ich schlackere ehrfürchtig mit den Ohren wenn ich mir ihre Portionen so angucke. Vielleicht wird mein Baby eine Miniaturausgabe? Hm. Am Freitag hab ich wieder nen Termin. Mal gucken, wie groß der kleine Racker ist. Und ich will ENDLICH wissen, ob ein Er oder eine Sie.