…macht grad nen Ausschlag nach oben. Dabei… ess ich nicht so viel.
Wenigstens nicht mehr als vorher. Vielleicht hat auch irgendein Wicht an meiner Waage rumgedreht. Auf alle Fälle hab ich zwei Kilo mehr.
Wenn sie jemand vermisst, meldet Euch. Ich geb sie auch gern wieder her. Hmpf.
Extra für …
Nicht widerstehen…
Zwei Erkenntnisse…
…des Tages…
1. Mein eigener Fleiß steht mir im Weg.
Ich reiße alles an mich. Will es selbst erledigen. Bevor andere es falsch machen oder vergessen. Bevor’s gar keiner tut. Und dabei versuche ich so auszusehen, als wär das alles ein Spaziergang. Was mir meistens gelingt. Die logische Konsequenz – man vertraut darauf, dass ich solche organisatorischen Dinge schon erledige. Und beim nächsten Mal wird mein Päckchen noch ein bisschen größer. Geht ja alles locker. Und nen Kuchen back ich noch dazu.
Das Beispiel hatte ich ja schon erwähnt. Während andere Freitagabends auf der Couch sitzen, hetzt die kleine Venus nach dem Supermarkt noch zum Geschenke-Organisieren. Hat einer sich bedankt? Natürlich nicht. Ist ja für die gute Seele eh kein Problem. Macht die ja mit links.
Fazit für mich – beim nächsten Mal wird das jemand anders machen.
Der Anstoß kam aus einem Dossier einer großen Frauenzeitschrift, die heute morgen mein Begleiter zum Kaffee war. “Die Todsünden der Frauen – warum wir viel zu brav sind”. Ich dachte echt, die kennen mich persönlich.
2. Reic
Licht, Licht, ich brauche Licht!
Morgens ist es im Moment noch kein Problem. Wenn ich aus der Haustür gehe, weht mir ein ungewöhnlich warmer Wind entgegen für November. Das Firmament ist schon grau-blau-marmoriert, die Sonne schiebt sich dann während meiner Fahrt ins Büro über die Tannenwipfel.
Abends ist es viel schlimmer. Gestern Abend auf dem Heimweg musste ich mich ständig mit dem Blick auf die Uhr vergewissern, dass es noch nicht Schlafenszeit ist. Sondern noch nicht mal sechs. Es war dunkel, die Autoheizung war an und hätte ich einen Chauffeur gehabt, wären mir sicher die Augen zugefallen. Ich kam nach Hause und hatte auch beim Essen wieder das Gefühl, ich sollte nicht immer so spät essen. Dabei war es genau gleich früh wie immer.
Das liegt daran, dass meine Seele schwarz sieht. Draußen. Und mir suggeriert, es sei Nacht, also Schlafenszeit. Das mag für Zugvögel sinnvoll sein oder für Murmeltiere, für Bären oder Hühner. Aber nicht für mich!
Wie soll ich mich denn abends noch auf etwas konzentrieren, wenn mein Gehirn sich die Decke bis zur Nasenspitze (ja mein Gehirn HAT eine Nasenspitze!) zieht und das schnarchen anfängt?! Es heißt sicher nicht umsonst “hell-wach”. Ich bin dann wohl “dunkel-müde”.
Eine Portion extra Tageslicht würde vielleicht helfen. Aber wo krieg ich die her? Gibt’s Tageslicht-Energiespar-Leuchtmittel? Oder halten mehr Vitamine wach? Mehr trinken? Mehr Schokolade? (AUJA!!) Heiß duschen? Kalt duschen?
Geht’s nur mir so?
Michael Jackson…
Sergeant Pepper, Prince oder russische Marine…?
Ich geb’s auf. Es gibt Leute, die einfach keinen SINN für Mode haben. Mein schwarzer Blazer hat heute offenbar in jedem einzelnen Kollegen andere Assoziationen geweckt. Ich mag die güldenen Schulterposter mit den Pailetten. Aber ist ja eh bald Feierabend. Dann hisse ich die Segel und moonwalke ich nach Hause, wo sich keiner an meinem persönlichen Thriller stört. Ich hoffe nur, es purple raint nicht unterwegs.
Das mysteriöse Einschreiben…
…war für meine Schwiegermutter.
Auf wessen Mailbox sie diese frohe Kunde heute mittag allerdings hinterlassen hat, bleibt für immer ihr Geheimnis. Meine war’s jedenfalls nicht.
Schubladen und Zeitfenster…
Ich hab zu viele Baustellen. Zuviele Dinge, an denen ich gerne rumwerkel.
Irgendwie komm ich bei der Vielfalt zu nix. Ich müsste mich festlegen. Will ich aber nicht. Ich will meinen Musen folgen.
Malen. Basteln. Schreiben.
Aber es macht mich gleichermaßen gestresst, weil ich immer das Gefühl habe, irgendwas bleibt liegen oder kommt zu kurz.
Ich hab mir jetzt überlegt, ob es sinnvoll wäre, freie Zeit konsequent für EIN Projekt einzuplanen. Heute brat ich, morgen back ich… so ungefähr. Wie macht ihr das denn mit Euren “Freizeitaktivitäten”/Projekten/Ideen/Hobbies?
Ein mysteriöses Einschreiben…
…wartet auf mich. Oder auf meine Schwiegermama? Wir haben am Samstagabend einen grünen Zettel aus dem gemeinsamen Briefkasten gefischt, der uns eröffnete, dass wir nicht Zuhause gewesen seien, als der ominöse Zusteller eines privaten Zustelldienstes uns habe ein Einschreiben mit Rückschein aushändigen wollen.
Dass wir nicht Zuhause waren, wussten wir selbst, aber was für ein Einschreiben das sein soll – darüber rätseln wir beide seit Samstag. Es stand nur Frau Nachname drauf, kann also entweder für sie oder für mich sein. Wir warten beide auf nichts.
Und doch sitzen wir jetzt ein bisschen auf Kohlen. Muss ja was wichtiges sein, wenn es als Einschreiben mit RÜCKSCHEIN verschickt wird.
Heut Mittag weiß ich mehr – Schwiegermama ruft mich an sobald sie’s in Händen hält.
Bin gespannt wie ein Flitzebogen!
Was könnte das sein…?
ER…
Keiner weiß so Recht woher er kam. Wann er kam. Er bewegt sich lautlos. Es scheint, als wäre er einfach plötzlich da, ohne je gekommen zu sein. Er ist überall wo ich bin. Begleitet mich auf jedem Schritt. Wenn ich mich bewege, umschwirrt er mich, tanzt mit mir, antwortet wie ein zeitverzögertes Echo auf jede meiner Bewegungen.
Manchmal glitzert und funkelt er im Sonnenlicht. Er sitzt mit mir am Tisch und ist einfach da. Er begleitet mich ins Bett. Schamlos ins Bad. Aber er kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass im Grunde seines Herzens nichts Gutes ist. Immer wieder zeigt er seine hässliche Seite. Er ist grau. Seine einzige Bestimmung ist es, Ärger heraufzubeschwören. Ich kann ihn ignorieren, vergessen, eleminieren gar. Ohne Erfolg. Er wird mich niemals alleine lassen. Er wird immer ein Teil von mir bleiben. Ich bin gezwungen, ihn zu erdulden.
Diesen SCHEISS STAUB IN MEINER WOHNUNG.
