…Hannah hat einen dritten Zahn und Mama Magen-Darm. Montage sind irgendwie doof.
Für Gerald…
Bloggerleben
Ich staune. Über reizend dekorierte Balkone, liebevoll drapierte Salate neben Bruschetta, “mal eben” selbstgenähte Handtäschchen, schillernd bunte Fingernägel und strahlende Gesichter bei Familienausflügen. Bloggen gewährt Einblick in Familienleben, öffnet die Türen zu Wohn- und Kinderzimmern anderer Leute und zeigt Lebensstile fernab jeder Norm und jedes Ikea-Katalogs.
Ich frage mich nur manchmal: lebst du schon oder blogst du noch? Entweder ich bin da echt ein Honk, oder viele Blogs verwenden SEHR viel Zeit auf die bildliche und wortreiche Schilderung ihres Lebens, das dann nur noch zwischen die Postings gequetscht stattfinden kann. Wann machen die das alles? Hier so: aufstehen, wickeln, Frühstück. Kind schläft gnädigerweise weiter, dann Wäscheberge verräumen, auf- und abhängen, und so weiter. Kind wacht auf – entweder selbiges bespielen oder wenn es das alleine kann, Böden saugen, Müll rausbringen, sowas. Dann einkaufen, kochen, Kind füttern. Nachmittags gehen wir raus, besuchen die Oma oder spielen. Der Tag ist meistens ausgefüllt aber unspektakulär. Natürlich könnte ich euch mit der drölften Hannahgeschichte beglücken oder erzählen, dass sie eine eigene kleine Haarbürste mit Eulen drauf bekommen hat. Aber ehrlich… Das fände ich auch bei anderen blogs eher… gähn.
Und weil mein Tag ja nicht der einzig fade aber dennoch lebenswerte sein kann: was macht ihr so? Sagen wir, gestern? (Falls ihr euch noch erinnert, höhö)
Was habt ihr gestern vom Aufstehen bis zum Zubettgehen gemacht? Ich will alles wissen! Jetzt!
(Quasi-)Urlaub mit Kind, Tag 3
Es ist ja nicht so, dass wir ungeduldig wären. Wir passen uns einfach schnell an. Und nein, es vergeht auch so fast kein Tag ohne Bodensee. Gut, dass wir wirklich nicht weit weg sind. Heute übernehmen meine Schwiegereltern das Raumschiff und urlauben für uns fertig. Alle zusammen zuckeln wir gerade nach Konstanz und freuen uns auf einen sonnigen Tag am See. Hannah hat im eigenen Bett geschlafen, als wäre nie etwas passiert. Sie grinst sogar schelmisch von der Rückbank, als freute sie sich auf den Bodensee. Kinder.
Urlaub mit Kind, Tag… Äh… Vorbei
Hannah ist kein Camper. Wobei. Auch an Tag zwei hat sie sich das Strandbad zeigen lassen, war eine große Runde kinderwagenfahren durchs Dorf, inklusive Geocache und Einkehr. Auch Brei essen und spielen war im Wohnwagen in Ordnung. Aber Nachtschlaf?! Nicht mit Hannah. So sind wir gegen zehn mit Sack und Pack wieder heimgefahren und da bleiben wir jetzt auch. Den Urlaub machen meine Schwiegereltern für uns zu Ende. Abenteuer Kind. Ich sollte WIRKLICH aufhören, Pläne zu schmieden. Wirklich.
Urlaub mit Kind, Tag 1
Ihr Lieben, erinnert ihr euch noch an meine klugen Worte, nicht zu viel zu planen, wenn man ein Kind hat? Es SIND kluge Worte, nur vergesse ich sie immer wieder. Für die, die gestern gefragt hatten: wir sind am Bodensee.
Aber mit Hindernissen. Unser Abreisetag gestern:
9 Uhr: Hannah darf zu Oma. Mama kauft derweil Teleskopschrubber und Brotkörbchen und Nudeln und Reiswaffeln und etlichen anderen Schnick und Schnack.
11Uhr: der Wohnwageninnenraum sieht langsam weniger chaotisch aus, alles findet seinen Platz. Trotzdem: wann kommen wir endlich weg?
13 Uhr: wir sitzen bei Schwiegermama und essen.
14 – 16 Uhr: wir räumen immer noch, schließen Schläuche an, packen Zeug ein.
16.30 Uhr: Abfahrt. Endlich.
18:30 Uhr: viel Fahrzeug und wenig Straßenbreite später: wir sind da!
18:35 Uhr: “Da oben” sagt ein Mann im Bademantel, als ich aussteige, um Herrn Venus und unseren Schwerlasttransport um die Ecke des Campingplatzes zu lotsen. Ich gucke zum Himmel und erwarte ziehende Kraniche oder wenigstens eine fliegende Kuh. Aber nichts dergleichen. Ich will gerade mit Winken und Wedeln den Gatten zur Weiterfahrt antreiben, da zeigt besagter Herr erneut nach oben. “Da! Da sind sie hängen geblieben.” Mein Blick folgt verdutzt seinem Finger. Tatsächlich! Das Eck unseres Wohnwagens hat Bekanntschaft mit der Dachziegelecke eines Infohäuschens gemacht. Der Ziegel ist davon unbeeindruckt, die Dachzierleiste unseres Wohnwagens hat sich schmollend aufgewölbt. Wir fuhren erst Mal weiter zum Stellplatz. Ich fragte mich gerade, wie man unsere Doppelhaushälfte auf dieses winzige Stück Rasen bugsiert, da ratschten um uns herum Zeltreißverschlüsse und klapperten Wohnwagentüren. Ich lernte Bernhard von gegenüber kennen und schüttelte die Hand vom rechten Nachbarn. Unser Gefährt stand in wenigen Minuten mit vereinten Camperkräften am rechten Fleck. Eine Leiter von drei Wägen weiter wurde gereicht, um das Dach wieder grade zu rücken, hilfreiche Tipps zum Befüllen des Spülkastens gab’s obendrauf.
Alles hätte ein perfekter erster Abend im Wohnwagen werden können. Hätte Hannah geschlafen. Aber unser Kind hatte plötzliche Stockbett-Aversionen, die sich am Ende nicht einmal mehr auf Mamas Arm aushalten ließen, weit weg vom vorgesehenen Schlafplatz. Wir versuchten alle Tricks, vom Fernsehen übers Kinderwagenfahren und Ablenken. Als nichts mehr ging, packten wir schnell das Nötigste ein und machten uns mit dem Auto auf den Heimweg. Gut, dass wir nicht so weit weggefahren waren. Unsere Jungfernfahrt endete also völlig fertig nachts um zwei im eigenen Bett. Heute morgen sind wir allerdings zum Wohnwagen zurückgefahren. Urlaub in Etappen. Es bleibt spannend!
Ratet mal…
Ein kurzes Update…
…live ausm Sommerloch. Es ist beleibe nicht so, dass hier nichts passiert. Keineswegs. Hier ist es mal laut, mal leise, mal verkrümelt, mal frischgeputzt, mal bähwarm, mal fröstelkalt. Aber immer schön. Papa in Elternzeit, Mama und Tochterkind gutgelaunt – was will man mehr.
Herr Venus wüsste da was. Mehr Elternzeit. Die geht nämlich in die letzten zwei Wochen grade. Er ist jetzt schon unendlich traurig, den Alltag als Familie bald wieder hergeben zu müssen. Und ich werde es vermissen, morgens geweckt zu werden mit den Worten – “Die Kleine hatte ihre Milch und ist frisch gewickelt und für Dich steht ein Kaffee auf dem Frühstückstisch…” Wer braucht schon Wellness-Urlaub, wenn er solchen Luxus zuhause hat.
Ansonsten – wir haben gemeinsam den Balkon bepflanzt, wir haben einen bunten Holzparavent für unser Wohnzimmer gebaut und einen neuen Fernseher gekauft dafür. Wir haben Zeit mit Freunden verbracht, bestaunen unser kleines Mädchen, das sich grad doch am Krabbeln versucht. Wir haben ein paar Mal das Wetter im Freibad genossen, sind Hals über Kopf vor einem heftigen Hagelschauer geflüchtet (Auto hat trotzdem Dellen), haben Ausflüge gemacht (unter anderem in den tiefsten Schwarzwald zur Zeller Keramik), wir waren Eis essen, shoppen, haben über die Hitze gestöhnt und gleich darauf das Regenwetter bedauert (is ja klar), waren geocachen und wandern.
Wir haben auch Lustiges erlebt – unter anderem das Aha-Erlebnis, dass mein Schwiegervater eine Wildüberwachungskamera im Keller installiert hatte, bevor er in den Urlaub gefahren ist. Um ein Foto von möglichen Einbrechern zu machen. Die Kamera hat auch fleißig Fotos gemacht. Frau Venus ist mit Tochterkind nämlich zum Schlafen in den Keller ausgewichen, weil die Kleine unterm Dach bei der Schwüle einfach nicht schlafen wollte. Und genau das hat die Kamera eifrig dokumentiert. Frau Venus in Unterhose. Frau Venus mit Kind. Ohne Kind. Mit dämlichem Gesichtsausdruck und Morgenfrisur. Bevor jetzt Fragen aufkommen – die Bilder wurden sofort nach Entdecken der Kamera von mir konfisziert. Und dem Schwiegervater, der nicht wusste, dass wir im Keller hausen, war’s unendlich peinlich.
Was mir ein bisschen Kummer macht – was ist los auf blog.de? Irgendwie habe ich das Gefühl, es wird ein wenig ärmer hier. Ärmer an Beiträgen, ärmer an Menschen. Wo immer ich auch stöbere, überall lese ich – ziehe um, habe ein zweites Blog als back-up angelegt, überlege zu wechseln… Technische Probleme haben mich in letzter Zeit auch genervt und Ooops kann ich schon nicht mehr hören. Aber eine Plattform ist auch immer nur so gut, wie die Leute, die darauf unterwegs sind. Mein Blog ist schon so viele Jahre alt… verpflanzt man alte Bäume? Wollt ihr mich echt hier alleine lassen?
Vielleicht mag jemand den Staub hier mit mir aus den Ecken pusten. Jemand?
Es gibt uns noch!
Es ist so ruhig geworden im Blogland, dass ich glatt in dieses Schweigen mit eingestimmt habe. Aber draußen ist einfach zuviel Sommer und mit Hannah und Papa in Elternzeit zuviel echtes Leben inner Bude…
ich hoffe, ihr habt tolle Sommertage und genießt das Wetter!
Mengenangaben…
…begegnen mir gerade zuhauf.
Ob ich nun Babybrei koche: “20g Rindfleisch, 45g Kartoffeln…” oder ob ich Brei anrühre (“3 – 4 Esslöffel oder 22g): Ich frage mich, ob das jemand so genau abwiegt. Nehme ich drei Löffel, habe ich definitiv weniger, als nähme ich vier. Und 22g entsprechen wahrscheinlich einem Mittelding zwischen dreien und vieren. Aber könnte man dann nicht einfach ca. 20g schreiben? Natürlich nicht, denn Mütter nehmen’s mit allem GANZ genau. Auch mit dem Rindfleisch. Natürlich stand ich eben nicht an der Fleischtheke und verlangte 20g Tafelspitz. Ich koche ja schließlich auf Vorrat. Trotzdem sorgte ich für Irritationen, als sie mich fragte “Zum Kurzbraten?” und ich antwortete “Nein, zum Pürrieren”.
Nun denn. Man denkt also, beim Essen geht’s genau zu. Und die Mengenangaben sind ein bisschen korinthenkackerisch. Aber nein. Eben belud ich die Waschmaschine mit Arbeit. Und weiß seit eben, wieviel Waschmittel in der Flasche ist. 1314 ml. Krummer geht’s nimmer.
