Ich umarme den Herbst! Macht ihr mit?

Irgendwie unwirklich – gestern vor einer Woche saß ich in der Stuttgarter Wilhelma. Ich trug ein rotes, leichtes Seidenkleid. Und hätte mir gewünscht, noch irgendwas ausziehen zu können, denn nicht nur in den Tropenhäusern hatte es stolze 36 Grad. Heute morgen habe ich das Tochterkind und mich angezogen. Lange Ärmel, eine Strickjacke, darüber eine Kuscheljacke fürs Kind, Rollkragen und Fellweste für mich. Es ist einfach nicht zu leugnen – der Sommer ist vorbei. „Ich umarme den Herbst! Macht ihr mit?“ weiterlesen

Hallo Alltag!

Lieber Alltag, wie geht es Dir? Hast Du Dich von mir erholen können? Ja? Schön. Jetzt bin ich nämlich wieder da. Wir haben um die tausend Kilometer zurück gelegt im Urlaub. Dabei sind wir eigentlich gar nicht weggefahren. „Hallo Alltag!“ weiterlesen

Der Tochter neues Zimmer – das große Makeover

Ich saß gefühlt tagelang auf Kartonschollen zwischen Kallax und Hemnes. Nein, das sind keine schwedischen Inseln. Leider. Aber Schweden ist schon mal nicht schlecht. Es wurde geschraubt, gebohrt, gehämmert, geflucht, geseufzt und geschwitzt. Aber: die ganze Arbeit hat sich ausgezahlt. Denn das Tochterkind hat ein neues Kinderzimmer bekommen – und mit neu meine ich: Allein der Schreib-/Mal-/Wickel-/Kreativtisch und das (fast neue) Bett sind geblieben. Der ganze Rest ist rausgeflogen. „Der Tochter neues Zimmer – das große Makeover“ weiterlesen

Pim pam pom und pom pam pim …

Als Mama steckt man ja einiges weg. Dass man Schokolade nur noch heimlich essen kann und mit vollen Backen „müx“ herauspresst, wenn einen das Kind fragt, was man denn bitteschön da grade esse. Dass man beim Gang zur Toilette einen allzeit plappernden Compagnon zur Seite hat, der sich auf der Putzbox niederlässt und  einem von dort interessiert zuschaut, bis man beim Händewaschen angelangt ist. Auch, dass längere Autofahrten mit allerlei Fragen von der Rückbank anstatt mit Musik aus der Anlage einhergehen. (Wann sind wir da? Wo ist der Flieger jetzt? Wo fliegt der hin? Wo war der Krankenwagen? Da war eine Mama mit Baby, wer war das?…)

Um letzterem vorzubeugen, hielt ich mich neulich für besonders schlau. Weil unser Föhn den Geist aufgegeben hatte, stöberte ich mich mit dem Tochterkind durch die Auslage des hiesigen Elektrofachmarkts. Und weil der Haartrockner gleich gefunden war, stöberte sich das Kind noch durch die (viel buntere) Musikabteilung. „Ich brauch eine CD!“ fand sie. In mir flammte Hoffnung auf, dass mit dem Hören einer spannenden Geschichte die Fragerei im Auto unterbleiben würde. Und so kaufte ich unwissend und willenlos eine Folge „Der kleine König“.

Liebe Eltern. Das hier ist eine eindringliche Warnung. Hörspiele machen süchtig. (Nicht Euch. Eure Kinder.) Also entweder ihr kauft gleich die ganze Staffel Bibi Blümchen und der kleine Hexenkönigvampirdrachewilderkerl oder ihr hört die selbe verdammte CD. immer. und. immer. wieder.

Dem Kind ist es schnurzpiepegal, ob es den kleinen König, der nicht ins Bett gehen will, gerade eben erst zu Ende gehört hat. Der Sprecher hat noch nicht einmal „gute Nacht“ gesagt, da kommt, so sicher wie das Amen in der Kirche, von der Rückbank die Forderung „und jetzt nochmal!“ Mittlerweile vermeide ich längere Fahrten nicht einmal mehr wegen der quälenden Fragerei vom hinteren Teil der fahrenden Gesellschaft. Ich habe schlicht Angst, dass mir der kleine König mit seiner quäkigen, schnarrenden Stimme als Schlafeule Kunigunde wieder und wieder erklärt, warum er nicht ins Bett möchte. Oder warum er nicht baden möchte. Gucke ich jedoch in den Rückspiegel, sehe ich ein konzentriertes Kind, über dessen Gesicht an manchen Textstellen ein kleines Lächeln huscht. Das manchmal die Worte mit den Lippen mitformt.

Während sie also auch nach vielen Kilometern vergnügt aus dem Auto aussteigt, bin ich einfach froh, wenn der kleine König nach Abziehen des Schlüssels endlich die Klappe hält. Und wenn ihr jetzt denkt, damit wär mein Leiden vorbei – haha. HA-HA. Noch stundenlang summe ich den ebenso einprägsamen wie nervigen Titelsong vor mich hin, der sich wie eine Motorsäge in mein Stammhirn gefräst hat. „Pim pam pom und pom pam pim, ich freu mich, dass ich König bin … denn immerhin regiiiieehiiiehiiiieheereeee ICH pim pam pom und pom pam pim, über meine Tieeehiiiere!“

(Ja. Und über mich, mein Hirn und mein Auto. Du Idiot.)

Türen – öffnen statt verschließen! #BIWYFI

„Ich komme zu nichts mehr“. Dieser Satz einer Mama neulich ist mir im Gedächtnis geblieben. Nicht zum Putzen, nicht dazu, neue Rezepte auszuprobieren, nicht mehr zum Shoppen, zum Bummeln, zum Duschen in Ruhe, zu irgendwas. Sie sagte es mit einer Mischung aus Enttäuschung und Frust. So, als habe das Kinderkriegen ihrem aktiven Leben ein jähes Ende gesetzt. Überhaupt, Müttergespräche. Ich erkenne zwar viele der geschilderten Situationen aus dem Familienalltag (der ja meistens tagsüber Mutter-Kind(er)-Alltag ist, weil die Papas beim Arbeiten sind) wieder, aber ich empfinde etwas ganz anderes dabei, als die Erzählerinnen. „Türen – öffnen statt verschließen! #BIWYFI“ weiterlesen

WMDEDGT – HÄ?

Also noch mal von vorne – WMDEDGT heiiiißt „WasmachstDueigentlichdenganzenTag?“ Jedenfalls hoffe ich das. Es könnte auch „Waldmeister mag Düngebrühe eigentlich doch gern trinken“ heißen, dann läge ich leider völlig daneben. Aber nehmen wir mal an, es sei eine Art Tagebuchfrage wie im ersteren Übersetzungsversuch – dann mach ich da glatt mal mit.

Gefunden hab ich’s hier, ich lese schon lange sehr still und heimlich mit und liebe das Blog. Frau Brüllen unbekannterweise, Sie sind meine Gutenachtlektüre. Wäre das jetzt auch mal geklärt. Puh. „WMDEDGT – HÄ?“ weiterlesen

Ein-Kind-Politik

Als wir geheiratet haben, haben wir dies an unserem zehnten Jahrestag getan. Im Traugespräch wollte die Pfarrerin wissen, warum wir denn so lange gewartet hätten. So richtig beantworten konnten wir beide die Frage nicht. Nach zehn Jahren hat es sich einfach richtig angefühlt, zu heiraten. Aber während ich ihre Frage in einem Traugespräch noch halbwegs legitim fand, hat uns die Fragerei von anderen im Vorfeld genervt. „Wann heiratet ihr denn mal?“ – als würde davon unser (oder noch besser: aller anderer) Glück abhängen. Kaum waren wir verheiratet, änderte sich die Frage in „Wie sieht es denn mit Kindern aus?“ Auch da folgten wir unserem ganz eigenen Empfinden, klappten die Ohren zu und warteten, bis wir uns beide dazu bereit fühlten.

Die Kleine ist jetzt zweieinhalb Jahre alt und wer denkt, die Fragerei hätte ein Ende, täuscht sich. „Ein-Kind-Politik“ weiterlesen

Ich MÖCHTE BITTE! – Ein Tag im Leben der Familie Venus

Weil ich in letzter Zeit immer wieder gefragt werde, wann mir diese Blogsachen eigentlich einfallen würden und wann ich nur die Zeit hätte, sie aufzuschreiben (ihr solltet mal den Bügelkorb sehen, dann würdet ihr verstehen … ), möchte ich Euch heute mitnehmen, einen ganzen Tag lang. Im Zeitraffer. Habt ihr Lust? Na dann los. „Ich MÖCHTE BITTE! – Ein Tag im Leben der Familie Venus“ weiterlesen

Ein Muttertag in Retrospektive

Muttertag! Wir wissen ja alle, wie das abläuft: Die Eltern schlafen aus, das Kind hat dafür total Verständnis und beschäftigt sich bis mindestens halb neun leise und selbst. 

Nach einem von Blumen gekrönten Überraschungsfrühstück wird Mama mittags bekocht oder ausgeführt, die Sonne scheint, ein gemeinsamer Spaziergang setzt dem Sonntag die Krone auf. Und natürlich läuft das bei allen genau so ab. Nur nicht im Hause Venus.  „Ein Muttertag in Retrospektive“ weiterlesen