„Da war Theater in mir“

In den Wortschatz meiner Dreijährigen sind zwei neue Worte eingezogen, die sie mittlerweile täglich beinahe inflationär gebraucht. Sie lauten „Selba!“ und „Alleine!“ Mit Nachdruck und – bei Bedarf – mit böse funkelnden Augen ausgerufen.

Wenn ich anderen Eltern davon erzähle, lächeln die meisten wissend und sagen mir Dinge wie „Da müsst ihr durch.“ „Das ist eine Phase.“ „Sie trotzt halt.“ Ich bin mir da aber gar nicht so sicher. Also, dass wir da durchmüssen, ist klar. Aber was ist das, dieser Trotz? Stellt sie sich bewusst quer? Sucht sie absichtlich Konfrontation? „„Da war Theater in mir““ weiterlesen

Geliebtes Tochterkind …

… als Du noch in meinem Bauch warst, hatte ich zehn Monate (und zehn Tage Überziehungsfrist) Zeit, mir auszumalen, wie das Leben mit Dir sein würde. Ich hatte Bilder im Kopf von mit mit vollgespuckten Oberteilen, ich fürchtete, ich würde die Mascara gegen die Mamauniform eintauschen. Ich hatte ganz feste Vorsätze und, ja, auch ganz viele Sorgen und Ängste. Und dann warst Du da. Und nichts war so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Das Leben  mit einem Baby und später mit einem Kleinkind ist etwas, was man Tag für Tag ERleben muss. Niemand kann sich ansatzweise vorstellen, was es heißt, für dich, kleines Wesen, verantwortlich zu sein. Mein Leben vor Dir? Daran habe ich nur noch eine vage Erinnerung. „Geliebtes Tochterkind …“ weiterlesen

#Kindermund – Artischocken und die Polizei

Das Kind wird am Sonntag unglaubliche drei Jahre alt. Sprachlich ist sie ziemlich weit (ein Erbe, an dem sie nicht zu knabbern hat) und sie unterhält uns den ganzen Tag mit lustigen Geschichten. Mein Kind hat nämlich einen unsichtbaren Bruder, unsichtbare Mädels und unsichtbare Freunde, die mit ihr Eis essen, Nudeln kochen, Bücher lesen und spannende Abenteuer erleben. Während mich dieser Umstand am Anfang total irritiert hat, habe ich mich mittlerweile daran gewöhnt, dass unser Haus voll mit unsichtbaren Fremden ist. Hauptsache, das Kind hat Spaß mit denen.

Was wollte ich eigentlich erzählen? Ach ja. Kindermund – die Top 3 der Sprüche dieser Woche. „#Kindermund – Artischocken und die Polizei“ weiterlesen

Kindermund: Mamas mysteriöse Popokleber

Es war ein ganz normaler Freitagvormittag. Über meinem linken Arm hängt der Einkaufskorb, an meinem rechten ein trödelndes Kleinkind. Auf der Suche nach Küchenrolle schlendern wir durch den Gang im Supermarkt. Plötzlich bleibt das Kind stehen und sagt: „Mama, schau mal. Sowas hat die Oma auch.“ Sie zeigt auf eine Packung Slipeinlagen. „Aha“, sage ich und grinse in mich hinein. Wir sind keine drei Meter weitergekommen, als eine Kundin hinter uns nach eben jener pinken Packung greift. Mein Kind sagt: „MAMA, guck mal, die Frau kauft das. Ist das auch eine Oma?“ „Kindermund: Mamas mysteriöse Popokleber“ weiterlesen

Falsch, falsch, falsch.

„Hallo liebe Gruppenmitglieder, mein Name ist Frau Venus und ich mache alles falsch.“

Jedenfalls findet mein Kind das. Glaubt ihr nicht? Is aber so. Es fängt schon morgens an. Ich nehme den Kuschelhasen an mich, damit das Kind beide Hände frei hat, um aus dem Bett zu klettern. „NEIN, ICH nehme den Hasi!“ Wir sitzen in der Küche, ich richte guter Dinge das Frühstück zusammen. Kaum drehe ich mich um, sitzt da ein kleines, schluchzendes Kind, das das Gesicht hinter beiden Händen verbirgt. Ich sehe Tränen kullern. „Falsch, falsch, falsch.“ weiterlesen

Kindermund – der Bruder

Ihr Lieben, ich habe ja nur dieses eine Kind. Aber durch Bekannte, Freunde und Krabbelgruppe hin und wieder Einblicke in das Verhalten anderer Fastdreijähriger. Und doch finde ich keinen Vergleich für dieses Energiebündel und die Art und Weise, wie sie mit Sprache umgeht. Wir unterhalten uns nämlich wie zwei Erwachsene. Nicht über dieselben Themen, aber mit denselben Sätzen. Sie spricht deutlich, grammatikalisch richtig und in vollständigen Sätzen. Sie stellt für ihre kleine Welt logische Zusammenhänge her und vor allem – SIE REDET VIEL UND REDET GERN. „Kindermund – der Bruder“ weiterlesen

Das hab ich mir verdient!

Heute ist Mittwoch. (Falls das einer bisher völlig außer Acht gelassen hatte – Ja, heute ist Mittwoch. Bittegerne.) Mittwochs ist bei uns Omatag. Das heißt, ich bringe mein Kind morgens gegen halb zehn zu meiner Mama und hole sie gegen sechs wieder ab. (Ich beeil mich mit tippen.)

Wir handhaben das seit zwei Jahren so und ich habe den Mittwoch noch nie so geliebt wie in diesen zwei Jahren. Was nicht heißen soll, dass ich mein Kind nicht mögen würde oder die Zeit mit ihm nicht schätzen. Aber einen Tag lang, oder wenigstens ein paar Stunden davon, wirklich nur nach mir gucken zu müssen, die Verantwortung für den Gnom einmal abgeben zu dürfen, das ist wirklich unfassbar wertvoll. „Das hab ich mir verdient!“ weiterlesen

Ich MÖCHTE BITTE! – Ein Tag im Leben der Familie Venus

Weil ich in letzter Zeit immer wieder gefragt werde, wann mir diese Blogsachen eigentlich einfallen würden und wann ich nur die Zeit hätte, sie aufzuschreiben (ihr solltet mal den Bügelkorb sehen, dann würdet ihr verstehen … ), möchte ich Euch heute mitnehmen, einen ganzen Tag lang. Im Zeitraffer. Habt ihr Lust? Na dann los. „Ich MÖCHTE BITTE! – Ein Tag im Leben der Familie Venus“ weiterlesen

Geliebte kleine Gewitterwolke …

… was hast du mit meinem kleinen Mädchen gemacht? Geht’s ihm gut? Du siehst ihm so unglaublich ähnlich, wie Du da liegst und mich aus deinen blauen Murmelaugen wütend anfunkelst. Ich schaue mich im Schuhgeschäft an der Kasse ratlos um, ob ich womöglich einem anderen Kind mit blonden Zöpfen versucht habe, die Jacke zuzumachen. Aber weit und breit ist kein anderes Kind zu sehen. Dieser kleine Wutzwerg, der so aus heiterem Himmel die Laune ändert und innerhalb von zwei Tagen zur tickenden Zeitbombe geworden ist, das bist du. „Geliebte kleine Gewitterwolke …“ weiterlesen

Neue Bücher!

Wenn es ganz still wird im Hause Venus, kann das dreierlei bedeuten:

1. Das Kind schläft. (Unwahrscheinlich)

2. Das Kind stellt Unsinn an und möchte dabei nicht gehört und gestört werden. (Wahrscheinlich)

3. Das Kind sitzt irgendwo in einer Ecke und guckt Bilderbücher an. (Sehr wahrscheinlich) „Neue Bücher!“ weiterlesen